Nicäa


Nicäa
İznik
Wappen von İznik
İznik (Türkei)
DEC
Basisdaten
Provinz (il): Bursa
Koordinaten: 40° 26′ N, 29° 43′ O40.42916666666729.7211111111117Koordinaten: 40° 25′ 45″ N, 29° 43′ 16″ O
Einwohner: 22.179 (2008)
Telefonvorwahl: (+90) 224
Postleitzahl: 16860
Kfz-Kennzeichen: 16
Struktur und Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Kadri Eryılmaz (AKP)
Webpräsenz (Stadtverwaltung):
Kaymakam: Hüseyin Avcı
Webpräsenz (Kaymakam):

İznik (griechisch Νίκαια, Nikaia; lateinisch Nicaea; deutsch Nicäa, Nikäa oder Nizäa) ist eine Stadt am İzniksee (türkisch İznik Gölu, griechisch Ascania) und ein Landkreis der Provinz Bursa in der Türkei.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Stadt in Kleinasien liegt in Bithynien, unweit von Konstantinopel und der früheren römischen Kaiserresidenz Nikomedia. Nicäa wurde von Antigonos I. Monophthalmos als Antigoneia gegründet. Wohl um 301 v. Chr. gründete Lysimachos die Stadt neu und benannte sie nach seiner ersten Frau Nikaia.

Bedeutung erlangte Nicäa in der Spätantike durch die dort abgehaltenen ökumenischen Konzile:

Die Stadt wurde 1077 von den Rum-Seldschuken erobert, die hier ihre erste Hauptstadt einrichteten, fiel dann aber im Jahr 1097 nach einer Belagerung durch die Kreuzritter im Ersten Kreuzzug an Byzanz zurück, das die türkische Besatzung zur Kapitulation bewegen konnte, um auf diese Weise eine Plünderung durch die Kreuzfahrer zu vermeiden. Die Kreuzfahrer empfanden dieses Verhalten als Verrat.

1204, nach der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer des Vierten Kreuzzugs, wurde Nicäa von den aus Konstantinopel vertriebenen Byzantinern unter Kaiser Theodor I. Laskaris als provisorische Hauptstadt genutzt. Das Reich von Nicäa setzte die byzantinische Tradition bis zur Rückeroberung Konstantinopels 1261 fort. 1331 fiel die Stadt an das Osmanische Reich. Unter den Osmanen wurde es zum Zentrum der Keramikproduktion (İznik-Ware).

Sehenswürdigkeiten

Die gut erhaltene antike Stadtmauer mit ihren Toren, einige Kirchen sowie das römische Theater sind noch zu besichtigen. Es gibt ein großes Archäologisches Museum. Das älteste Bauwerk ist die Kirche der Hagia Sophia aus dem 4. Jahrhundert. Hier wurde das siebte ökumenische Konzil abgehalten. Orhan I. baute sie in eine Moschee um, die heute noch als Ruine zu besichtigen ist; darin u. a. Reste von Fresken und Mosaiken sowie eine stufenförmige Priesterbank (Synthronon) in der Apsis.

Verkehr

Von Istanbul aus erreicht man Iznik am schnellsten über Yalova und Orhangazi, wobei die Seestraße landschaftlich reizvoll ist.

Literatur

Allgemeine Literatur
  • Katharina Otto-Dorn: Das islamische İznik. Istanbuler Forschungen 13. Berlin 1941.
  • Alfons Maria Schneider: Die römischen und byzantinischen Denkmäler von İznik-Nicaea. Istanbuler Forschungen 16. Berlin 1943.
  • Reinhold Merkelbach: Nikaia in der römischen Kaiserzeit. Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften. Geisteswissenschaften. Vorträge, G 289. Opladen 1987, ISBN 3-531-07289-7
  • Semavi Eyice: Iznik. Tarihçesi ve eski eserleri - The history and the monuments of İznik-Nicaea. Istanbul 1988. (türk.-engl.)
  • Clive Foss: Nicaea, a byzantine capital and its praises. With the speeches of Theodore Laskaris in praise of the great city of Nicaea and Theodore Metochites Nicene Oration. Brookline, Ma 1996, ISBN 0-917653-48-3
  • Bedri Yalman: Nicea. in: Enciclopedia dell'arte antica Secondo Suppl. 1971-94 Bd. IV. Rom 1996, S. 8-11.
  • Isıl Akbaygil, Halil İnalcık, Oktay Aslanapa (Hrsg.): İznik throughout history. Istanbul 2003, ISBN 975-458-431-1
Stadtmauer
  • Alfons Maria Schneider, Walter Karnapp: Die Stadtmauer von İznik (Nicaea). Istanbuler Forschungen 9. Berlin 1938.
  • Clive Foss, David Winfield: Byzantine fortifications. An introduction. Pretoria 1986, S. 79-120, ISBN 0-86981-321-8
Hagia Sophia
  • Sabine Möllers: Die Hagia Sophia in İznik, Nikaia. Alfter 1994, ISBN 3-929742-32-2
  • Michael Altripp: Überlegungen zum Synthronos der Hagia Sophia in İznik-Nikaia. in: Byzantinische Zeitschrift 92 (1999) S. 448-454.
Koimesiskirche

(1922 zerstört)

  • Theodor Schmit: Die Koimesis-Kirche von Nikaia. Das Bauwerk und die Mosaiken. Berlin 1927.
  • Oskar Wulff: Die Koimesiskirche in Nicäa und ihre Mosaiken. Straßburg 1903.
  • Urs Peschlow: Neue Beobachtungen zur Architektur und Ausstattung der Koimesiskirche in İznik. in: Istanbuler Mitteilungen 22 (1972) S. 145-187.
Inschriften
  • Sencer Şahin: Katalog der antiken Inschriften des Museums von İznik (Nikaia). 2 Teile in 4 Bde. Bonn 1979-1987, ISBN 3-7749-1636-5, ISBN 3-7749-1687-X, ISBN 3-7749-1863-5, ISBN 3-7749-2304-3

Weblinks


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