Arnold Hugh Martin Jones


Arnold Hugh Martin Jones

Arnold Hugh Martin Jones (* 9. März 1904; † 8. April 1970) war ein bedeutender englischer Althistoriker.

Jones war von 1926 bis 1951 unter anderem Fellow am All Souls College in Oxford und Professor für Alte Geschichte in London. 1944 schrieb er für das britische Informationsministerium, einer Propagandaeinrichtung während des Zweiten Weltkrieges, eine Abhandlung über britische Kirchenbauten.

Seit 1951 war er Professor für Alte Geschichte am Jesus College in Cambridge. Er beschäftigte sich mit der gesamten klassischen Antike, sei es die Attische Demokratie, die Person des Augustus, die Wirtschaftsgeschichte oder die Entwicklung der Städte in der Antike, wobei er eine erstaunliche Kenntnis der literarischen Quellen (weniger Beachtung schenkte er der Archäologie) an den Tag legte.

Vor allem machte er sich jedoch um die Erforschung der Spätantike verdient. Als sein Hauptwerk wird denn auch The Later Roman Empire, 284–602. A social, economic and administrative survey angesehen, das das Ende der Antike mit dem Tod des oströmischen Kaisers Maurikios 602 ansetzt. Es wurde fast ausschließlich aus den (nicht-archäologischen) Quellen gearbeitet, ist sehr detailliert gestaltet und gilt bis heute als eines der wichtigsten Handbücher zur spätrömischen Geschichte. Es ist aufgrund der außerordentlichen Faktendichte allerdings nur schwer lesbar, und die Weigerung seines Verfassers, die Forschungen anderer zu berücksichtigen, sorgte früh für Irritationen - zumal man früh erkannte, dass Jones die Arbeiten anderer Gelehrter in Wahrheit in viel stärkerem Maße herangezogen hatte, als er behauptete. Außerdem war er – bis zu seinem Tod – an der Konzeption der wichtigen Prosopography of the Later Roman Empire beteiligt. Der Einfluss von Jones auf die anglo-amerikanische Forschung im Bereich der Spätantike kann kaum überschätzt werden.

Schriften

  • The Cities of the Eastern Roman Provinces (1937)
  • The Herods of Judaea (1938)
  • The Greek City from Alexander to Justinian (1940)
  • The British Churches in War Time. HMSO, London, (1944)
  • Ancient Economic History (1948)
  • Constantine and the conversion of Europe (1948)
  • Athenian Democracy (1957)
  • Studies in Roman Government and Law (1960)
  • The Later Roman Empire 284–602. A social, economic and administrative survey, 3 Bde. (1964); Nachdruck in 2 Bde. 1986
  • The decline of the ancient world (1966; stellt eine Kurzfassung von Jones’ Later Roman Empire dar)
  • Sparta (1967)
  • Augustus (1970)
  • The Prosopography of the Later Roman Empire, Bd. 1, zusammen mit John Robert Martindale und John Morris (1971)

Literatur

  • David M. Gwynn (Hrsg.): A.H.M. Jones and the Later Roman Empire. Brill, Leiden 2008.
  • J. Liebeschuetz: A. H. M. Jones and the Later Roman Empire. In: D. Clark (Hrsg.), The Later Roman Empire Today. Papers given in honour of Professor John Mann. London 1993, S. 1–8.

Weblinks


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