Missouri [1]


Missouri [1]

Missouri (spr. -ssūri, »Schlammfluß«), neben dem Ohio der bedeutendste Nebenfluß des Mississippi, entsteht aus den drei Quellflüssen Jefferson, Madison und Gallatin, die sich bei den Three Forks, 1220 m ü. M., unterhalb Gallatin in Montana vereinigen, und von denen der Jefferson, von den Bitterroot Mountains, der stattlichste ist, während der Madison (als Firehole River) gutenteils von den heißen Springquellen des Yellowstoneparks gespeist wird. Der vereinigte M. durchbricht die Big Belt Mountains in den sogen. Gates, Schluchten, in denen er, auf eine Breite von 130 m eingeengt, zwischen 300 m hoch senkrecht aufsteigenden Felswänden 10 km weit dahinstürzt. 90 km unterhalb dieses Durchbruchs, 217 km von den Three Forks, bildet er dann seine Großen Fälle, in denen er auf einer Strecke von 20 km, bei 320 m Breite, 156 m Gefälle entwickelt (in den Black Eagle Falls 9 m, Colters Falls 2 m, Rainbow Falls 14 m, Crooked Falls 6 m, Great Falls 27 m). Unterhalb Fort Benton, wo seine Schiffbarkeit beginnt, ändert er vor den Bearpaw Mountains seine bis dahin nordöstliche Laufrichtung in eine östliche, bis er nach seiner Vereinigung mit dem Milk River (von links) und Yellowstonefluß (von rechts) seine südöstliche Hauptrichtung gewinnt, die er auf seinem Prärielaufe durch die beiden Dakotas und auf der Grenze von Nebraska und Kansas gegen Iowa und Missouri behält. Bei Kansas City erfolgt dann unter dem Einfluß der Ozarkhebung eine Wendung gegen OSO. und 530 km weiter, bei St. Charles, 122 m ü. M., die Einmündung in den Mississippi, den der M. in Lauflänge (von Three Forks ab 3765 km) und Stromgebiet (1,370,000 qkm) sehr bedeutend übertrifft, in der Wasserführung (durchschnittlich 2600 cbm in der Sekunde gegen 3350 cbm beim Mississippi) sowie in der Kulturbedeutung aber nicht erreicht. In seinem ganzen Prärielauf, in dem er auf der 2775 km langen Strecke unterhalb der Milk-Rivermündung noch ein Gesamtgefälle von 495 m (etwa 18: 100,000) überwindet, ist er noch ein sehr wilder Strom, mit stark wechselndem Wasserstande (bei Kansas City noch um 12 m), langer Eisdecke im Winter und furchtbaren Eisgängen im Frühjahr sowie öfters auch mit verheerenden Sommerfluten (Kansas City-Flut im Juni 1903 mit 25 Mill. Doll. Schaden), wobei er allerwärts zu Uferzerreißungen und Laufänderungen neigt und seine Uferstädte vielfach schwer bedroht. Die Nebenflüsse, die ihm in der Prärie noch zufließen (Little Missouri, Cheyenne, Niobrara, Platte, Kansas, Osage und Gasconade von rechts, James und Big Sioux River von links), sind ihm im Charakter ähnlich und im Spätsommer und Herbst meist wasserarm bis zum Austrocknen. Um die Schiffbarkeit des M. ist es schlecht bestellt. Bereits 1819 erreichte zwar das erste Dampfboot von St. Louis her Council Bluffs, 1832 die Yellowstonemündung, und 1859–1879 verkehrte in den Monaten Mai bis Juli eine ganze Anzahl Dampfer (1869: 42) bis Fort Benton. Es geschah dies aber unter schlimmen Wechselfällen, und im Zeitalter der Eisenbahnen hat der Stromverkehr selbst zwischen St. Louis und Kansas City gänzlich aufgehört. 1899 wurden zwischen Kansas City und Sioux City vergeblich Fahrten versucht, und zurzeit gibt es eigentlich nur noch Fährverkehr auf dem M. Im Strombett modern aber an 300 untergegangene Dampfer. Vgl. Brower, The M. River and its utmost source (St. Paul 1897); H. M. Chittenden, History of the early steamboat navigation on M. River (New York 1903, 2 Bde.).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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