Neuburg a.d. Donau


Neuburg a.d. Donau
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neuburg a.d. Donau
Neuburg an der Donau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neuburg a.d. Donau hervorgehoben
48.73333333333311.183333333333383-490Koordinaten: 48° 44′ N, 11° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Neuburg-Schrobenhausen
Höhe: 383-490 m ü. NN
Fläche: 81,32 km²
Einwohner: 28.045 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 345 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86633
Vorwahl: 08431
Kfz-Kennzeichen: ND
Gemeindeschlüssel: 09 1 85 149
Stadtgliederung: 16 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Karlsplatz A 12
86633 Neuburg a.d.Donau
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Dr. Bernhard Gmehling (CSU)
Lage der Stadt Neuburg a.d. Donau im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
Karte
Neuburg mit Schloss und Donau
Kupferstich in der Topographia Germaniae des Matthaeus Merian um 1644
Panorama Karlsplatz
in der Altstadt
Hofkirche
Oberes Tor (Bürgertor, Rotes Tor)
Studienkirche

Neuburg an der Donau (amtlich: Neuburg a.d. Donau) ist eine Große Kreisstadt und Sitz der Kreisverwaltung des oberbayerischen Landkreises Neuburg-Schrobenhausen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Neuburg liegt nordöstlich von Augsburg und westlich von Ingolstadt an der Donau, die sich hier teilt und eine bewohnte Donauinsel bildet, die Leopoldineninsel. Nördlich von Neuburg liegt das Naturschutzgebiet Finkenstein.

Zur Gemeinde Neuburg a.d. Donau gehören die Orte Altmannstetten, Bergen, Bittenbrunn, Bruck, Feldkirchen, Gietlhausen, Gnadenhof, Grünau, Hardt, Heinrichsheim, Herrenwörth, Hessellohe, Joshofen, Laisacker, Marienheim, Maxweiler, Neuzell, Ried, Rödenhof, Rohrenfeld, Sehensand und Zell.

Geschichte

Neuburg war unter Bischof Simpert von Augsburg (778 bis 809) kurze Zeit Bischofssitz, dann Hauptort einer Pfalzgrafschaft, deren Inhabern die Vogtei über das Reichslehen Neuburg zustand. Sie kam im 10. Jahrhundert an die Grafen von Scheyern und somit an Bayern. 1505 entstand das Herzogtum Pfalz-Neuburg mit Neuburg als Residenzstadt. 1717 - 1718 war Neuburg für ein Jahr de facto Residenz der Kurpfalz, bevor der neue Kurfürst Karl III. Philipp (Pfalz) seinen Hof nach Heidelberg verlegte. Nachdem die Linie Pfalz-Neuburg 1742 ausgestorben war, trat die Linie Pfalz-Sulzbach die Erbfolge in der Kurpfalz und in Pfalz-Neuburg an. 1777 fiel Bayern an Pfalz-Sulzbach, dieses wurde 1808 aufgehoben.

In der Folge musste sich Neuburg mit einer etwas geminderten Bedeutung abfinden. Die Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben und Neuburg (seit 1837) füllte die Funktion eines Zentrums für das ländliche Umland aus und wurde später zum wichtigen Behördensitz. Bis 1932 bestand das Landgericht Neuburg an der Donau. Das örtliche Flurbereinigungsamt zog 1966 nach Regensburg, das Kreis- bzw. Staatsarchiv für Schwaben 1989 nach Augsburg um. Überregional einen Namen hatte auch das Neuburger Gymnasium mit Studienseminar. Lange Zeit war Neuburg allerdings in erster Linie als Militärgarnison bekannt. Besonders diese galt neben den anderen staatlich unterhaltenen Einrichtungen über viele Jahre als unverzichtbares Stimulans für die Wirtschaft der Kleinstadt. Die Industrie blieb daneben relativ schwach entwickelt. Bemerkenswert war eigentlich nur die Ausbeutung und Verarbeitung der am nördlichen Stadtrand lagernden Kieselerdevorkommen durch zwei Betriebe. Erst die Zeit nach 1945 brachte einen fühlbaren Aufschwung des verarbeitenden Gewerbes, besonders in den Bereichen Glas- und Baustoffindustrie sowie Kartonagen. In den 1950/60er Jahren hatte noch die Textilindustrie mit mehreren Betrieben Bedeutung als Arbeitgeber; sie ist heute nicht mehr anzutreffen. Dagegen besteht die Filiale eines Unternehmens zur Herstellung von Leonischem Draht weiter (Autozulieferer). Mitbedingt durch den Zuzug von ca. 4.000 Heimatvertriebenen setzte nach dem Zweiten Weltkrieg auch eine umfangreiche Bautätigkeit der öffentlichen Hand und von Privatleuten ein. Die Bebauung der Stadt erweiterte sich in diesen Jahren bedeutend, besonders durch die neuen Siedlungen im Osten und Süden.

