Albert-Galvanos

Albert-Galvanos (Albert-Fischer-Galvanos), mittels besonderer, von E. Albert in München und Fischer in Berlin ausgearbeiteten Verfahren hergestellte galvanische Kopien von Originalhochdruckformen (vgl. Elektrotypie, Bd. 3, S. 426).

Die zu vervielfältigenden Originalformen werden nicht in Wachs- oder Guttaperchatafeln, sondern unmittelbar in leitendes Weichmetall abgeformt. Dies bietet den Vorteil größter Genauigkeit der Abformung und Ersparung des sonst notwendigen Leitendmachen durch langes, mit enormer Schmutzentwicklung verbundenes Aufbürsten von Graphit; endlich gestattet es die Verwendung heißer Elektrolyte und starker Spannung. Allerdings kann hier nicht, wie bei Wachs oder Guttapercha, die Form einfach in eine aufgelegte, sorgfältig glattgeschabte Bleiplatte eingeprägt werden. Während nämlich die außerordentlich formbare Harz- oder Wachsplatte beim Einprägen zuerst die großen Vertiefungen in der Form ausfüllt und zuletzt erst die kleinsten, zeigt die Bleiplatte (trotz der bedeutenden Streck- und Hämmerbarkeit des Metalls) das Bestreben, nach dem zunächst erfolgenden Ausfüllen der seichten »Bunzen« (Vertiefungen) seitlich auszuweichen, statt in die großen Ausbuchtungen des abzuformenden Objekts einzugehen. Man erreicht nun das notwendige Durchbiegen der Bleiplatte über den großen Bunzen entweder durch Hinterkleidung der Weichmetallplatte mit einem elastischen Körper (Albert benutzt als[12] solchen eine Papierlage, die einerseits, genügend elastisch, sich zusammenpressen läßt und anderseits durch ihre Eigenspannung an den betreffenden Stellen eine Durchbiegung der Platte herbeiführt) oder durch Verwendung von Platten, die auf der Rückseite mit systematischen Einkerbungen, die dann vorn verdrängten Metall mehr oder weniger ausgefüllt werden, versehen sind (Riffelblei, von Fischer angewendet; durch den geschilderten Vorgang wird bei den Riffelplatten das seitliche Strecken und dadurch ein Abscheren der seinen Formdetails vermieden). Um den zur unmittelbaren Abformung in Weichmetall immerhin notwendigen enormen Druck leichter zu erreichen, versah Albert die hydraulischen Pressen zur Abprägung an Stelle der die ganze Form sonst deckenden Preßplatte mit einem Preßbalken, der überdies viele, je um 1/10 mm differierende Abstufungen besitzt. Dieser Balken ermöglicht es, die Form in rasch hintereinander erfolgenden Etappen streifenweise abzuprägen, wobei durch den »Nebendruck« der terrassenförmigen Abstufungen Druckansätze verhindert werden. – Anstatt der Riffelformplatten kann auch eine geriffelte Metallzwischenlage u.s.w. benutzt werden.

A.W. Unger.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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