Theodor

Theodor

Theodor (v. gr. Theodoros), männlicher Name u. Vorname, bedeutet den von Gott Gegebenen). I. Fürsten: A) Kaiser von Nikäa: 1) Th. Laskaris I. u. II., s. Laskaris 1) u. 2). B) Könige: a) von Abyssinien (Habesch): 2) Th. I. (Thadrusch) hieß eigentlich Kasau. war Ras von Gondar; er eroberte aber nach u. nach einen Theil von Habesch, stürzte den König Ubié von Tigre vom Throne u. ließ sich 1855 zum König (Kaiser) von Habesch ausrufen. Er ist Christ, sucht europäische Cultur im Lande zu verbreiten u. hat sich, trotz wiederholter Empörungsversuche im Lande (er sollte 1857 sogar umgebracht worden sein), bis jetzt (1863) auf dem Throne erhalten; s. Habesch S. 828. b) Fürsten [478] u. Könige von Armenien: 3) Th. I. (Thoros), im Anfang des 12. Jahrh. Herr eines Theils von Armenien, s.d. S. 728. 4) Th. II., Bruder u. Nachfolger Leos I., um 1140–1170, s. ebd. 5) Th. III., Sohn Leos III., folgte 1294 seinem Bruder Hayton II., welcher ihm die Regierung abtrat, u. wurde 1296 während seiner Abwesenheit in Constantinopel von seinem Bruder Sembat vom Throne gestoßen, s. ebd. S. 729. c) Von Corsica: 6) T. von Neuhof, geb. 1696 in Metz, war der Sohn eines bischöflich Münsterschen Hauptmanns. Sein Vater, ein aus der Grafschaft Mark gebürtiger Edelmann, ging, wegen der Heirath mit einer Bürgerlichen mit seiner Familie entzweit, in französische Dienste, wo ihm die nachmalige Marquise von Trevaux u. bald nach seinem Tode (er st. 1695) Th. geboren wurden. Durch den Grafen von Mortagne erhielt Th. eine Stelle als Page bei der Herzogin von Orleans; er wurde bald französischer Cavalleriehauptmann, nahm aber seinen Abschied u. lebte nun vom Spiel. Verschuldet verließ er Frankreich u. ging nach Schweden, wo er in dem Baron von Görz einen Beschützer fand u. von demselben bei dem spanischen Hofe gebraucht wurde. Hier Günstling des Cardinals Alberoni geworden, erhielt er dessen Vertrauen u. eine Anstellung als Oberst. Er vermählte sich mit einem Hoffräulein der Königin, entzweite sich aber mit ihr u. entwich deshalb 1729 wieder nach Frankreich. Hier wurde er ein Hauptwerkzeug Laws, verarmte aber bald, so daß er von den Unterstützungen seiner Schwester leben u. später flüchten mußte; er ging nun nach dem Haag. Nach der gewöhnlichen Erzählung studirte er auf dem Jesuitencollegium in Münster u. dann in Köln, tödtete dort im Duell einen jungen Mann aus einer der ersten Familien u. flüchtete deshalb nach dem Haag, wo er durch Vermittelung des dortigen spanischen Gesandten eine Lieutenantsstelle in einem spanischen, gegen die Mohren in Afrika bestimten Regimente erhielt. Nachdem er Hauptmann geworden war, gerieth er bei einem Ausfall aus der Festung Oran in Gefangenschaft der Mohren u. wurde von diesen an den Dey von Algier ausgeliefert, welchem er 18 Jahre als Dolmetscher diente; Von Algier aus zog er 1735 nach Corsica (s.d. S. 466), dessen er sich mit Hülfe des Deys von Algier bemächtigte; die Corsicaner, welche die Genuesen vertrieben hatten u. eine selbständige Regierung errichten wollten, wählten ihn 1736 zu ihrem König. Mehrmals von den Genuesen u. den Franzosen geschlagen, verließ er 1738 Corsica u. kam erst nach Holland, dann nach zwei mißlungenen Versuchen sich in Corsica wieder Anerkennung zu verschaffen, 1738 u. 1743, wendete er sich nach England. Hier Schulden halber verhaftet, saß er bis 1754 in Kingsbench. Walpole u. Garrick veranstalteten Sammlungen zu seinem Besten; er kam durch Accord mit seinen Gläubigern endlich los u. starb im December 1756; s. Corsica S. 466. C) Andere Fürsten: a) Kurfürst von Baiern: 7) Karl Th., s. Karl 114. b) Pfalzgraf von Sulzbach: 8) Th., Sohn Christ. Augusts, folgte 1708–1732, s.u. Pfalz S. 931. Andere Kirchenprälaten s. unter VI.

