Nigrita bicolor


Nigrita bicolor
Zweifarbenschwärzling
Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Prachtfinken (Estrildidae)
Gattung: Schwärzlinge (Nigrita)
Art: Zweifarbenschwärzling
Wissenschaftlicher Name
Nigrita bicolor
(Hartlaub, 1844)

Der Zweifarbenschwärzling (Nigrita bicolor) ist ein afrikanischer Singvogel aus der Familie der Prachtfinken.

Inhaltsverzeichnis

Aussehen

Der Zweifarbenschwärzling hat mit 11 bis 12 Zentimeter Körperlänge etwa die Größe einer Blaumeise. Die Oberseite einschließlich Kopfplatte und Nacken ist dunkel schiefergrau, an einigen Stellen leicht ins Bräunliche spielend und wird auf dem Schwanz dunkler bis hin zu Schwarz. Die vordere Gesichtshälfte, der Bereich über dem Auge und die Wangen sowie die gesamte Unterseite sind dunkel kastanienbraun. Der Schnabel ist schwarz, das Auge rot bis rötlich braun. Die Füße sind dunkelbraun.

Ein Sexualdimorphismus ist meist nicht ausgeprägt. Bisweilen sind die Weibchen unterseits heller und das Kastanienrot ist auf der Stirn weniger ausgedehnt.

Jungvögel sind oberseits farblos braun bis olivbraun, auf der Unterseite heller gelblich braun. Später kommt die kastanienbraune Gefiederfärbung der Altvögel unregelmäßig auf der Unterseite durch. Das Großgefieder ist bereits wie bei den Altvögeln gefärbt. Der Schnabel ist dunkel grau bis schwärzlich.

Stimme

Der Ruf des Zweifarbenschwärzlings ist ein klagendes tschi-tschi-huu. Der Gesang, ein tiefes kiu-kiu-wi-wi-wi, ist ähnlich im Klang und wird oft aus den Baumwipfeln heraus vorgetragen.

Verbreitung und Bestand

Der Verbreitung der Art beschränkt sich auf den tropischen Regenwaldgürtel im Westen Afrikas. Sie reicht vom äußersten Südwesten des Senegal und dem Westen Gambias westwärts bis Uganda und in das östliche Kenia. Die nördliche Verbreitungsgrenze verläuft durch den Süden der westafrikanischen Küstenstaaten, durch die Zentralafrikanische Republik und den Norden der Demokratischen Republik Kongo. Südwärts schließt das Areal die Insel Príncipe ein und reicht bis in das nordwestliche Angola.

Da die Art in vielen Gegenden des Verbreitungsgebietes als häufig beschrieben wird, gilt sie nicht als bedroht.

Geografische Variation

Es werden zwei Unterarten unterschieden, von denen die östlichere brunnescens etwas größer, oberseits weniger kräftig und unterseits bräunlicher gefärbt ist als die Nominatform.

  • N. b. biculor (Hartlaub 1844) – ostwärts etwa bis Ghana
  • N. b. brunnenescens (Reichenow 1902) – von Princípe und dem südlichen Nigeria westwärts

Eine dritte von Reichenow beschriebene Unterart saturatior aus dem Osten der Demokratischen Republik Kongo, bei der die Männchen dunkler und kräftiger, die Weibchen unterseits heller gefärbt sein sollen, wird heute meist nicht mehr anerkannt und solche Exemplare brunnescens zugerechnet.

Lebensweise

Der Zweifarbenschwärzling ist in Westafrika sehr verbreitet und stellenweise recht häufig. Er besiedelt Wälder, Waldlichtungen und Waldränder im tropischen Regenwald und in Sekundärwäldern. Auch in der Kulturlandschaft ist er in Waldstücken und Gehölzen zu finden. Zudem kommt er im dichten Buschland und in Mangrovenwäldern mit viel Unterwuchs vor. Er ist vorwiegend in der dichten Strauchschicht anzutreffen und lebt dort recht verborgen. Er ernährt sich vorwiegend von Insekten und deren Larven (z.B. kleine Raupen) sowie Sämereien, Schalen von Nüssen, Früchten und gelegentlich von Froschlaich.

Während der Brutzeit lebt er paarweise, ansonsten streift er häufig in kleinen Gruppen umher und vergesellschaftet sich auch mit dem Blassstirnschwärzling (N. luteifrons) und dem Graunackenschwärzling (N. canicapilla).

Literatur

  • P. Clement, A. Harris, J. Davis: Finches and Sparrows, Helm Identification Guides, London 1993/1999, ISBN 0-7136-5203-9
  • J. Nicolai (Hrsg.), G. Hofmann, C. Mettke-Hofmann, J. Steinbacher (Hrsg.), R. van den Elzen: Handbuch der Vogelpflege - Prachtfinken Afrika, E. Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4964-3 (S. 33 f)

Weblinks


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