Abnutzung [1]

Abnutzung der Eisenbahnschienen. Die regelmäßige Abnutzung erfolgt bei Schienen aus Flußstahl, wie sie seit längerer Zeit allgemein in Anwendung sind, durch allmähliches Abschleifen der Ober- und inneren Seitenfläche des Kopfes beim Hinüberrollen der Räder.

Die Größe der Abnutzung hängt ab vom Material der Schienen, von Neigungen und Krümmungen der Bahn, von Radlast und Geschwindigkeit, vom Zustande der Betriebsmittel, endlich von guter oder weniger guter Unterhaltung der Gleislage, die ihrerseits wieder von der Konstruktion und Bettung des Gleises beeinflußt wird. Wesentlich erhöht wird die Abnutzung durch Bremsen der Räder, also vor Bahnhöfen und auf steilem Gefälle. Um die durchschnittlichen Größen der auf 1 mm Abnutzungshöhe (-Ablaufhöhe) über die Schienen gerollten Bruttolasten bei verschiedenen Neigungsverhältnissen kennen zu lernen und daraus auf die Dauer der Schienen Schlüsse ziehen zu können, werden seit vielen Jahren sorgfältige Messungen der Abnutzung durch genaue Instrumente (Abnutzungsmesser) vorgenommen. Nach deren bisherigen Ergebnissen scheint für 1 mm Abnutzung bei mittleren bis günstigen Verhältnissen 10–20 Millionen Tonnen Bruttolast erforderlich zu sein; während diese Zahl mit wachsender Neigung erheblich herabsinkt, bei den für Hauptbahnen steilsten Neigungen von 25‰ und Krümmungen von 200 m Halbmesser sogar bis auf 2, ja 1 Million. Neben dieser regelmäßigen Abnutzung des Schienenkopfes kommen auch unregelmäßige Abnutzungen vor, so z.B. am Schienenfuß an den Befestigungsstellen, namentlich aber an den Anschlußflächen der Laichen für die Stoßverbindung (s. Oberbau), und diese Abnutzung führt bei den meisten Schienen voraussichtlich früher zur Auswechslung, bevor die mit 13–15 mm (auch wohl mehr) bemessene Ablaufhöhe der Schienen ausgenutzt ist. Endlich kommen auch plötzliche Aussprünge und vollständige Schienenbrüche vor, namentlich an[24] den Enden, wo die für die Laschenbolzen erforderlichen großen Durchlochungen und die eben besprochene Abnutzung der Entstehung weitergehender Sprünge und wirklicher Brüche Vorschub leisten. Um solche tunlichst zu vermeiden, werden Ausklinkungen des Schienenfußes, überhaupt alle nicht unbedingt notwendigen Schwächungen der Schiene, zumal rechteckige Löcher, durchaus vermieden. Auch darf das Material nicht zu spröde sein und müssen die Abmessungen quer zur Walzrichtung (Fußbreite) beschränkt werden, damit beim Walzen und Abkühlen keine gefährlichen Spannungen entstehen. Ebenso sind bei Bearbeitung (Lochung, Biegung) alle scharfen Stempel und harten Stöße zu vermeiden. Früher, bei Schienen aus weichem Schweißeisen, war solche Vorsicht weniger nötig, dagegen erfolgte die Abnutzung sehr rasch, namentlich durch Abblätterung des Kopfes, zufolge Lösung der Schweißfugen. Bei Stahlschienen beträgt die durch Brüche veranlaßte Beseitigung etwa 15% der Gesamtauswechslung. Unmittelbare Gefahr der Entgleisung pflegt durch Schienenbrüche nur selten einzutreten.

A. Goering.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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