II. Heilige: 9) St. Th., ein geborener Syrer od. Armenier, trat als Christ in römische Kriegsdienste u. starb in der Christenverfolgung unter Maximinus u. Galerius den Märtyrertod auf dem Scheiterhaufen; sein geretteter Leichnam kam im 12. Jahrh. nach Brindisi, sein Kopf wird in Gaëta gezeigt; Tag: 9. Novbr., in der Griechischen Kirche der 17. Febr. Gregor von Nyssa schrieb eine Lobrede auf ihn. 10) Th., einer der Siebenschläfer, s.d.

III. Päpste.u. Bischöfe. A) Päpste: 11) Th. I., ein Grieche von Geburt, wurde 642 Papst, war ein heftiger Gegner der Monotheleten u. st. 649, s. Papst S. 637. 12) Th. II., Römer, 897 Papst, regierte nur 20 Tage, s. ebd. S. 640. B) Bischöfe von Wallis: 13) Th. I. Confessor, erster Bischof von Wallis, war 381 auf dem Concil zu Aquileja, wo er sich bes. durch seinen Eifer für die orthodoxe Lehre auszeichnete, brachte die Reliquien der Märtyrer der Thebaischen Legion nach Agaunum, wo er die erste Kirche im Lande erbaute, u. machte sich um die Christianisirung des Wallis verdient; er st. um 391. 14) Th. II., im Anfang des 6. Jahrh. 15) Th. III., soll zur Zeit Karls des Großen gelebt, mit diesem Kaiser in engem Verkehr gestanden u. von demselben die weltliche Oberherrlichkeit (Donatio Carolina) erhalten haben; doch wird seine Existenz, sowie diese Schenkung bezweifelt; auch die diesen drei als Heilige verehrten Bischöfen gewidmeten Tage werden verschieden angegeben.

IV. Griechische Künstler: 16) Th. aus Samos, Sohn des Rhökos, um 600 v. Chr., erfand mit seinem Vater die Kunst des Erzgießens in Formen. Mit seinem Bruder Telekles soll er getrennt eine Statue des Apollon gearbeitet haben, welche dann zusammen gestellt wurde. Er baute auch das Labyrinth zu Samos, half an der Skias zu Sparta u. legte den Grund zum Dianentempel in Ephesos; auch erfand er das Winkelmaß, die Bleiwage, die Drehbank u. verbesserte das Schloß. 17) Th. der Jüngere, aus Samos, in der Mitte des 6. Jahrh. v. Chr.; soll einen großen silbernen u. goldenen Krater, sowie den Ring des Polykrates verfertigt haben.

V. Staatsmänner: 18) Kyros Th. Prodromos, 439 v. Chr. Magister militiae in Afrika gegen Genserich, wurde 441 als Günstling der Kaiserin Eudoxia Präfect von Constantinopel, fiel aber in Ungnade; er nahm dann das Christenthum an u. wurde Bischof in Kotyäon. Er soll an der Bearbeitung der Heiligen Schrift in Hexametern, welche die Kaiserin Eudoxia unternahm, Theil gehabt haben. 19) Th., Geheimschreiber des Papstes Paschalis I.; ging 817 an der Spitze einer Gesandtschaft zu Ludwig dem Dicken, um den Papst dafür zu entschuldigen, daß er nicht auf dessen Zustimmung zur Erhebung auf den Päpstlichen Stuhl gewartet hatte. Nachmals aber fiel Th. bei dem Papst in Ungnade, weil er sich dem kaiserlichen Hause zu ergeben gezeigt u. Lotharn bei seiner Anwesenheit in Rom seine Dienste zugesagt hatte. Er wurde geblendet u. dann hingerichtet.

