Labiaten


Labiaten

Labiaten (Labiatae), Lippen- od. Rachenblüthler, Pflanzenfamilie aus der Klasse der Nuculiferae, Blumenkrone unregelmäßig, meist rachenförmig, zwei od. vier meist paarweise stehende Staubgefäße, in letzterem Falle zwei länger als die anderen zwei, vier Fruchtknoten, ein Griffel mit zweispaltiger Narbe, Keimling ohne Eiweiß, mit den Würzelchen nach unten; Kräuter, Halbsträucher u. Sträucher, mit gegenüberstehenden od. quirlförmigen, oft vierkantigen Asten, entgegengesetzten, abwechselnden od. quirlförmigen, einfachen, ganzen od. getheilten Blättern, ohne Nebenblätter. Tribus I: Ocimoideae; Subtribus 1: Moschosmeae; Subtr. 2: Plectrantheae, Subtr. 3: Hyptideae, Subtr. 4: Nepeteae; Trib. II: Menthoideae; Subtr. 1: Pogostemeae, Subtr. 2: Elsholtzieae, Subtr 3: Mentheae, Subtr. 4: Meriandreae; Trib. III: Monardeae; Subtr. 1: Salvieae, Subtr. 2: Rosmarineae, Subtr. 3: Hormineae; Trib. IV: Satureineae, Subtr. 1: Origaneae, Subtr. 2: Hyssopeae, Subtr. 3: Cunileae; Trib. V: Melissinae; Trib. VI: Scutellarineae; Trib. VII: Prostanthereae; Trib. VIII: Nepeteae; Trib. IX: Stachydeae; Subtr. 1: Melitteae, Subtr. 2: Lamieae, Subtr. 3: Marrubieae, Subtr. 4: Balloteae; Trib. X:Prasieae, Trib. XI: Ajugoideae. Die L. sind in der Alten Welt häufiger, als in der Neuen, am häufigsten auf der nördlichen Halbinsel zwischen 40° u. 50° nördl Breite, bes. am Mittelmeere, nehmen an Zahl nach Pol u. Äquator zu ab, sind in der heißen Zone selten; sie scheinen den Kalk zu lieben; sie sind in den Blüthen u. unter der Oberhaut der grünen Theile reich an ätherischen Ölen, bes. kurz vor od. während der Blüthezeit, enthalten aber in Blumen u. Blüthen auch bittere Extractivstoffe u. bittere harzige Stoffe, doch so, daß die Öle nicht überwiegen, daher sind fast alle L. gewürzhafte od. gewürzhaftbittere Pflanzen. Viele dienen als Wohlgeruchsmittel, z.B. Lavandula vera De C., welche den Lavendelgeist u. das Lavendelöl liefert, andere als Gewürze, wie Satureia hortensis L., Lavandula basilicum L., Salvia officinalis L., Origanum majorana L., Thymus vulgaris L.; viele werden als nervenstärkende Arzneimittel äußerlich (in Bädern, Aufschlägen) od. innerlich (bes. als Thee) angewendet, wie vor allen Mentha, Thymus, Ocymum, Melissa, Salvia. Der Reichthum an bitteren Stoffen verleiht einigen (Cunila marina L., Teucrium flavum L., Stachys palutris L.) fieberwidrige Kräfte; die Wurzel von Betonica officinalis L. wirkt frisch purgirend, getrocknet emetisch; keine einzige Pflanze dieser Familie ist giftig. In technischer u. forstlicher Hinsicht sind die L. ohne Bedeutung, von nur geringer in ökonomischer Rücksicht, in den außer der Anwendung als Gewürze nur von einigen das junge Kraut als Gemüse gegessen wird.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Labĭaten — (Lippenblumen, Lippenblütler), dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Nuculiferen unter den Sympetalen, meist ausdauernde Kräuter und Halbsträucher, selten Bäume, von sehr übereinstimmendem Habitus. Die Stengel und Äste sind meist… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Labiaten — Labiāten, Lippenblütler (Labiātae), Pflanzenfamilie der Labiatifloren, über die ganze Erde verbreitet; die Blüten haben einen röhrenförmigen Kelch, eine zweilippige Blumenkrone und meist vier Staubgefäße …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Labiaten — Labiaten, in der Botanik die Lippenblütigen (Labiatae), natürliche Familie, meist mit 4eckigem Stengel, gegenüberstehenden oder quirlförmigen Blättern, Rachenblumen, nußartigem Samen auf fleischiger Unterlage; sind meistens wohlriechend (Salbei,… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Labiaten — La|bi|a|ten die (Plur.) <zu nlat. labiatus »lippenförmig«, dies zu lat. labium, vgl. ↑labial> Lippenblütler (Kräuter u. Sträucher mit meist zweilippiger Blütenkrone) …   Das große Fremdwörterbuch

  • Jussien — Jussienspr. Schüsslöh), 1) Antoine de J., geb. 1686 in Lyon, war Arzt u. st. 1758 als Professor am königlichen Garten in Paris; er schr. Mehreres über Botanik. 2) Bernard de J., Bruder des Vorigen, geb. 17. Aug. 1699 in Lyon; Arzt, wurde 1758… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Пейрич — (Johann Peyritcsh) ботаник, с 1879 г. профессор ботаники в Иннсбруке. Из сочинений известны следующие: Ueber Pelorien bei Labiaten (В., 1869, с 6 табл.), Ueber Pelorienbildungen (В., 1872, с 6 табл.), Zur Teratologie der Ovula (В., 1876, с 3 табл …   Энциклопедический словарь Ф.А. Брокгауза и И.А. Ефрона

  • George Bentham — (1800–1884). George Bentham (* 22. September 1800 in Stoke, Devon England; † 10. September 1884 in London) war ein britischer Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Benth.“ …   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte der Botanik (Zeitstrahl) — Die Zeittafel zur Geschichte der Botanik enthält Angaben zu verschiedenen Forschungsrichtungen dieses Fachs. Eingeschlossen ist auch die Mykologie, da diese zumindest früher zur Botanik gezählt wurde und noch heute an botanischen Instituten… …   Deutsch Wikipedia

  • Melisseen — Melisseen, nach Sprengel 3. Ordnung der Pflanzenfamilie der Labiaten, durch 2lippigen Kelch u. 4 fruchtbare Staubfäden ausgezeichnet.Gattungen: Melissa, Dracocephalum, Clinopodium, Thymus, Origanum, Melittis, Ocymum …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Melissinae — Melissinae, Tribus der Familie der Labiaten bei Endlicher …   Pierer's Universal-Lexikon


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