Amyloid


Amyloid

Amyloid (Hydrocellulose). 1. Löst man Cellulose, z.B. Baumwolle, in konzentrierter Schwefelsäure, so wird durch einen baldigen Wasserzusatz eine Gallerte gefällt, die sich auf Zusatz von konzentrierter Schwefelsäure mit einer Jodlösung blau färbt, wie Stärke, in Wasser aufquillt, sich im Schweitzerschen Reagens – Lösung von Kupferoxydammoniak – auflöst und von verdünnten Mineralsäuren schon in der Kälte in Dextrin übergeführt wird. Diese Substanz hat man mit dem Namen Amyloid belegt.

Auf ihrer Entstehung beruht die Darstellung des Pergamentpapiers: ungeleimtes Papier geht rasch durch starke Schwefelsäure und wird dann durch Waschen von der anhängenden Säure befreit. Dadurch, daß sich durch diesen Prozeß die Oberfläche des Papiers in Amyloid umgewandelt hat, das die Poren zwischen den einzelnen Papierfasern verkittet, ist das Papier ungemein fest, widerstandsfähig und wenig durchlässig für Flüssigkeiten geworden.

[183] 2. Pflanzliches Amyloid. Amyloid wird ein in vielen Pflanzen vorkommender, als Reservestoff fungierender Zellwandbestandteil genannt, der sich z.B. in den Samen von Tropaeolum majus, Phoenix dactylifera findet und aus diesen Samen nach ihrer Entfettung durch Auskochen mit Wasser gewonnen wird. Es ist ein amorpher Körper, der in kaltem Wasser aufquillt, mit heißem eine schleimige Lösung und mit Jod eine schöne blaue Färbung gibt. Aus der wässerigen Lösung wird es durch Alkohol und Salze, wie Glaubersalz, schwefelsaures, phosphorsaures Ammoniak, als farblose, durchsichtige, voluminöse Gallerte gefällt. Es dreht stark nach rechts, wird durch Diastase nicht verändert, wohl aber durch Kochen mit verdünnter Schwefelsäure in Galaktose, Xylose und vielleicht etwas Glykose gespalten. Es ist löslich in Kupferoxydammoniak, liefert beim Kochen mit Salzsäure Furfurol und wird durch Salpetersäure zu Schleimsäure oxydiert.


Literatur: Beilstein, Handbuch der org. Chemie, 3. Aufl., Hamburg und Leipzig 1893, I. Teil, 1, S. 1077; 2, S. 1103; Schmidt, Lehrbuch der organ. Chemie, 1. Aufl., Braunschweig 1901.

Bujard.


http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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  • Amyloid — Am y*loid, Amyloidal Am y*loid al, a. [L. amylum starch + oid.] Resembling or containing amyl; starchlike. [1913 Webster] {Amyloid degeneration} (Med.), a diseased condition of various organs of the body, produced by the deposit of an albuminous… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Amyloid — Am y*loid ([a^]m [y^]*loid), n. 1. A non nitrogenous starchy food; a starchlike substance. [1913 Webster] 2. (Med.) The substance deposited in the organs in amyloid degeneration. [1913 Webster] …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Amyloid — Amyloīd, s. Zellulose; auch eine mattglänzende, durchscheinende, bei der Amyloid oder Speckentartung in Leber, Milz und Nieren sich bildende und diese Organe nach und nach unfähig zu ihren Verrichtungen machende Substanz, ein Eiweißkörper …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Amyloid — (griech.: Amylo = Stärke) bedeutet stärkeähnlich, auch stärkeähnliche Substanz. Es ist ein Fachbegriff in der Mykologie und bezeichnet die Anfärbbarkeit von Geweben mit Iodreagenzien: Amyloidität Medizin und bezeichnet bestimmte, abnorm… …   Deutsch Wikipedia

  • Amyloid — Amyloid, als Pflanzenstoff, s.u. Pflanzen S. 11 …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Amyloīd — Amyloīd, s. Zellulose …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • amyloid — (adj.) starch like, 1857, coined in German (1839) from L. amylum (see AMYL (Cf. amyl)) + Greek derived suffix OID (Cf. oid). The noun is attested from 1872 …   Etymology dictionary

  • amyloid — [am′ə loid΄] n. 1. a starchy food or substance 2. a nearly transparent, waxy deposit resulting from degeneration of bodily tissues: a complex protein …   English World dictionary

  • Amyloid — Amyloids are insoluble fibrous protein aggregates sharing specific structural traits. Abnormal accumulation of amyloid in organs may lead to amyloidosis, and may play a role in various other neurodegenerative diseases. Definition controversyThe… …   Wikipedia

  • amyloid — Glycoprotein deposited extracellularly in tissues in amyloidosis. The glycoprotein may either derive from light chain of immunoglobulin (AIO (amyloid of immune origin): 5 18 kD glycoprotein; product of a single clone of plasma cells, the N… …   Dictionary of molecular biology


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