VI. Gelehrte u. Schriftsteller: 20) Th. Atheos, kyrenäischer Philosoph, daher Th. Cyrenaeus; lebte gegen 300 v. Chr. in Athen u. war Schüler des jüngeren Aristipp, des Skeptikers Pyrrhon, des Stoikers Zenon u. And. Er hielt (abweichend von seiner Schule) nicht das Vergnügen für das höchste Gut u. den Schmerz für das größte Übel, sondern erklärte Beides als vorübergehende Empfindungen für gleichgültig u. behauptete dagegen, daß die dauerhaften Zustände der Freude das Höchste des menschlichen Begehrens u. die des dauernden Schmerzes das höchste Ziel des Abscheues sein müßten; gut sei daher, was Freude bewirke (Klugheit, [479] Gerechtigkeit), bös, was Traurigkeit (Unklugheit, Ungerechtigkeit) zur Folge hätte. Aus diesem moralischen Indifferentismus folgte der religiöse, daß Th. das Dasein der Götter läugnete (daher auch Th. Atheos). Deshalb mußte er auch den Giftbecher trinken; nach And. wurde er aus Athen verbannt u. ging nach Alexandria zu Ptolemäos Lagi, welcher ihn dann als Gesandter zu Lysimachos nach Thracien schickte. Von seiner Schrift von den Göttern ist nichts übrig. Wegen seiner Abweichung von der Kyrenäischen Schule wird er als der Stifter einer neuen Schule angesehen, deren Anhänger Theodoreer heißen. 21) Th. Gadarenus, aus Gadara, griechischer Rhetor zur Zeit des Kaisers Augustus, stand einer Schule zu Rhodos vor; Schriften verloren; vgl. Piderit, De Theodoro Gad., 1842. 22) Flavius Mallius Th., Consul 399 n. Chr. unter Arcadius; Grammatiker; er schr.: De metris (zum Theil aus Terentianus Maurus entlehnt); herausgeg. von Heusinger, Wolfenb. 1755 u. Leyd. 1766, von Th. Gaisford. Oxf. 1837; vgl. Ruben, De vita Flavii M., herausgeg. von Grävius, Utr. 1694, u. Platner, Lpz. 1754. 23) Th. von Mopsu Hestia (Th. Mopsvestensis), geb. um 350 in Antiochien, Schüler des Rhetors Libanios u. des Philosophen Andragathlos, schloß sich dann dem Johannes Chrysostomus an u. wurde als Schüler des Diodoros zur Theologie geleitet u. Mönch; er verließ aber das Kloster wieder aus Liebe zur Hermione, zog sich jedoch auch wieder dahin zurück, wurde Presbyter in Antiochia u. 392 von Mopsu Hestia; er st. 428 (429). Er war eins der Häupter der Antiochenischen Schule u. einer der besten Exegeten u. Theologen seiner Zeit. Da er gleiche Meinung wie Pelagius hatte. so hielt manihn für den Urheber des Pelagianismus, ebenso auch für den Begründer des Nestorianischen Lehrbegriffs, da er sich gegen die Identität Gottes u. Jesu aussprach; auf dem fünften Ökumenischen Concil zu Constantinopel (533) wurde er als Ketzer verdammt. Seine exegetischen Schriften, in denen er die grammatischhistorische Erklärungsart anwendete, haben sich nur in Fragmenten erhalten; der Commentar über die 12 kleinen Propheten wurde herausgeg. von Ang. Mai in der Scriptorum veterum nova collectio, 1., 2. u. 6 Thl., u. in der Nova Patrum bibliotheca, 7. Thl.; von A. E. V. von Wegnern, Berl. 1834; die Fragmente der Commentare zum N. T. von Fritzsche, Zür. 1847; die latein. Übersetzung der Commentare zu den kleinen Paulinischen Briefen im 1. Bd. von Pitra's Spicil. Solesm.. u. von I. L. Jacobi, 1855–60; über Th. schrieb I. Chr. Meißner, Wittenb. 1844; Le Bret, Disquisitio de fragmentis Theodori Mopsvesteni, Tüb. 1790; Fritzsche, De Theodori Mopsuesteni vita et scriptis, Halle 1837. Mehre seiner Schriften wurden in das Syrische übersetzt. 