Batāten


Batāten

Batāten, Wurzeln der Batatenwinde (Convolvulus Batatas L., Batatas edulis), ein in Südamerika einheimisches, jetzt aber in allen heißen u. wärmeren Gegenden angepflanztes Windengewächs mit einer faserigen Wurzel, welche mehrere hängende fleischige, verschiedengestaltete, doch meist walzlich-spindelige, 1 Fuß lange, 2–3 Zoll dicke u. 1 Pfd. schwere, zuweilen mehrmals eingeschnürte, außen rothe, weiße od. gescheckte, innen weiße Wurzeln trägt. Diese Wurzel treibt nach allen Seiten hin sich ausbreitende Stängel, mit herzförmig eckigen, fast fünflappig geschnitzten Blättern u. Blüthenbüscheln mit fast 2 Zoll langen, innen purpurröthlichen, außen weißen Blumen mit 5 dunkleren Streifen. Ihre Cultur hört im Süden der Vereinigten Staaten von Nordamerika auf, in Portugal reicht sie bis 40–42° u. zu Gemüse wird ihr Bau sogar bis Paris versucht. Die Knollen sind nahrhaft, süßer als Kartoffeln u. nicht unangenehm schmeckend. Die B. war in Europa früher bekannt als die Kartoffel. Im 15. Jahrh. wurde sie durch Franz Drake u. John Hawkins nach England gebracht, wo sie jedoch im freien Lande nicht ausdauern wollte. Auch in Deutschland gedeiht sie bei angemessener Pflege. Die Knollen werden Ende März od. Anfangs April nahe zusammen in ein frisches Mistbeet 2 Zoll tief gelegt, die stärksten, 5–6 Zoll hohen Sprößlinge abgenommen u. in ein mäßig warmes Mistbeet gepflanzt u. die braungelben Setzlinge im Mai, wenn kein Frost mehr zu befürchten ist, ins freie, womöglich sandige, tief bearbeitete, im Herbst vorher gut gedüngte Land gesetzt. Die Lage muß sonnig u. so warm sein, daß der Wein gedeiht. Die Bearbeitung ist wie die der Kartoffeln, die Ernte im October, noch ehe Frost eintritt. Die Knollen werden bis 10 Zoll lang u. bis 1 Pfd. schwer.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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