Majestätsbrief


Majestätsbrief

Majestätsbrief, vom Kaiser Rudolf II. den Augsburger Confessionsverwanten in Böhmen den 12. Juli 1609 abgedrungene Gnadenacte, sicherte den königlichen Städten u. den böhmischen Ständen (nicht aber den übrigen Unterthanen) freie Ausübung der Religion; daher verboten mehrere geistliche Stände ihren Mediatuntenhanen die Besuchung protestantischer Kirchen u. schlossen sie. In Folge hiervon widersetzten sich die protestantischen Stände der Successionszusicherung des den Evangelischen feindlichen, an dieser Schließung der Kirchen Theil habenden Ferdinands II. Erzherzogs von Grätz, u. um sie dafür zu strafen, hob Kaiser Matthias 1618 jenen M. wieder auf u. veranlaßte so den Dreißigjährigen Krieg, Die Urkunde durchschnitt der Kaiser selbst nach der Schlacht am Weißen Berge am 10. Nov. 1620 mit einer Scheere; s.u. Dreißigjähriger Krieg I. u. II. Vgl. Der M., böhmisch u. deutsch, herausgegeben von I. Barrot, Görl. 1803; Gindely, Geschichte u. Ertheilung des M-s, Prag 1858.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Majestätsbrief — Majestätsbrief, die von Kaiser Rudolf II. 11. Juli 1609 den böhm. Protestanten verliehene Gnadenakte, durch deren Aufhebung 1618 Kaiser Matthias den Anstoß zum Dreißigjähr. Kriege gab. – Vgl. Gindely (1858) …   Kleines Konversations-Lexikon

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