24) Th. Anagnostes od. Lector, war um 525 Vorleser bei einer Kirche in Constantinopel u. schr.: Ηκλογὴ ἐκ τῶν ἐκκλησιαστικῶν ἱστοριῶν, Auszug aus Sokrates, Sozomenos u. Theodorus, unter dem Namen Tripartitum bekannt, geht von Constantinus bis zur Regierung des Kaisers Justinus des Älteren; das Werk selbst ist verloren u. nur erhalten in dem Auszug von Nikephoros Kallistos, herausgeg. von R. Stephanus, Par. 1544, u. von Reading, Cambr. 1720. 25) Th. Askidas, Anhänger des Origenes, war Aufseher eines Klosters in Palästina, ging nach Constantinopel u. wurde durch Verwendung der Kaiserin Theodora Bischof von Cäsarea; da die monophysitisch gesinnten Origenisten durch Concilienbeschluß verdammt worden waren, so suchten sie Wiedervergeltung gegen die Katholischen, u. Th. beredete den Kaiser Iustinianus die drei Capitel (vgl. Dreicapitelstreit) zu verdammen. Justinian erließ 544 das darauf bezügliche Edict. Daraus entstanden aber neue Streitigkeiten, u. der Papst that den Th. in den Bann, befreite ihn jedoch 552 wieder davon. 26) Th., geb. 602 in Tarsos, gebildet in Athen, ging nach Rom in ein Kloster. kam 664 mit Hadrian nach England u. wurde 669 Erzbischof von Canterbury, wo er den Grund zur dasigen Bibliothek legte. Er hielt 680 eine Synode zur Abwehrung des Eutychianismus, versöhnte die im Kriege entbrannten Brüder Elfried u. Ethelred u. st. 690. Er schr. ein Poenitentiale (das älteste in der Abendländischen Kirche), herausgeg. von I. Petitus, Par. 1677, 2 Bde.; Capitula ecclesiastica, in d'Achery's Spicilegium, 9. Bd. 27) Th. Abukara, Schüler des Johannes Damaskenos, im 8. Jahrh.; er sehr: Ηρωτήσεις καὶ ἀποκρίσεις zwischen einem Sarazenen u. einem Christen, welche Schrift im 11. Bd. der Pariser Ausgabe der Bibliotheca Patrum steht. 28) Th. Studites, geb. 759 in Constantinopel u. trat 781 in das Kloster Studion, dessen Vorsteher er 794 wurde; da er sich mißbilligend über die Verheirathung des Kaisers Constantinus Porphyrogenetes mit der Theodota (s.d.) ausgesprochen hatte, wurde er nach Thessalonike exilirt. 797 rief ihn Irene zurück, aber auf Befehl des Kaisers Nikephoros wurde er 806 auf eine Insel in Gewahrsam gebracht, weil er sich der Wiedereinsetzung des Priesters entgegenstellte, welcher jene illegitime Ehe eingesegnet hatte; auch von da rief ihn Michael Rhangabes, der Nachfolger des Nikephoros, 811 zurück, aber Leo der Armenier verbannte ihn als einen Vertheidiger der Bilderverehrer 814 von Neuem. Aus seiner Hast zu Metopon wurde er 819 nach Smyrna gebracht u. 821 vom Kaiser Michael dem Stammler freigegeben; er ließ sich auf der Insel Chalkis nieder u. starb 11. Novbr. 826. Ein Theil seiner Schriften, bestehend in Briefen, Gedichten u. ikonolatrischen Schriften, stehen im 5. Bd. von Sirmondis Werken. 29) Th. Daphnopates, Protonotarius in Constantinopel; er schr. eine (verlorene) Geschichte des Byzantinischen Reichs; seine Epanthismata aus Chrysostomos sind mitdessen Werken herausgegeben. 30) Th. Graptos, Zeitgenoß des Vor., war in Jerusalem geboren, studirte in dem Kloster des St. Saba u. wurde Presbyter daselbst; von dem Patriarchen Thomas um 818 nach Constantinopel zu Kaiser Leo dem Armenier geschickt, um den Bilderdienst zu vertheidigen, benahm er sich so ungemessen, daß ihn der Kaiser geißeln u. nach Pontus verweisen ließ; Gleiches widerfuhr ihm, da er nach seiner Zurückberufung seinen Ton in seiner Sache nicht änderte, von dem Nachfolger Leo's, bis er endlich nach Apamea in Bithynien verbannt wurde. Schriften von ihm in Combefis' Origines Constantinopol. 