Balkensiele

Balkensiele nennt man die ausschließlich aus Holz gebauten Siele, deren vier Seiten aus zusammengefügten Balken gebildet sind, wogegen die übrigen Holzsiele (s. Siele) aus Bohlen bestehen, die gegen feste Gesperre genagelt werden, die nach innen vorspringen.

Die Balken der Decke und des Bodens der Balkensiele laufen quer zur Sielrichtung, die der Seitenwände parallel zu derselben. Man erzielt auf diese Weise durchaus glatte Sielwände, die den Abfluß des Wassers gegenüber den Ständersielen ungemein erleichtern. Die Bodenbalken von ungefähr 20 cm Stärke liegen auf zwei Langschwellen, um deren gegenseitige Lage zu sichern, währenddem Pfosten in Abständen von 1,5–2 m, die sich an der Außenseite der Siele befinden, mit den Längsbalken der Seitenwände verschraubt werden und zur gleichmäßigen Verteilung des Seitendruckes auf dieselben dienen. Die Balken der Decke haben je nach der Lichtweite der Siele Abmessungen von 20–35 cm und werden bei breiteren Sielen in der Mitte noch durch Unterzüge und Ständer unterstützt. Alle Balken stoßen bloß stumpf gegeneinander, sind aber auf ihren Berührungsflächen glattgehobelt und werden dort zur besseren Dichtung mit Teer bestrichen und mit feinerem Moos bestreut. Oft sind dieselben überdies durch eiserne Dübel verbunden und werden jedenfalls sorgfältig zusammengepaßt. Die Innenseite bleibt ungehobelt. Die Sohlen- und Deckenbalken, die den Anschlag für die Tore zu bilden haben, erhalten stärkere Abmessungen und springen gegen innen vor. Dieselben werden durch vertikale Ständer getragen, die ebenfalls um den Anschlag vorspringen und in die alle Seitenbalken eingeschnitten sind, weshalb oft die Streben wegfallen, welche die Torrahmen gegen den Druck der Tore stützen sollen. Die zwei Tore liegen meist am Beginn und am Ende des Hauptsieles. Wenn auch die Balkensiele nicht den nämlichen Widerstand gegen Durchbiegen bieten, wie die sogenannten Ständersiele, die wesentlich steifer sind, so stellt sich dagegen deren Erbauung und Unterhaltung billiger, weil die Arbeit einfacher ist, währenddem die Menge des zu verwendenden Holzes die nämliche bleibt wie bei den andern Holzsielen. Die Dauer gilt im allgemeinen mit Rücksicht auf die stärkeren Holzabmessungen als größer [1], [2].


Literatur: (1) Hagen, Handbuch der Wasserbaukunst, Berlin 1869, 3. Teil: Bau am Meere. – [2] Handbuch der Ingenieurwissenschaften, Teil 3, Bd. 2, Leipzig 1903.

Zschokke.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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