Nemrut (Berg)


Nemrut (Berg)
Nemrut
Höhe 2.150 m
Lage Provinz Adıyaman, Türkei
Gebirge Taurusgebirge
Geographische Lage 38° 2′ 7″ N, 38° 45′ 48″ O38.03527777777838.7633333333332150Koordinaten: 38° 2′ 7″ N, 38° 45′ 48″ O
Nemrut (Türkei)
DEC
Nemrut
Blick auf den Berg Nemrut (höchste Erhebung auf dem Bild)
Der aufgeschüttete Grabhügel und künstliche Gipfel des Nemrut Dağı
Mithras vor dem Löwenhoroskop (hinten rechts)

Der Nemrut (türkisch Nemrut Dağı, armenisch նեմրութ, im Deutschen auch in der älteren Schreibweise als Berg Nimrod bekannt) ist ein Berg im Südosten der Türkei, gehört zum Taurusgebirge und liegt 86 km nordöstlich von Adıyaman in der gleichnamigen Provinz. Er ist mit seinen 2150 m Höhe eine der höchsten Erhebungen des nördlichen Mesopotamiens.

Auf seinem Gipfel erhebt sich die monumentale Kombination aus Heiligtum und Grabstätte. Errichtet wurde sie von König Antiochos I. Theos (69–36 v. Chr.) von Kommagene und dessen Vater Mithradates I. Kallinikos (109–69 v. Chr.) als Zeichen seines Vertrages mit den Göttern. Das Hierothesion sollte Zentrum einer neuen, von ihm gestifteten Religion sein, die persische und griechische Mythologie vereinte. Antiochos selbst gab sich kurz nach seiner Krönung den Namenszusatz Theos (Gott).

Lange vergessen, wurde die Kultstätte 1881 vom deutschen Ingenieur Karl Sester wiederentdeckt. Seitdem führen türkische, amerikanische und deutsche Archäologen hier Ausgrabungen durch, erwähnenswert vor allem jene durch Friedrich Karl Dörner und die American School of Oriental Researches unter Leitung von Theresa Goell im Jahre 1953.

1987 wurde das Grabheiligtum als Weltkulturerbe in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen.

Das Grabmal besteht aus einer Geröllaufschüttung mit einem Durchmesser von 150 m und einer Höhe von 50 m. Der Hügel, dessen Besteigung verboten ist, ist umgeben von drei Terrassen im Norden, Westen und Osten.[1] Auf der westlichen und östlichen Terrasse sind große Götterstatuen und Stelen zu sehen, die König Antiochos in Gesellschaft mehrerer Götter darstellen. Um Platz für die Errichtung des Heiligtums zu schaffen, wurden rund 200.000 m³ massiver Fels abgetragen. Links der westlichen Terrasse ist noch ein 10 m hoher Rest des ehemaligen Gipfels zu sehen.

Im Laufe der Zeit haben Erdbeben, Unwetter und der Mensch dafür gesorgt, dass die einstmals 8–10 m hohen Statuen heute kopflos stehen und ihre Häupter durcheinandergewürfelt am Boden liegen. Ein Grab ist ungeachtet vieler Versuche, in das Innere des Hügels vorzudringen, bis heute nicht gefunden worden.

Die Altäre und riesigen Statuen bieten, besonders bei Sonnenauf- und -untergang, ein beeindruckendes Bild.

Inhaltsverzeichnis

Die Nordterrasse

Die Terrasse auf der Nordseite des Gipfels war Sammlungsort der ankommenden Pilger, die von hier über verschiedene Wege für Adel und gemeines Volk zur West- bzw. Ostterrasse weitergingen.

Die Westterrasse

Die fünf 9 m hohen, sitzenden und enthaupteten Statuen auf der Westterrasse [2], dem heiligsten Teil des Berges, stellen Antiochos I. Theos inmitten der Gottheiten Tyche, Zeus-Ahura Mazda, Apollon-Mithras-Helios-Hermes und Herakles-Artagnes-Ares dar.

Die Ostterrasse

Die Statuen dieser ehemals mit weißen Steinen gepflasterten Terrasse [2] sind denen der Westterrasse sehr ähnlich. Vor ihnen befindet sich ein großer Feueraltar, dessen Fundament gut sichtbar ist.

Das Löwenhoroskop

Auf der Ostterrasse ist das sogenannte Löwenhoroskop zu sehen, ein 2 × 2,5 m großes Relief, das älteste bekannte Horoskop der Welt. Es zeigt die Sternenkonstellation, wie sie beim Blick Richtung Westen am Tag der Krönung von Mithradates, am 14. Juli 109 v. Chr. um 19:35 Uhr, zu sehen war.

Literatur

  • Friedrich Karl Dörner: Der Thron der Götter auf dem Nemrud Dag. Kommagene – das große archäologische Abenteuer in der östlichen Türkei. 3. Auflage. Lübbe, Bergisch Gladbach 1987, ISBN 3-7857-0277-9.
  • Nemrud Dağ. Neue Methoden der Archäologie (Begleitheft zur Sonderausstellung „Nemrud Dağ – Neue Methoden der Archäologie“ des Westfälischen Museums für Archäologie und des Westfälischen Museumsamtes, Münster). Westfälisches Museum für Archäologie Münster 1991, ISBN 3-927204-09-9.
  • Donald H. Sanders (Hrsg.): Nemrud Daği. The hierothesion of Antiochus I of Commagene. Results of the American excavations dir. by Theresa B. Goell. Eisenbrauns, Winona Lake, Ind. 1996, ISBN 1-575-06015-9.

Weblinks

Eintrag in der Welterbeliste der UNESCO auf Englisch und auf Französisch

Einzelbelege

  1. Lageplan
  2. a b Querschnitt

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