Sprengtechnik [2]

Sprengtechnik ist die auf wissenschaftlich-praktischen Erfahrungen beruhende Lehre von der Lösung bezw. Zertrümmerung fester Massen mittels eines Sprengstoffes, vornehmlich zum Zwecke der Beseitigung etwaiger, den technischen Herstellungen aller Art entgegenstehender Hindernisse oder der Gewinnung von Baumaterialien. Sie erfährt zufolge der raschen Entwicklung auf technischen Gebieten eine stete Ausbildung. Die Fortschritte der Sprengtechnik kommen aber auch der Urbarmachung des Bodens (Kultursprengung) und dem großen, ganz speziellen Anwendungsbereiche für militärische Zwecke zugute.

Für den Erfolg einer Sprengarbeit sind die Anordnungen und die Art der Herstellung der Bohrlöcher (Hand- oder Maschinenarbeit) und der Minen, die Wahl und Anwendung der Sprengmittel, der verschiedenen Zündungen und Zündungsmittel, endlich die Bestimmung der Ladung und der Ladevorgang selbst von größter Bedeutung. Es ist daher notwendig, die namentlich mit Rücksicht auf die Erfahrungen im Erd-, Tunnel- und Bergbau eingeführten Neuerungen auf dem Gebiete der Spreng- und Bohrarbeit zu beachten [1]. Dasselbe gilt bezüglich der Sprengstoffe [2] im allgemeinen. Unter den Sprengarbeiten sind besonders hervorzuheben: Sprengungen von Erde und Bodengattungen aller Art, die in ihrer Ausführung außerordentlich von der Beschaffenheit des Materiales abhängig sind; Sprengungen zur Gewinnung von Bau- oder Werksteinen; Arbeiten zum Zwecke der Zerstörung von Eis, Holz, Mauerwerk (Beton und Betoneisen) und Eisenbestandteilen; Sprengen unter Wasser [3]. Für die Unfallverhütung bei Sprengarbeiten ist weitgehend vorzusorgen [4].


Literatur: [1] O. Guttmann, Handbuch der Sprengarbeit, Braunschweig 1906. – [2] Ders., 20 Jahre Fortschritte in Explosivstoffen, Berlin 1909. – R. Biedermann, Die Sprengstoffe, ihre Chemie und Technologie, Leipzig 1910. – [3] Näheres über Sprengarbeiten s. C. Dolezalek, Der Tunnelbau, Hannover 1896. – A. Birk, Der Wegebau (»Erd- und Straßenbau« 1904 und »Tunnelbau« 1911), Leipzig-Wien. – B. Zschokke, Sprengmittel und Sprengarbeit beim Bau des Simplontunnels (Vortrag), Zürich 1905. – O. Schneller, Maschinell betriebene Gesteinsbohrungen mit besonderer Berücksichtigung des Stollenvortriebes in Alpentunnels. Zeitschr. d. österr. Arch.- und Ing.-Ver. 1909. – A. Reich, Erdbau, Hannover 1907; endlich »Handbuch der Ingenieur-Wissensch.«, 4. Teil. »Die Baumaschinen« (Bd. 2) und 1. Teil, »Tunnelbau« (Bd. 5). – [4] W. Denker, Unfallverhütung bei Sprengarbeiten, Berlin 1907.

Steiner.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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