Kiesabbrände


Kiesabbrände

Kiesabbrände, die beim Rösten des Schwefelkieses in der Schwefelsäurefabrikation bleibenden Rückstände, bestehen im wesentlichen aus Eisenoxyd, enthalten aber in der Regel 1,5–2,5 Proz. Schwefel, dazu oft Kupfer, Silber, Blei, Zink, Mangan, Tonerde ie. Man benutzt sie zur Darstellung von Englischrot, zum Aufschütten von Wegen, zum Reinigen von Leuchtgas, zur Desinfektion von Abtrittsgruben, bei der Darstellung von Eisenvitriol zum Neutralisieren der Schwefelsäure, die bei der Verwitterung der schwefelkieshaltigen, bituminösen Schiefer entsteht. Kupferhaltige K. (mit 3–4, auch 8 Proz. Kupfer) werden zur Gewinnung des Kupfers mit etwas Pyrit und Kochsalz einer chlorierenden Röstung unterworfen, worauf man sie auslaugt und aus der Lauge das Kupfer durch Eisen fällt. Der Rückstand, fast reines Eisenoxyd (Purpurerz), wird auf Eisen verhüttet. Die Gewinnung des in den Kiesabbränden enthaltenen Zinks ist mehrfach versucht worden, doch erweisen sich die vorgeschlagenen Methoden meist als zu teuer.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Kiesabbrände — Kiesabbrände, die Rückstände vom Rösten des Schwefelkieses. Schwefelkies ergibt beim Erhitzen unter Luftzutritt schweflige Säure, welche zur Erzeugung von Schwefelsäure (s.d.) verwendet wird, und feste Rückstände (Abbrände), die aus Eisenoxyd… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Abbrände — Abbrände, s. Kiesabbrände …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Abfälle — Abfälle. Die bei Verarbeitung der Rohstoffe sich ergebenden A. sind vielfach unveränderte Teile derselben (Hobel , Säge , Feilspäne), in andern Fällen aber Substanzen, die von der nutzbaren Substanz, wie die Natur sie bietet, abgetrennt werden… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Eisen [1] — Eisen (Ferrum) Fe, das nützlichste und verbreitetste aller Metalle, findet sich in zahlreichen Verbindungen und nimmt an der Zusammensetzung der Erdrinde wesentlichen Anteil (zu etwa 5 Proz.). Vorkommen. Gediegen findet sich E. als Meteoreisen in …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Purpurerze — Purpurerze, die Rückstände der abgerösteten Schwefelkiese, s. Kiesabbrände …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schwefelsäureanhydrid — (wasserfreie Schwefelsäure, Schwefeltrioxyd, Philosophisches Salz, Sal volatile vitrioli) SO3 entsteht beim Erhitzen der Sulfate vieler Schwermetalle, z. B. des schwefelsauren Eisenoxyds, beim Erhitzen von Pyrosulfaten der Alkalien, wobei Sulfat… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schwefelgewinnung — Der gediegen vorkommende Schwefel wird durch Ausschmelzen, durch Destillation, vereinzelt auch durch Auslaugen mit Schwefelkohlenstoff gewonnen. Auf Sizilien wendet man gewöhnlich Meiler (calcaroni, Fig. 1) an, deren gestampfte Sohle gegen eine 5 …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Abbrand [2] — Abbrand, 1. in Hüttenprozessen der Gewichtsverlust; 2. das Feinbrennen des Silbers. Vgl. a. Kiesabbrände und purple ore unter Roheisen, Erze …   Lexikon der gesamten Technik

  • Flußverunreinigung — Flußverunreinigung. Die öffentlichen Wasserläufe werden verunreinigt einerseits zu Hochwasserzeiten durch die vom ablaufenden Regen und Schneewasser mitgerissenen Schmutz und Bodenteilchen, anderseits durch die ihnen zugeführten Abfallstoffe aus… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Purple ore — (Purpurerz), Bezeichnung für die gereinigten (ausgelaugten) Kiesabbrände (s.d. und Schwefelsäure), wegen des hohen Eisengehalts (meistens 60–65%) zur Roheisendarstellung (s. Roheisen) im Hochofen verwendet. Ueber ihre chemische… …   Lexikon der gesamten Technik


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