La Vallière


La Vallière

La Vallière (spr. Lawalllähr), 1) François de la Baume le Blanc de L. V., Malteserritter u. französischer Minister, zeichnete sich bei mehren Belagerungen u. Schlachten aus u. fiel als Generallieutenant 1644; er schr.: Pratiques et maximes de la guerre u. Le général d'armée. 2) Louise Françoise de la Baume le Blanc Duchesse de L., geb. 1644 aus einer altadeligen Familie in der Touraine, war Ehrendame bei Henriette von England, Gemahlin Philipps von Orleans, des Bruders Ludwigs XIV., sah als solche Ludwig XIV. täglich, faßte die heftigste Neigung zu ihm u. ergab sich ihm 1665. Zwei Jahre lang wurde das Verhältniß zum König u. selbst eine Entbindung auf das Sorgsamste verborgen. Die L. bereute zwar ihre Schwäche, gestattete aber dessenungeachtet dem Könige neue Zusammenkünfte. Als das Verständniß später entdeckt wurde, legitimirte Ludwig XIV. ihre Tochter als Mademoiselle von Blois (später gebar sie noch drei Kinder, wovon zwei starben, der Graf von Vermandois aber auch legitimirt wurde), erklärte die L. öffentlich zur Favorite, schenkte ihr zwei Landgüter u. erhob sie zur Herzogin von la Vallière, stellte auch mehrere glänzende Feste ihr zu Ehren an, so das Carrousel, nach welchem der Place du Carrousel bei den Tuilerien noch jetzt den Namen führt. Als Ludwig XIV. sie zu vernachlässigen begann, verließ sie den Hof u. zog sich in das Kloster St. Marie de Chaillot zurück; aber der König führte sie an den Hof zurück, u. als derselbe die Moatespan um 1669 zur zweiten Maitresse erhob, legte es sich die L. Anfangs auf, in deren Nähe zu bleiben, ging aber 1671 wieder in ihr Kloster Zwar vertauschte siedasselbe nach einige Zeit nochmals mit Versailles, als aber alle Mittel, den König wieder zu gewinnen, erfolglos blieben, ging sie 1674 von Neuem ins Kloster u. ließ sich 1675 als Carmeliterin in Paris einkleiden. Die Königin u. die Herzogin von Orleans sahen sie oft. Sie starb den 6. Juni 1710 u. schr. angeblich: Réflexions sur le miséricorde de Dieu par une dame pénitente, Par. 1680, u. später herausgeg. von der Genlis, welche auch einen Roman Mademoiselle de L. schrieb. Vgl. Mémoires de Madame la Duchesse de L., Par. 1829, 2 Bde.; Quatremère de Rossy, Histoire de Madame de L., duchesse et carmélite, ebd. 1828. 3) Jean Florentin de L., geb. 1667, trat früh 1685 als Cadet in die Artillerie u. machte alle Campagnen in der letzten Zeit Ludwigs XIV. mit. 1713 befehligte er die Artillerie vor le Quesnoi u. wurde deshalb Brigadier. Mit der Reorganisation der französischen Artillerie beauftragt, führte er fünf Kaliber ein, war aber für die langen Kanonen u. calculirte zuerst die Wirkung des Pulvers in den Minen; er wurde 1719 Maréchal de Camp, 1720 Director der Artillerie u. später Generallieutenant, zeichnete sich 1733 in der Schlacht von Dettingen aus u. st. 1759. Er war der Schöpfer der französischen Artillerieschule. 4) Jos. Florent. Marquis de L., Sohn des Vor., geb. 1717 in Paris, trat in die Artillerie, war in der Schlacht von Dettingen einer seiner Adjutanten u. ersetzte bei der Belagerung von Freiburg seinen Vater; 1745 commandirte er en second die Artillerie in Flandern u. 1746 bei allen Belagerungen. Er folgte seinem Vater 1747 in der Direction der Militärschulen u. der Artillerie, trug zu der Einnahme von Bergen op Zoom viel bei, war 1748 mit vor Mastricht, wurde Generallieutenant 1755 Generaldirector des Geniecorps u. der Artillerie, befehligte im Siebenjährigen Kriege die Artillerie unter d'Etrées, Richelieu, Clermont u. Contades, retablirte 1761 u. 62 die spanische Artillerie, wofür er zum Marquis erhoben wurde, that dann dasselbe in Neapel u. st. 1776, in Ungnade gefallen. 5) Louis César de la Baume le Blanc de la L., der letzte männliche Sprößling seines Hauses, geb. 1708, gelehrter Bibliothekar; st. 1780; er gab die Bibliothèque du théâtre français, Par. 1767, 3 Bde., heraus; eine Übersicht der französischen Stücke, welche von den frühesten Zeiten bis zum Jahre 1767 gegeben wurden.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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