Iön

IÖN, ónis, Gr. ἸἼων, ωνος, ( Tab. XXV.) des Xuthus und der Kreusa, einer Tochter des Erechtheus, Sohn, Apollod. l. I. c. 7. §. 2. Er dienete diesem seinem Großvater in dem Kriege wider die Eleusinier, als atheniensischer Feldherr und schlug deren Anführer, Eumolpus. Pausan. Corinth. c. 14. p. 110. Dadurch gewann er die Hochachtung der Athenienser so sehr, daß sie ihn zu ihrem Oberhaupte erwähleten. Strabo l. VIII. p. 383. Conon Narrat. c. 28. Er theilete das Volk auch in vier Zünfte, als Ackersleute, Handwerker, Priester und Hüter. Strabo l. c. Ordentlicher Weise aber findet man seinen Namen unter den atheniensischen Königen nicht; daher man schließt, daß er sich gegen seine Schwäger nicht habe behaupten können. Ban. Erl. der Götterl. IV B. 266 S. Schon vorher hatte ihn der König der Aegialenser, Selinus, den er bekriegen wollte, seine Tochter, Helice, versprochen, und ihn zu seinem Sohne angenommen, da er denn dessen gesammtes Königreich erhielt. Er erbauete, dieser Gemahlinn zu Ehren, die Stadt Helice, seine Unterthanen aber nannte er von sich Jones. Pausan. Ach. c. 1. p. 396. Da er nun in Attika das Beste des Landes besorgete, so starb er daselbst, und war sein Grab in der Curia Potamo zu sehen. Id. ib. p. 397. & Att. c. 31. p. 59. Man vermenget ihn fälschlich mit dem Janus, Aur. Vict. de O. G. R. c. 2. desgleichen mit noch einem ältern Ion, welcher Javan gewesen, und von welchem so wohl Griechenland selbst in der heil. Schrift Javan genannt wird, Ezech. XXVII. v. 13. als auch die Griechen eigentlich den Namen Jones bekommen haben sollen. Lœscher. Ion. p. 47. Abel Hist. Mon l. II. c. 1. §. 2. Nach der Fabel, welche den si Inhalt einer Tragödie des Euripides ausmachet, die wir noch von ihm haben, hatte sich Kreusa vom Apollo verführen lassen, und brachte wider ihres Vaters Wissen diesen Ion zur Welt, den sie in ein Kästchen that und mit ein nigen Kleinodien, von ihr in die Höhle wegsetzete, wo sie mit dem Apollo zusammen gekommen war. Dieser bath den Mercur, daß er ihn nach dem Tempel zu Delph bringen möchte, wo ihn die Priesterinn erzog, ohne zu wissen, wessen Kind er war. Indessen hatte seine Mutter den Xuthus geheurathet und, Apollo war Willens, ihn für dessen wirklichen Sohn halten zu lassen. Euripid. Ion. v. 10. 70. Als solcher daher keine Kinder mit der Kreusa zeugete und das Orakel deswegen befragete, so erhielt er zur Antwort: der erste, der ihm begegnete, wenn er aus dem Tempel käme, wäre sein Sohn. Ib. 534. Vor Freuden, einen Sohn zu finden, vergaß er, zu fragen, von welcher Person er solchen hätte: er erinnerte sich; aber, daß er vor seiner Vermählung bey einer Reise nach Delph an einem Bacchusfeste einen Liebeshandel gehabt. Ib. 550. Er gieng den Augenblick aus dem Tempel und traf diesen jungen Menschen gleich an, welcher Schatzmeister des selben war. Ib. 54. Sein Alter kam ungefähr mit der Zeit des Liebeshandels des Xuthus überein, und Xuthus nannte ihn so gleich seinen Sohn, gab ihm auch den Namen, Ion, weil er ihm, da er aus dem Tempel gegangen, ἐξιόντι, am ersten begegnet sey. Ib. 660. Indessen ward Kreusa über diese Annehmung unwillig und glaubete, das wäre eine verabredete List, um nur den Sohn einer geliebten Sklavinn auf den Thron der Erechthiden zu setzen. Ib. 820. Sie nahm sich also vor, ihn durch ihren Vertrauten zu vergeben. Ib. 1035. Ion war eben, da man ihm den Gifttrank reichete, bey einem Gastmahle wegen seiner neuen Geburt. Anstatt daß er ihn also hätte trinken sollen, vergoß er solchen für die Götter. Von ungefähr befand sich eine Taube da, welche davon soff und so gleich die Wirkungen des Giftes zeigete und starb. Der Schenk wurde ergriffen und bekannte auf Kreusen, welche verurtheilet wurde, gesteiniget zu werden. Ib. 1180.–1225. Auf diese Nachricht floh Kreusa zu dem Altare des Apollo, wovon Ion sie wegreißen wollte. Ib. 1275. Indem kam die Priesterinn, welche ihn vordem in der Halle si des Tempels gefunden und erzogen hatte, dazu, und brachte ihm das Kästchen, worinnen er gelegen, nebst den beygefügten Kleinodin, die ihm dienen könnten, seine Mutter ausfündig zu machen. Ib. 1355. So bald Kreusa das Kästchen sieht, erkennet sie es und nennet ihn ihren Sohn, bewahret es auch durch Anzeige derer Dinge, die darinnen liegen müssen. Ib. 1436. Da sie ihm aber den Apollo zu seinem Vater angiebt, so will er es erst nicht glauben. Doch Minerva bestätiget es und räth, den Xuthus nichts davon wissen zu lassen, daß er nicht sein Sohn sey, zumal sie noch mit ihm den Dorus und Achäus bekommen werde, von welchen allen eigene Völker ihren Namen erhalten sollen. Ib. 1605.


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