Navajo-Nation


Navajo-Nation
Schafhirtin der Diné im Navajo-Nation-Reservat

Die Navajo-Nation (auch englisch Navajo Indian Reservation, navajo-sprachl. Dinétah) ist mit 55.900 km² das größte Indianerreservat in den USA. Sie wurde den Diné-Indianern 1868 durch General Sherman vertraglich zugesichert. Die Hauptstadt ist Window Rock, Arizona.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Navajo-Nation liegt in den Four Corners der Sandsteinwüste zwischen Utah, Arizona und New Mexico. Sie ist Teil des Colorado-Plateaus auf einer Höhe von 1.500 bis 2.000 m ü. d. Meeresspiegel Nebst verschiedenen Canyons und großen Flusssystemen ist das Land für seine Tafelberge (span. Mesa) und für weitere Sehenswürdigkeiten wie das Monument Valley, den Canyon de Chelly und den Antelope Canyon bekannt.

Eingeschlossen in das Navajo-Nation-Reservat ist das Hopi-Reservat.

Lebenssituation

Diné-Junge in dem Navajo-Nation-Reservat

Die Navajos haben eine eigene Regierung, die frei gewählt wird, sowie eine eigene Polizei. Die Kinder besuchen Schulen außerhalb des Reservates und kehren erst spät am Nachmittag von dort zurück. Die traditionelle Wohnform sind Hogans, ein Rundbau aus Holz und Steinen, die teilweise in die Erde gebaut werden und weit über das Land verstreut sind. Die Armut im Reservat gleicht derjenigen in einem Land der Dritten Welt. Über die Hälfte der rund 269.000 Einwohner (Census 2000) lebt unterhalb der Armutsgrenze. Das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt bei knapp 11.885 US-Dollar pro Kopf, rund ein Drittel von dem der übrigen USA. Die Arbeitslosenrate beträgt rund 40%.

Durch den Uranabbau entstanden seit den 1940er-Jahren enorme gesundheitliche Belastungen für die Gesellschaft. Verstrahlt wurden neben den Bergbauarbeiter Vieh, Trinkwasser und Baumaterial und führte zu zahlreichen Toten, Krebsfällen und Missbildungen. Noch heute existieren No-go-areas. Erst 1990 wurde den Bergarbeitern eine Entschädigung zugesprochen. [1]

Viele Diné betreiben Schaf- Rinder- oder Pferdezucht. Weitere Verdienstmöglichkeiten bestehen lediglich in der Herstellung und im Verkauf von Kunsthandwerken, Decken, Silber- und Türkisschmuck, im Tourismus und im Bergbau. Junge Leute mit gutem Schulabschluss verlassen das Reservat um zu studieren und werden als Experten, vor allem im Bauwesen, sowohl in den USA als auch im Ausland sehr geschätzt. Sie unterstützen dann ihre oft sehr großen Familien im Reservat.

Siehe auch: Liste der Indianerreservate

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Doó dá leet tso doo hó zhó dóó. Anti-Uran-Gipfel bei den Navajos von Thomas Pampuch, in: taz Nr. 8143 vom 5.12.2006 Seite 9

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