Eisenspath

Eisenspath

Eisenspath (Spatheisenstein, Min.), krystallisirt in Rhomboëdern, deren Flächen convex od. concav gekrümmt sind; gewöhnlich kommt er eingesprengt, in derben, körnigen Massen von blättrigem, bisweilen etwas strahligem od. fasrigem Gefüge, gelblicher bis gelblichgrauer Farbe u. muschligem bis unebnem Bruch; er ist glas- od. perlmutterglänzend, seine Härte ist 3–4, sein specifisches Gewicht 3,6–3,9; besteht im Wesentlichen aus kohlensaurem Eisenoxydul mit Beimengungen von Manganoxydul u. Magnesia u. dient als vorzügliches Eisenerz bes. zur Gewinnung von Stahl. Man unterscheidet folgende Abarten des E-es: a) Spatheisenstein (Strahlstein, Eisenkalk, Pflinz, Flinz), theils in Krystallen, theils krystallinisch blättrige od. strahlige Massen bildend, derb, grob- od. feinkörnig, von gelblicher, röthlicher, grünlicher od. graulicher Farbe, an der Luft wird er dunkler; findet sich auf Erzgängen u. Lagern u. bildet oft selbst ausgedehnte Gänge u. Lager in älterem Gebirge; b) Sphärosiderit (Strahliger Sphärosiderit, Strahliger Braunkalk, Strahliger E.), bildet kuglige, nierenförmige od. traubige Aggregate von strahliger Textur, ist gelb, grau od. bräunlich; c) Thoniger Sphärosiderit, mit Thon vermengter E., der theils in kugligen, nierenförmigen od. knolligen Massen, meist mit schaliger Absonderung, theils in stetig fortgesetzten Lagen vorkommt; er ist häufig im Steinkohlengebirge; d) Kohleneisenstein, ein Gemeng von Sphärosiderit mit Kohle, ist schwarz u. ohne Glanz, sein specifisches Gewicht ist 2,9–2,9; er findet sich in dickschiefrigen Massen im Steinkohlengebirge bei Bochum.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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