Bis zum 30. Juni 1972 war Neuburg an der Donau eine Kreisfreie Stadt und gehörte zum Regierungsbezirk Schwaben. Mit Inkrafttreten der bayerischen Landkreisreform am 1. Juli 1972 enstand aus der Stadt Neuburg und Teilen der Landkreise Neuburg und Schrobenhausen der neue Landkreis Neuburg-Schrobenhausen mit Sitz in Neuburg. Neuburg mit dem größten Teil seines früheren Landkreises wechselte zum Regierungsbezirk Oberbayern. Als Ausgleich für den Wegfall der Kreisfreiheit erhielt Neuburg ebenso wie vergleichbare Städte den Titel „Große Kreisstadt“. Damit verbunden ist die AmtsbezeichnungOberbürgermeister“ für das Neuburger Stadtoberhaupt.

Im Mai 1961 wurde auf dem Fliegerhorst Neuburg das Jagdgeschwader 74 der Luftwaffe der Bundeswehr in Dienst gestellt. Dessen rund 2.000 Soldaten sind für die Stadt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Auf dem Gebiet des Ortsteils Bittenbrunn befand sich am Nordwestrand ein frühmittelalterliches Gräberfeld aus dem 5. nachchristlichen Jahrhundert, das 1968 ausgegraben und im Rahmen einer Dissertation wissenschaftlich bearbeitet wurde. Darüber hinaus liegen Funde aus dem Neolithikum und der römischen Kaiserzeit (Römerstraße, Gutshöfe) vor.

Religionen

Christentum

Neuburg an der Donau besaß eine nicht unbedeutende Kloster- und Stiftslandschaft.

Eingemeindungen


Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden bei den letzten Volkszählungen 1970 23.758 und 1987 24.157 Einwohner gezählt. Die Einwohnerzahl stand im Jahr 2000 laut Einwohnermeldeamt bei 27.715 und im Dezember 2007 bei 27.954.

Politik

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 17063 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 4701 T€.

Oberbürgermeister

Oberbürgermeister ist Dr. Bernhard Gmehling (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Hans Günter Huniar (Die Unabhängigen Freien Wähler). Bei den Wahlen im Jahr 2008 konnte er sich mit 70,5% der Wählerstimmen von den anderen Bewerbern absetzen.

Städtepartnerschaften

Patenschaft

Bildung

Schulen

In Neuburg gibt es mehrere Grundschulen, zwei Hauptschulen, eine Wirtschaftsschule, zwei Realschulen, eine Berufsschule, eine Fachoberschule sowie ein Gymnasium.

  • Grundschule im Englischen Garten
  • Hauptschule im Englischen Garten
  • Grund- und Teilhauptschule Am Schwalbanger
  • Grundschule Neuburg Ost
  • Staatliche Wirtschaftsschule
  • Paul-Winter-Realschule für Knaben
  • Maria-Ward-Realschule für Mädchen
  • Staatliche Berufsschulen
  • Staatliche Fachoberschule
  • Descartes-Gymnasium
  • Sophie-Scholl-Förderschule der Arbeiterwohlfahrt

Wissenschaft, Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchen

Bibliotheken

Theater

  • Stadttheater
  • Neuburger Volkstheater e. V.
  • Neuburger Fadenspieler (Marionettentheater)
  • Neuburger Boulevardtheater
  • papp&klapp Theater (Innovatives Kinder- und Jugendtheater)

Museen

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Paul Winter (1894–1970), Komponist (Steckenreitertanz)
  • Fritz von Philipp (1913–1993), Kulturmäzen und Cellist
  • Matthias Schieber, Stadtheimatpfleger
  • Theo Lauber, ehem. Oberbürgermeister

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeit mit Bezug zu Neuburg

Wirtschaft und Infrastruktur

Industrie und Gewerbe

Die größten Arbeitgeber der Stadt sind die Unternehmen Saint-Gobain Oberland, Rockwool, Faurecia, Leoni sowie die Hoffmann Unternehmensgruppe (Sonax und Hoffmann Mineral) in den Bereichen Glas- und Chemische Industrie. Darüber hinaus erfüllt Neuburg die traditionelle Funktion eines Handels- und Dienstleistungszentrums für das ländliche Umland.

