Narathiwat (Provinz)


Narathiwat (Provinz)
Narathiwat
นราธิวาส
Siegel der Provinz Narathiwat
Statistik
Hauptstadt: Narathiwat
Tel.vorwahl: 073
Fläche: 4.475,4 km²
50.
Einwohner: 694.000 (2004)
35.
Bev.dichte: 156 E/km²
24.
Karte

Karte von Thailand  mit der Provinz Narathiwat hervorgehoben

Narathiwat (Thai: นราธิวาส) ist eine Provinz (Changwat) im äußersten Südosten der Südregion von Thailand.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Der ursprüngliche Name von Narathiwat war Menara (Malaiisch: Turm). In Thai wurde dies in Bang Nara (Thai: บางนรา) geändert. Im Jahr 1915 wurde Bang Nara von der thailändischen Regierung in Narathiwat umbenannt.[1]

Der Name Narathiwat stammt aus dem Sanskrit und bedeutet etwa „Wohnsitz der guten Menschen“.

Geographie

Narathiwat befindet sich ganz im Süden von Thailand auf der Malaiischen Halbinsel und liegt an der Küste der Golfs von Thailand. Die Provinz hat eine ausgedehnte Grenze mit Malaysia.

Die Entfernung zur Hauptstadt Bangkok beträgt ca. 1.200 Kilometer.

Angrenzende Provinzen und Gebiete:
Norden Pattani
Osten Küste zum Golf von Thailand
Süden Landesgrenze zu Malaysia
Westen Yala

Klima

Das Klima ist tropisch-monsunal.

Bevölkerung

Narathiwat ist eine der vier Provinzen des Landes mit einer überwiegend moslemischen Bevölkerung. Sie besteht aus einer Mischung aus Thai, Chinesen und Malaien. Dies führt zu einem komplexen Sozialsystem, in dem buddhistische Thai die Verwaltung übernehmen, die chinesisch-stämmigen Menschen die Wirtschaft führen und die malaiischen Moslems die Landwirtschaft und den Fischfang betreiben.

Im Jahr 2000 waren nur 17,9 % der Einwohner Buddhisten, dagegen 82 % der Bewohner Moslems; im Jahr 1990 gab es zum Vergleich noch 20,5 % Buddhisten und 79,2 % Moslems. 80,4 % der Einwohner sind malaiischstämmige Menschen, sie sprechen einen malaiischen Dialekt, das so genannte „Patani Malay“ (Thai: ยาวีYawi).[2]

Wirtschaft und Bedeutung

Die Wirtschaft ist geprägt von Ackerbau, wie zum Beispiel Reisanbau und Obstplantagen, sowie dem Fischfang. Auch ist der Handel mit Malaysia eine wichtige Einnahmequelle.

Der Tourismus hat wenig Bedeutung und wird durch die Unruhen zusätzlich belastet.

Im Jahr 2004 betrug das Bruttosozialprodukt der Provinz 29.696 Millionen Baht.[3]

Flughafen

Der Flughafen Narathiwat liegt etwa 15 Kilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Narathiwat.

Geschichte

In frühen Zeiten lag die Hauptstadt der Region im heutigen Süden von Thailand in Pattani, das die Hauptstadt eines gleichnamigen Königreiches war. Das Königreich hatte allerdings Tribut an das Thai-Königreich Sukhothai und später an dessen Nachfolger Ayutthaya zu leisten. Nach dem Zusammenbruch Ayutthayas 1767 erhielt Pattani zunächst volle Unabhängigkeit, doch kam es unter der Herrschaft von König Phuttayodfa Chulalok (Rama I.) wieder unter die Kontrolle Siams.

Nachdem die Briten sich auf der Malaiischen Halbinsel festgesetzt und eine neue Ordnung geschaffen hatte, wurde Pattani – und damit das heutige Narathiwat – 1909 zu einem Bestandteil des Königreiches Siam. Zusammen mit Yala war Narathiwat ursprünglich Bestandteil der Provinz Pattani, wurde aber 1933 abgetrennt und zu einer eigenständigen Provinz gemacht.

Nach langen Jahren der Ruhe ist seit 2004 eine separatistische Bewegung im Süden aktiv, die insbesondere in den Provinzen Narathiwat, Pattani und Yala Bombenanschläge durchführen und Gegner ermorden. Seit Januar 2004 sind auf diese Weise mehr als 800 Menschen umgekommen.

Die Ereignisse in Tak Bai 2004

So kamen 25. Oktober 2004 in der Grenzstadt Tak Bai 85 Muslime ums Leben. Verschiedene Polizeieinheiten wurden mobilisiert, um eine Demonstration vor der örtlichen Polizeistation aufzulösen. Die Menschen protestierten gegen die Verhaftung von sechs Inhaftierten, die angeblich Ausständige mit Waffen versorgt haben sollen. Die Demonstranten warfen Steine und versuchten die Polizeistation zu stürmen, worauf die Sicherheitskräfte Tränengas einsetzten. Acht Menschen wurden am Ort des Geschehens erschossen, weitere 78 erstickten oder wurden während des Transportes in ein Gefangenenlager erdrückt. Etwa 1.200 Menschen wurden mehrere Tage lang in Militärgewahrsam genommen, ohne ausreichende medizinische Behandlung zu bekommen. Als Folge litten mehrere Personen an schwerwiegenden Verletzungen, die Amputationen nach sich zogen.

