Lehm


Lehm

Lehm (Laimen, Leimen), ein durch Quarzsand, Glimmerblättchen, Eisenhydroxyd und auch wohl etwas Kalk verunreinigter Ton, der je nach seinem Eisengehalt eine hellere oder dunklere, gelbe bis gelbbraune Farbe besitzt; er fühlt sich weniger fettig an als Ton, bindet das Wasser nicht so stark wie dieser und schwindet beim Trocknen in geringerm Grade. Diese Eigenschaften ändern sich mit der Zusammensetzung des Lehms, der bei zunehmendem Sandgehalt in Sand, durch Aufnahme von Kalk in Mergel übergeht. L. wird beim Brennen rot oder bläulichrot, in starker Hitze schmilzt er zu einer schwärzlichen oder blaugrauen Schlacke. L. ist teils ein an Ort und Stelle entstandenes Verwitterungsprodukt der oft direkt darunter anstehenden Gesteine (Verwitterungslehm), teils ein durch fließendes Wasser zusammengespülter und oft von Geschieben und Blöcken fremder Gesteine durchsetzter Zersetzungsschlamm (Geschiebelehm, Blocklehm, Gehängelehm, Aulehm). Seiner Bildungszeit nach gehört er vorwiegend der Quartärformation an. Er findet viel faltige Anwendung in der Baukunst, gebrannt zu Dach- und Mauersteinen, roh zu Lehmsteinen, Lehmputz, Strohlehmschindeln, zum Ausstreichen der Fachwände, zum Vermauern der Steine bei Brandmauern, Schornsteinen, Öfen etc. Vom L. zu unterscheiden ist der Löß (s. d.), der zuweilen oberflächlich, durch Auslaugung des kohlensauren Kalks etc., in L. übergehen kann.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Lehm — Lehm …   Deutsch Wörterbuch

  • Lehm — Lehm, ein durch Eisenoxydhydrat gelb oder braun gefärbter, an Sand (mindestens 10%) reicher, also sehr magerer Ton oder toniger Sand, der teils aus der Verwitterung von kieselsäurearmen, aber feldspatreichen Eruptivgesteinen (Basalte, Melaphyre,… …   Lexikon der gesamten Technik

  • lehm — s. n. [pron. lem] Trimis de siveco, 10.08.2004. Sursa: Dicţionar ortografic  LEHM s.n. (geol.) Rocă sedimentară detritică neconsolidată; argilă nisipoasă. [pron. lem. / < fr. lehm, germ. Lehm] …   Dicționar Român

  • lehm — ● lehm nom masculin (allemand Lehm, argile) Terrain argileux, meuble, résultant de la décalcification du lœss par les eaux d infiltration. ⇒LEHM, subst. masc. GÉOL. Sol argilo sablonneux résultant de la décalcification du lœss par les eaux d… …   Encyclopédie Universelle

  • Lehm — Sm std. (8. Jh.), mhd. leim(e), ahd. leim(o), as. lēmo, Ostmitteldeutsche Lautform für heute nur noch mundartliches Leimen Stammwort. Aus wg. * laima/ōn m. Lehm , auch in ae. lām n. Auf einem s Stamm zu der einfacheren Wurzel beruht anord. leir n …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • lehm — s.m.inv. ES ted. {{wmetafile0}} TS geol. 1. deposito argilloso sabbioso a grana finissima, che costituisce l ultimo prodotto dell azione erosiva esercitata dai ghiacci sulle rocce sottostanti 2. prodotto di alterazione e decalcificazione, spec.… …   Dizionario italiano

  • Lehm — Lehm: Das westgerm. Wort mitteld. mnd. lēm‹e›, mhd. leime, ahd. leimo, niederl. leem, engl. loam gehört zu der unter ↑ Leim behandelten Wortgruppe. Die heutige Form »Lehm« stammt aus dem Mitteld. Mnd. und hat sich im 18. Jh. gegenüber oberd.… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Lehm — Lehm, ein mit Quarzsand gemengter u. durch Eisenoxyd gelb gefärbter Thou, welcher zuweilen auch Kalk enthält u. wegen seines Gehalts an fremden Beimengungen weniger plastisch ist als der Thon, er ist erdig, gelb, doch auch grau, schwärzlich od.… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Lehm. — Lehm., bei Pflanzennamen Abkürzung für Johann Georg Christian Lehmann, geb. 25. Febr. 1792 zu Haselau in Holstein, gest. 12. Febr. 1860 als Direktor des Botanischen Gartens in Hamburg. Er schrieb Monographien über Primeln (1817), Asperifoliazeen… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Lehm — Lehm, Leimen, meist ockergelbe Erdart, durch Verwitterung verschiedener Gesteine entstanden, aus einer Vermischung von eisenoxydhaltigem Ton und Sand, auch Kalk bestehend; eine diluviale und alluviale Bildung, bedeckt oft weite Flächenräume, gibt …   Kleines Konversations-Lexikon


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