Schwerin [1]

Schwerin, 1) war bis zum Westfälischen Frieden ein Theil des Großherzogthums Mecklenburg-Schwerin; in alten Zeiten Bisthum, mit eigenthümlicher Verfassung; 89 QM., 26,000 Ew.; Hauptort: Bützow; die Geschichte s.u. Mecklenburg; 2) Herzogthum S., (Mecklenburgischer Kreis), Kreis des Großherzogthums Mecklenburg-Schwerin, 123,49 QM. mit (1856:) 276,295 Ew. u. der Hauptstadt Schwerin; 3) (Fürstenthum S.), Kreis ebendaselbst, 13,66 ca QM. u. 22,076 Ew.; Hauptort Bützow; 4) Hauptstadt des Großherzogthums Mecklenburg-Schwerin, an der Westseite des Schweriner Sees u. an der Mecklenburgschen Eisenbahn, Residenz des Großherzogs, Sitz der obersten Landesbehörden im Collegienpalast; besteht aus der Altstadt (mit der Freiheit des Domcapitels u. der Vorstadt) u. der Neustadt; Schloß an der Stelle des von Wallenstein auf einer kleinen Insel des Sees 1629 erbauten[677] (mit Gemäldesammlung u. Park), dabei Erzstatue des Großherzogs Paul Friedrich (1849 errichtet), Gymnasium, mehre Paläste des Großherzogs, Domkirche (des ehemaligen Bisthums, aus dem Anfang des 15. Jahrh.), katholische Kirche, Synagoge, Karolinenstift, Waisenhaus, Hospital, Industrie-, Militär-, Armenschule, Irrenhaus, Thierarzneischule (mit Präparatensammlung), Verein für mecklenburgische Alterthumskunde mit Sammlungen (Antiquarium), Schullehrerseminar, Bibelgesellschaft, Münze, Arsenal, Marstall, Fabriken in Tuch, lackirten Waaren, Tabak, Branntweinbrennereien, Bierbrauereien u.a.; Volksfest jährlich im Mai auf dem Schelfwerder; Freimaurerloge: Harpokrates zur Morgenröthe; 21,750 Ew. S., ursprünglich Zwarin od. Swarin ist eine slawische Gründung u. soll von einem natürlichen Sohne des polnischen Königs Lech III. angelegt worden sein. Der oboiritische König Niklot zerstörte S.; Heinrich der Löwe gab es nebst der Umgebung um 1160 seinem Feldherrn Gunzelin als Grafschaft; Gunzelin baute die Stadt wieder auf u. residirte hier, s. Mecklenburg (Gesch.) S. 48. 1170 wurde auch das Bisthum von Mecklenburg unter Bischof Benno hierher verlegt, doch residirten die Bischöfe nicht hier, sondern in Bützow. Nach dem Tode des Bischofs Ulrich 1624, wurde kein Bischof wieder gewählt u. das Bisthum 1648 säcularisirt u. als Fürstenthum dem Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg übergeben. 1735 wurde S. von dem kaiserlichen Administrator, Herzog Christian Ludwig, eingenommen, s. ebd. S. 50. Vgl. S.u. seine Umgebung, Schwerin 1846; Beschreibung von S., Wismar 1857; Dehn, Chronik der Stadt S., Schwerin 1843. 5) (poln. Skwierzyna), Stadt im Kreise Birnbaum des preußischen Regierungsbezirks u. der Provinz Posen, an der Obra u. Wartha; Tuchwebereien, Handel; 5600 Ew.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Schwerin [1] — Schwerin, ein zum Großherzogtum Mecklenburg S. gehöriges Fürstentum, war ehemals Bistum, von Heinrich dem Löwen 1167 an Stelle des aufgehobenen Bistums Mecklenburg gegründet und dem Erzbistum Bremen unterstellt. Sein Sprengel umfaßte das Land… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schwerin [1] — Schwerin, Haupt und Residenzstadt des Großherzogthums Mecklenburg S., liegt am S.ersee, hat einen schönen Dom, Residenzschloß auf einer Insel, 19900 E., Gymnasium, Schullehrerseminar, einige Fabriken. – S. an der Warthe, preuß. posen sche Stadt,… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Liste der Mitglieder des Landtages (Freistaat Mecklenburg-Schwerin) (1. Wahlperiode) — Mitglieder des Landtages des Freistaates Mecklenburg Schwerin 1. Wahlperiode (1919–1920) | 2. Wahlperiode (1920–1921) | 3. Wahlperiode (1921–1924) | 4. Wahlperiode (1924–1926) | 5.… …   Deutsch Wikipedia

  • Schwerin — Bandera …   Wikipedia Español

  • Schwerin [2] — Schwerin, 1) Hauptstadt des Großherzogtums Mecklenburg S., im Kreis Mecklenburg oder Herzogtum S., das die größere Westhälfte des Landes umfaßt, in schöner Gegend zwischen der Westseite des Schweriner Sees und andern kleinern Seen, 38,4 m ü. M.,… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schwerin Hauptbahnhof — Empfangsgebäude und Bahnhofsvorplatz Daten Kategorie 3 …   Deutsch Wikipedia

  • Schwerin Hbf — Schwerin Hauptbahnhof Empfangsgebäude und Bahnhofsvorplatz Bahnhofsdaten Kategorie …   Deutsch Wikipedia

  • Schwerin — Schwerin …   Wikipédia en Français

  • Schwerin (Castrop-Rauxel) — Schwerin ist ein Ortsteil der Stadt Castrop Rauxel. 2005 lebten dort 6.672 Menschen. Geschichte Ursprünglich trug der Ort Schwerin den Namen Westhofen, eine in Westfalen übliche Bezeichnung für einen Ort, der westlich eines größeren Ortes lag. Er …   Deutsch Wikipedia

  • Schwerin (volley-ball feminin) — Schwerin (volley ball féminin) Le SC Scherin (ou SC Schweriner) est un club allemand de volley ball féminin fondé en 1955 à Schwerin, et qui évolue au plus haut niveau national (1. Bundesliga). Sommaire 1 Historique 2 Palmarès 3 Effectif de la… …   Wikipédia en Français

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”