Muskatnüsse


Muskatnüsse

Muskatnüsse (Nuces moschatae), rundliche, dichte, schwere, ölige, äußerlich weißgraue od. bräunliche, unregelmäßig gefurchte, sehr stark riechende u. schmeckende Kerne von Myristica moschata; müssen mehr klein u. rund, als länglich, nicht wurmstichig u. leicht sein, mit einer heißen Nadel durchstochen ein gelbliches Öl ausschwitzen; enthalten fettes u. ätherisches Öl (s. Muskatbalsam, Muskatöl), werden in der Küche, auf Reibeisen gerieben, als Gewürz, auch pharmaceutisch in Pulverform, als reizendes u. magenstärkendes Mittel, wie auch zu der Bereitung der Muscattinctur u. als Zusatz zu mehren inneren u. äußeren Arzneien gebraucht. Die Molukkischen Inseln, bes. Banda, sind das Vaterland der M.; doch erhalten wir sie auch aus Neu-Guinea, von der Insel Borneo u. einigen anderen Gegenden. Früher waren die Holländer im alleinigen Besitz dieses Handels, allein jetzt wetteifern England u. Frankreich mit ihnen; Erstere pflanzten sie auf Balambangam u. Letztere auf Isle de France u. Mahé an. Man theilt die M. in drei Sorten: seine Sorte, Sortenwaare u. Rump- od. Rompnüsse. In Ostindien werden auch die noch unreifen M., wie bei uns die Welschen Nüsse, in Zucker eingemacht, od. in Salz eingelegt. Die Nüsse werden dreimal jährlich geerntet. Man unterscheidet sogenannte männliche od. wilde M. (Muscade. mâle), sie sind größer u. rühren von wildwachsenden Bäumen her, sind länglich elliptisch, bis 2 Zoll lang, schwach riechend, leicht u. daher niedrig im Preise stehend, da sie zumal auch leichter von Würmern angefressen werden; weibliche od. zahme M. (M. femelle), die allein bei uns in den Handel kommen, sind mehr kugelig, auf den hervorstehenden Runzeln röthlichgrau, in den Vertiefungen aschgrau; sie lassen sich mit dem Messer schaben, sind ölig, von stark gewürzhaftem Geruche u. Geschmacke. Gute Nüsse müssen schwer, ohne Wurmstiche u. gehörig voll sein. Die Versendung geschieht in Säcken, die Aufbewahrung in gut verschlossenen Gefäßen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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