Bisher wurde kein Sicherheitspersonal in Verbindung mit den Geschehnissen zur Verantwortung gezogen, aber 58 muslimische Demonstranten wegen Vergehen verurteilt. Eine von der Regierung eingesetzte Kommission, unter Führung des Ombudsmannes Pichet Soontornpiphit, stellte am 17. Dezember 2004 fest, dass die Methoden, die zur Auflösung des Protestes führten, international bewährter Praxis widersprachen. Der Einsatz von Schusswaffen und Rekruten, die keine ausreichende Erfahrung für solche Einsätze hatten, waren ungeeignet. Die Kommission stellte weiterhin fest, dass die militärischen Vorgesetzten versagt hatten, den Transport der Gefangenen zu leiten und diese Aufgabe nicht geeignetem Personal überließen.

Thailändische Behörden zahlten später eine Entschädigung an einige Opfer und deren Familien.[4][5]

Sehenswürdigkeiten

  • Thaksin Rachaniwet (Thai: พระตำหนักทักษิณราชนิเวศน์Thaksin-Palast) – königliche Residenz für Süd-Thailand. Wenn die königliche Familie nicht anwesend ist, steht der Palast Besuchern offen. Es gibt einen kleinen Zoo und Keramikwerkstätten.
  • Wat Chonthara Singhe (Thai: วัดชลธาราสิงเห) – buddhistischer Tempel (Wat) im Amphoe Tak Bai an der Grenze zu Malaysia. Der Tempel wurde erbaut, um britische Besitzansprüche auf Narathiwat als Teil ihres Empires auf der Malaiischen Halbinsel abzuwehren. Schöne Holzkonstruktion mit Wandmalerien aus dem Leben Buddhas.
  • Nationalpark Budo Su-ngai Padi (Thai: อุทยานแห่งชาติบูโด-สุไหงปาดี):
    • Chattawarin-Wasserfall (น้ำตกฉัตรวาริน), der über sieben Stufen in die Tiefe stürzt und Stromschnellen bildet, liegt in Amphoe Su-ngai Padi.
    • Bacho-Wasserfall (Thai: น้ำตกปาโจ) – im Amphoe Bacho gelegener, etwa 60 m tief fallender Wasserfall mit einer großen Wassermenge

Wappen

Das Wappen der Provinz Narathiwat zeigt ein schnell dahin fahrendes Segelboot mit dem Bild eines weißen Elefanten auf der Segelfläche. Der weiße Elefant gilt allgemein als Symbol des Königshauses der Chakri-Dynastie und soll hier an einen einst in der Gegend eingefangenen Elefanten (Phra Sri Nararat Radschakarni) erinnern, der dem König zum Geschenk gemacht wurde.

Das lokale Symbol ist die Frucht des Longsat (Longkong, Lansium domesticum), der lokale Baum ist der Chengal (Neobalanocarpus helmii).

Der Wahlspruch der Provinz Narathiwat lautet:

„Hier liegt der Taksin-Palast,
Religiös Ergebene leben an diesem Ort,
Narathat ist ein angenehmer, friedlicher Strand,
Der Bacho-Wasserfall ist lieblich und beeindruckend,
Das Land einer großen Goldmine,
Die Longan-Frucht ist süß für alle, die sie versuchen.“

Verwaltungseinheiten

Verwaltungsgliederung der Provinz

Narathiwat ist in 13 Landkreise (Amphoe) eingeteilt, die weiter in 77 Gemeinden (Tambon) und diese wiederum in 551 Dorfgemeinschaften (Muban) gegliedert sind.

Amphoe (Landkreise) Amphoe (Landkreise)
  1. Amphoe Mueang Narathiwat (อำเภอเมืองนราธิวาส)
  2. Amphoe Tak Bai (อำเภอตากใบ)
  3. Amphoe Bacho (อำเภอบาเจาะ)
  4. Amphoe Yi-ngo (อำเภอยี่งอ)
  5. Amphoe Ra-ngae (อำเภอระแงะ)
  6. Amphoe Rueso (อำเภอรือเสาะ)
  7. Amphoe Si Sakhon (อำเภอศรีสาคร)
  1. Amphoe Waeng (อำเภอแว้ง)
  2. Amphoe Sukhirin (อำเภอสุคิริน)
  3. Amphoe Su-ngai Kolok (อำเภอสุไหงโก-ลก)
  4. Amphoe Su-ngai Padi (อำเภอสุไหงปาดี)
  5. Amphoe Chanae (อำเภอจะแนะ)
  6. Amphoe Cho-airong (อำเภอเจาะไอร้อง)

Einzelnachweise

  1. ประกาศ เปลี่ยนชื่อเมืองบางนรา เป็นเมืองนราธิวาส Royal Gazette, Band 32, Ausg. 0 ก vom 8. August 1915, S. 145 (in Thai)
  2. http://web.nso.go.th/pop2000/finalrep/narathifn.pdf Narathiwat des Census 2000 von der nso.go.th
  3. Thailand in Figures. 9. Aufl. 2006
  4. Human Rights Watch: Thailand: New Government Should Ensure Justice for Tak Bai (24. November 2006)
  5. Amnesty International: Jahresbericht 2005: Thailand – Berichtszeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2004

Weblinks


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