Jagdgeschwader 74

Dieser auf dem Fliegerhorst und in der Wilhelm Frankl-Kaserne am östlichen Stadtrand beheimatete Verband der Luftwaffe der Bundeswehr ist als erstes deutsches Einsatzgeschwader mit dem Eurofighter Typhoon ausgestattet worden. Das JG 74 stellt die Alarmrotte für den süddeutschen Luftraum.

Technisches Hilfswerk (THW)

In Neuburg befindet sich ein Ortsverband der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW). Er ist auf Bergung, Wassergefahren und Logistik spezialisiert.

sonstige öffentlich Einrichtungen

Verkehr

Veranstaltungen

Das Neuburger Schlossfest wird alle zwei Jahre jeweils am letzten Juni- und am ersten Juliwochenende gefeiert und erinnert an die Zeit der Renaissance: Die Bürger schlüpfen in historische Kostüme und lassen in der malerischen Altstadt die Zeit des 15. /16. Jahrhunderts wiederaufleben – mit historischem Markttreiben, Sängern, Barden und Gauklern, Fanfarenbläsern und Turnierreitern, Landsknechten und hinterhöfischem Gefolge. Zu den Höhepunkten des Schlossfestes zählen die Aufführungen des "Steckenreitertanzes" im Schlosshof und ein farbenprächtiger Umzug durch die Stadt.

Die wichtigste Kulturveranstaltung Neuburgs sind die alljährlich im Herbst stattfindenden Neuburger Barockkonzerte im stimmungsvollen Rahmen der Neuburger Residenz mit renommierten Künstlern aus dem In- und Ausland.

Das Neuburger Donauschwimmen ist das größte Winterschwimmen in Europa. Es findet jedes Jahr am letzten Samstag im Januar statt. 2005 waren 2.107 Schwimmer bei einer Lufttemperatur von -6° C in der nur 1,5° C kalten Donau. Sie legten eine Strecke von etwa vier Kilometern zurück. Mit dabei waren auch etwa 30 Eisschwimmer, die eine Strecke von 300 Metern nur in Badebekleidung schafften.

Beim Nightgroove bieten die meisten Kneipen, Bars und Cafés Live-Musik. Die musikalische Veranstaltung findet im April statt und kostet einmaligen Eintritt für sämtliche Lokalitäten.

Das Volksfest beginnt alle Jahre gegen Ende Juli und endet Anfang August. Während dieses Zeitraumes werden auf dem Volksfestplatz im Neuburger Ostend ein Festzelt mit Weißbiergarten, etliche Fahrgeschäfte sowie Essbuden aufgestellt.

Das Fischergasslerfest findet jedes Jahr Ende Mai statt. Es ist ein traditionelles geselliges Fest, bei dem kulinarischen Gerichte und Bier angeboten werden. Das Fest findet in der gesamten Fischergasse statt, die direkt am Donaukai liegt.

Weitere Veranstaltungen sind das Franziskaner Straßenfest, das Fischerstechen, das Donau-Kai-Fest sowie das Sèter Weinfest.

Stadtwappen

Das heutige Stadtwappen erhielt Neuburg nach dem Landshuter Erbfolgekrieg 1506. Neben dem ursprünglichen Tortum wurden zwei Steckreiterkinder - die beiden Prinzen und späteren Fürsten Ottheinrich und Philipp - und ein Löwe dargestellt. Dominierende Farben sind weiß, rot und grün.

Die Stadtfahne hat die Farben weiß, blau und rot.

Literatur

  • Josef Heider: Geschichtlicher Führer durch die Stadt Neuburg a.d.Donau und Umgebung, Neuburg 1951
  • Adam Horn, Werner Meyer: Die Kunstdenkmäler von Schwaben; Stadt- und Landkreis Neuburg an der Donau, München 1958
  • Ernst Pohl: Das frühmittelalterliche Gräberfeld von Bittenbrunn, Ldkr. Neuburg-Schrobenhausen, Bonn 1995 (zugleich Philosophische Dissertation am Institut für Vor- und Frühgeschichte der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn bei Volker Bierbrauer 1993)

Siehe auch

Quellen


Weblinks


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