Dachschalung

Dachschalung

Dachschalung hat den Zweck, die Dacheindeckung aufzunehmen, was vornehmlich bei der Deckung mit deutschem Schiefer, Metallblech, Dachpappe, Holzzement u.s.w. nötig ist.

Man unterscheidet die äußere und die innere Schalung. Die äußere Schalung besteht aus 2,5–3,0 cm starken, am besten 14–18 cm breiten Brettern, die einfach nur gefugt sind, d.h. stumpf und nicht zu dicht aneinander flößen wegen Ausdehnung und Werfen der Bretter.

Die Schalbretter liegen bei den gewöhnlichen Dächern auf den Dachsparren auf und laufen parallel mit dem Dachsaum. Bei den Dächern mit liegenden Sparren liegen sie auf diesen, und zwar so, daß die Fugen vom First zum Dachsaum laufen. In neuerer Zeit ist es üblich, bei Schieferdächern eine Zwischenlage aus Dachpappe anzuordnen, wodurch größere Dichthaltung erzielt wird. In Frankreich werden für Metalldächer zur Schalung nur ausgelaugte Hölzer und doppelte Schalung verwendet und zudem als Zwischenlage ein geöltes glattes Papier, um die schädliche Einwirkung der Holzsäfte auf das Metall zu verhindern. Die innere Dachschalung kann entweder aus Gründen der Zweckmäßigkeit – um z.B. den Dachraum warm zu halten u.s.w. – oder als Dekoration angewendet werden. Dem ersten Zweck, dem der Zweckmäßigkeit, dient bei den Sheddächern die Innenschalung, um den Wärmeausgleich zwischen Außen- und Innenluft und die damit verbundene Verdichtung des Wasserdunstes mit ihren schädlichen Folgen zu verhindern. Dem zweiten Zweck, dem der Schönheit, dient die innere Dachschalung bei gewissen Kirchendächern (besonders bei den Basiliken). Man kann da zwei Hauptformen unterscheiden. Bei der einen Art schließt sich die Schalung unmittelbar an das Dachgespärre an, läßt aber die Dachkonstruktion frei. Hier kommt manchmal zwischen Außen- und Innenschalung noch eine Zwischenschalung vor (Fig. 1 und 1a). Bei der zweiten Art ist die Schalung unterhalb der Dachkonstruktion und nur mittelbar mit ihr im Zusammenhang. In diesem Falle kann die Schalung – bezw. die Decke – horizontal, schief oder auch gekrümmt (als Gewölbe-Imitation) ausgeführt sein (Fig. 2 und 2a). In beiden Fällen kann die Innenschalung mehr oder weniger reich dekoriert fein; besonders häufig wird die Kassettierung angewendet.


Literatur: Gottgetreu, Lehrbuch der Hochbaukonstruktionen, Teil 2, Holzkonstruktionen, Berlin 1882, S. 252–259; Semper, G., Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten Bd. 2, 154 ff., Frankfurt 1860.

Weinbrenner.

Fig. 1., Fig. 1a.
Fig. 1., Fig. 1a.
Fig. 2., Fig. 2a.
Fig. 2., Fig. 2a.

http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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