Schwelen

Schwelen, 1) ohne Flammen langsam verbrennen; 2) durch ein langsames Feuer etwas hervorbringen, namentlich Theer (s.d.), vgl. Pechsieden; 3) (Abbrennen, engl. Paring and burning), ein Verfahren zur Urbarmachung von Haideländereien. Die mit Haidekraut u. Gras bewachsenen Flächen werden erst mittelst eines Haideinstruments (Schälpflug) abgeschält (abgeplaggt), die Plaggen (s.d.) darauf zusammengesetzt, getrocknet u. dann zu Asche gebrannt, die Asche bei trocknem, windstillem Wetter über den Boden gestreut u. seicht untergepflügt. Diese Düngung ist jedoch für Getreidebau nicht lange nachhaltig; nach einigen Jahren verfällt der Boden wieder in Berasung. Das S. geschieht am meisten systematisch u. sorgfältig in England, doch wird es auch in Frankreich, Holland, dem nordwestlichen u. nördlichen Deutschland angewandt; dort ist es vorzugsweise die Veranlassung des Höhenrauchs (s.d.), vgl. Rasenbrennen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Schwelen — * Schwêlen, verb. reg. welches in doppelter Gestalt gebraucht wird, in beyden aber nur im Niederdeutschen, und höchstens in den gemeinen Sprecharten Ober Sachsens und Ober Deutschlandes üblich ist. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben,… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • schwelen — »ohne Flamme langsam brennen«: Das Verb wurde im 18. Jh. aus dem Niederd. ins Hochd. übernommen. Es geht zurück auf mnd. swelen »schwelen; dörren; Heu machen«, mit dem z. B. aengl. swelan »‹ver›brennen, sich entzünden« verwandt ist, und beruht… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Schwelen — Schwelen, Motten (schweizerisch), Verkokeln oder Glimmen ist die Bezeichnung für eine unvollständige Verbrennung bei ungenügender Sauerstoffzufuhr und daher niedriger Verbrennungstemperatur. Typische Fälle von Schwelbränden sind Formen des… …   Deutsch Wikipedia

  • schwelen — Vsw std. (18. Jh.) Stammwort. Ins Hochdeutsche übernommen aus ndd. swelen, mndd. swelen. Vergleichbar sind ae. swelan (Vst. ?) schwären , ahd. erswelan (Vst. ?) warm werden , ahd. swilizon brennen , ae. swǣlon versengen, verbrennen , anord. svæla …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Schwelen — Schwelen, eine trockene Destillation, bei der das Material einer unvollständigen Verbrennung unterliegt und dadurch die erforderliche hohe Temperatur hervorbringt. Man schwelt namentlich harzreiches Holz zur Teer und Rußgewinnung, doch heißt auch …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schwelen — Schwelen, s. Schweelerei …   Lexikon der gesamten Technik

  • Schwelen — Schwelen, durch langsames Feuer ein Kunstproduct darstellen z.B. Theer, Kohle etc. (davon Schwalm, Schwalmbach, Schwalch) …   Herders Conversations-Lexikon

  • schwelen — V. (Aufbaustufe) sehr langsam, ohne Flamme, aber mit sehr viel Rauch brennen Beispiel: Feuchtes Holz schwelt lange …   Extremes Deutsch

  • schwelen — schmoren; glimmen; rußen; qualmen; gluckern; blubbern; glucksen; brodeln * * * schwe|len [ ʃve:lən] <itr.; hat: langsam und ohne offene Flamme brennen: das Feuer schwelt unter der Asche. Syn …   Universal-Lexikon

  • schwelen — 1. brennen, flackern, glimmen, glühen, lodern; (geh. veraltet): flammen; (südd., schweiz.): motten. 2. brodeln, gären, kochen, kriseln, rumoren, sich zusammenbrauen, sich zuspitzen; (ugs.): brenzlig sein. * * *… …   Das Wörterbuch der Synonyme

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