Monokotyledōnen


Monokotyledōnen

Monokotyledōnen (Monokotylen, Spitzkeimer, einsamenlappige Pflanzen, auch Akroblasten), Abteilung des Pflanzenreichs, im Gegensatz zu den Dikotyledonen diejenigen Angiospermen umfassend, deren Keimling nur einen einzigen Samenlappen (Kotyledon) besitzt. Außerdem unterscheiden sie sich von den Dikotyledonen in folgenden Merkmalen. Der unterirdische Stengel ist nicht selten als Zwiebel oder Knolle entwickelt. Die Blätter sind ohne Nebenblätter, meist ungeteilt und in der Regel mit parallelen oder bogenförmig laufenden, selten mit netzartigen Nerven versehen. Auf dem Querschnitt des Stengels stehen die geschlossenen Gefäßbündel nicht in einem Kreis, wie bei den Dikotyledonen, sondern unregelmäßig zerstreut; der Stengel ist daher auch eines peripherisch fortschreitenden, dauernden Dickenwachstums unter Bildung eines Holzkörpers mit konzentrischen Jahresringen nicht fähig, worauf Endlichers Bezeichnung der M. als Endogenen (Endogenae) sich bezieht. Daher tritt auch die eigentliche Baumform hier nur in wenigen Fällen auf. Die Blüten zeigen in der Zahl der Glieder ihrer Blattkreise vorherrschend die Dreizahl. Wo die Blütenhülle nicht fehlt, ist sie meistens als Perigon entwickelt. Die M. zerfallen in die Ordnungen der Liliifloren, Spadizifloren, Glumifloren, Scitamineen, Gynandren und Helobien. Entgegen der früher herrschenden Ansicht, daß die M. in der Erdgeschichte als Vorläufer der Dikotyledonen aufgetreten seien, sind fossile Reste von M., namentlich Najadazeen und Typhazeen, mit Sicherheit erst in der Kreide nachgewiesen worden. Im Tertiär entwickeln besonders die Palmen einen bedeutenden Formenreichtum, selbst in Gegenden, wo heute keine Palmen mehr gedeihen. Auch Helobien und Liliifloren sind bereits aus dem Eocän bekannt. Es ist danach anzunehmen, daß M. und Dikotyledonen sich seit der spätern mesozoischen Zeit unabhängig nebeneinander entwickelt haben.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Monokotyledonen — (einsamenlappige Pflanzen, Spitzkeimer), Abtheilung der phanerogamischen Pflanzen, durch eigenthümliche Bildung des Embryo (Keimlings) charakterisirt, der als ein kleines, ungetheiltes Körperchen, gewöhnlich von Eiweiß umgeben, selten ohne dieses …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Monokotyledonen — Monokotyledōnen oder Monokotȳlen, einsamenlappige Pflanzen, Gewächse, deren meist kleiner Keim (Embryo) nur einen einzigen Samenlappen (Kotyledon) hat [Tafel: Botanik II, 32]. Die Stammorgane der M. sind oft als Rhizome, Knollen oder Zwiebeln… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Monokotyledonen — Monokotyledonen, Pflanzen, die nur mit einem Samenlappen keimen z.B. Gräser, Kolbenpflanzen, Lilien, Najaden, Orchideen, Bananen, Palmen …   Herders Conversations-Lexikon

  • Monokotyledonen — Monokotyledonen,   die Einkeimblättrigen.   …   Universal-Lexikon

  • Monokotyledonen — Frühlings Krokus (Crocus vernus subsp. albiflorus) Die Monokotyledonen oder Einkeimblättrigen sind eine der großen Gruppen der Bedecktsamer. Sie sind seit langem als natürliche Verwandtschaftsgruppe erkannt. Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Dikotyledonen — (Dicotyledōnes, Dikotylen, zweisamenlappige Pflanzen, Blattkeimer), eine zuerst von Jussieu aufgestellte, den Gegensatz zu den Monokotyledonen bildende Abteilung der bedecktsamigen Blütenpflanzen. Der im Samen enthaltene und bei der Keimung… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Systematik der Bedecktsamer nach APG — Diese Systematik ist in der Wikipedia inzwischen abgelöst von der Systematik der Bedecktsamer nach „Strasburger“ und der „Angiosperm Phylogeny Group“ und hat als solches nur mehr dokumentarischen Wert. Bei allen Fragen bezüglich der taxonomischen …   Deutsch Wikipedia

  • Systematik der bedecktsamigen Pflanzen nach APG — Diese Systematik ist in der Wikipedia inzwischen abgelöst von der Systematik der Bedecktsamer nach „Strasburger“ und der „Angiosperm Phylogeny Group“ und hat als solches nur mehr dokumentarischen Wert. Bei allen Fragen bezüglich der taxonomischen …   Deutsch Wikipedia

  • Xylan — Xylane sind pflanzliche Heteropolysaccharide und gehören zu den Hemicellulosen (Polyosen), ihre Hauptwiederholungseinheit (Monomereinheit) ist die Xylose. Inhaltsverzeichnis 1 Xylane als Polysaccharide von Pflanzen 2 Vorkommen von Xylanen 3… …   Deutsch Wikipedia

  • Xylane — Strukturformel Allgemeines Name Xylan CAS Nummer …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.