31) Th. (Kyros, Prodomosder Jüngere, auch Ptochoprodromos u. als Mönch Hilarion genannt), Mönch in Constantinopel, wahrscheinlich 1118–43, beschäftigte sich mit mehren Wissenschaften, bes. aber mit der Dichtkunst. In jambischen Versen schrieb er die Galeomyomachia (ein der Batrochomyomachia nachgebildetes, komisches griechisches [480] Epos über den Streit der Mäuse mit einer Katze, welche, von einem Balken erschlagen, den Mäusen den Sieg läßt, herausgeg. mit der Batrachomyomachie, einzeln von Sörgel, Rudolst. 1750, u. mit den homerischen Hymnen von Ilgen, Halle 1791); ferner die Liebesgeschichte des Dosikles u. der Rhodanthe (herausgeg. von Gaulmin, Par 1625); Ἀπόδημος φιλία (die verbannte Freundschaft, oft herausgeg., z.B. von H. Erard, Lpz. 1598; M. Maittaire in Miscellanea graecorum aliquorum carm., Lond. 1722; Dübner, Par. 1846); Epigramme od. Tetrasticha zu den Büchern des A. u. N. T., griech. u. lat. von Souvigny, 1632; u. viele rhetorische Werke, in verschiedenen Sammlungen herausgegeben. 32) Th. Balsamon, geb. in Constantinopel, war Anfangs Diakonus an der Sophienkirche daselbst, Nomo- u. Chartophylax u. wurde 1193 Patriarch zu Antiochia; er starb um 1200 u. schr. u.a.: Erklärung des Nomokanon u. Syntagma des Photios (herausgeg. von Justell, Par. 1615 u. 1620, Oxf. 1672, Fol.), der Canones Apostolorum u. der sieben Ökumenischen Concilien (herausgeg. ebd. 1672, Fol.); veranstaltete auch eine Sammlung der kaiserlichen Befehle, französisch Par.1661, Fol. 33) Th. Meliteniotas, Astronom im 13. Jahrh.; von seiner Schrift ist der Anfang gedruckt im 10. Bde. von Fabricius Biblioth. graeca. 34) T. Metochites, gelehrter, beim Kaiser Andronikos in großem Ansehen stehender Grieche, welcher nach mannigfaltigen Schicksalen als Mönch 1332 starb; er schr. eine Geschichte von Jul. Cäsar bis Constantin dem Großen, von Meursius herausgegeben; eine Paraphrase der Physika des Aristoteles, herausgeg. von Gentianus Hervetus; Υπομνηματισμοὶ καὶ σημειώσεις γνωμικαί, herausgeg. von Bloch, Kopenh. 1790; Miscellanea historica et philos.,herausgeg. von Müller u. Kießling, Lpz. 1821; Über die Staatsverfassung der Kyrenäer, herausgeg. von Orelli, 1811; Der Staat der Carthager, herausgeg. von Kluge, 1824; Über die Griechische Sprache in Ägypten, herausgeg. von A. Mai, Rom 1827. 35) Th., ein Kreter, lebte wahrscheinlich im 14. Jahrh.; er schr. (93) Briefe, herausgeg. von La Porte du Thail, im 5. u. 6. Bd. der Notices et extraits des mss. de la biblioth. imper. du roi de France, u. (6) Reden, im 3. Thle. von Boissonades Anecdota graeca. 36) Th. Egelhusius, Mönch, aus Einebeck gebürtig; er st. 1434 u. schr.: Chronicon, 1494. 37) Th. Gaza, geb. 1398 in Thessalonich; floh 1453 bei Eroberung von Constantinopel nach Italien, erhielt durch Bessarion eine geistliche Pfründe in Calabrien u. st. 1478 in Rom. Er schr.: Περὶ μηνῶν, herausgeg. von D. Petavius, Par. 1630; eine griechische Grammatik (Ηἰσαγωγὴ γραμματική), Vened. 1495, Fol., Flor. 1525 u. ö.; dazu Commentar von Daniel, Wien 1804; Περὶ ἀρχαιογονίας Τούρκων in Leo Allatius Symmikta, u. übersetzte aus dem Griechischen ins Lateinische mehre Schriften des Aristoteles, Theophrasts Geschichte der Pflanzen u. des Hippokrates Aphorismen, sowie ins Griechische Ciceros Somnium Scipionis u. De senectute, u.a.m.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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