Nimwegen

Nimwegen
Gemeinde Nijmegen
Flagge der Gemeinde Nijmegen
Flagge
Wappen der Gemeinde Nijmegen
Wappen
Provinz Gelderland
Bürgermeister Thom de Graaf
Sitz der Gemeinde Nijmegen
Fläche
 – Land
 – Wasser
57,53 km²
53,59 km²
3,94 km²
Einwohner

 – Bevölkerungsdichte
161.675
(31. Dezember 2008)
3.019 Einwohner/km²
Koordinaten 51° 50′ N, 5° 52′ O51.8361111111115.86666666666677Koordinaten: 51° 50′ N, 5° 52′ O
Bedeutender Verkehrsweg A73, N325, N326
Vorwahl 024, 0481
Postleitzahlen 6500-6546, 6663, 6679, 6683
Website www.nijmegen.nl
Lage der Gemeinde Nijmegen in den Niederlanden

Nijmegen [ˈnɛɪmeɣə(n)][1] ( anhören?/i), deutsch Nimwegen, auf Nimwegisch: Nimwèège [nɪmˈveɣə], ist eine Hansestadt mit 161.675 Einwohnern (Zählung vom 31. Dezember 2008). Sie liegt im Osten der Niederlande in der Provinz Gelderland in der Nähe der Grenze zur deutschen Region Niederrhein.

Inhaltsverzeichnis

Name

Blick auf den Fluss Waal und die Valkhof Zitadelle, Gemälde von Jan van Goyen, 1641.
Blick auf das Stadtzentrum und auf die St.-Stevenskerk
Die St.-Nikolaus-Kapelle in Nijmegen

Der lateinische Name Noviomagus geht zurück auf die keltischen Wörter magos für Ebene oder Markt und novio neu. Die Römer latinisierten es zu Noviomagus. In der Zeit Karls des Großen hieß sie Numaga, was sich mit der Zeit in Nieumeghen oder Nimmegen (vgl. dt. Neumagen) veränderte. Einheimische nennen ihre Stadt zum Teil bis heute nicht Nijmegen, sondern Nimwèège.

Geschichte

Die Hansestadt Nijmegen bezeichnet sich als die älteste Stadt der Niederlande. Die Geschichte der Stadt geht bis in die Zeit des Römischen Reiches zurück, 2005 fand die 2000-Jahr-Feier statt, die Römer unterhielten hier einen Militärstützpunkt, Ulpia Noviomagus Batavorum. Die Stadt Maastricht im Süden der Niederlande nennt sich allerdings ebenfalls die älteste Stadt.

Die Befestigung kam später, wie alle römischen Besitzungen, in die Hände der fränkischen Könige und so konnte Karl der Große 777 aus dem mittlerweile verlassenen Kastell eine Pfalz bauen. Nijmegen war auch vor den Franken eine Grenzsiedlung, damals waren Sachsen und Friesen die Nachbarn. Um 880 nahmen die Normannen die Pfalz ein.

Um 1030 wurde in der Pfalz die St.-Nikolaus-Kapelle, einer der wenigen erhaltenen romanischen Zentralbauten gebaut (andere Datierungen gehen von der Zeit nach 1047 aus). Es ist ein kleiner Zentralbau nach dem Vorbild der Aachener karolingischen Pfalzkirche: ein Oktogon mit 16eckigem, zweigeschossigem Umgang. Die Umgänge waren ursprünglich holzgedeckt, das Oktogon ist auch heute noch flachgedeckt.

Wahrscheinlich handelte es sich um eine aufgrund politischer Umstände verspätete Gedächtnisstiftung für die 991 in Nijmegen verstorbene Kaiserin Theophanu, die den Kult des Heiligen Nikolaus im Reich populär gemacht hatte. Auftraggeber der Kapelle waren entweder Kaiser Konrad II. oder das mit Theophanu verwandte rheinische Adelsgeschlecht der Ezzonen.

Friedrich Barbarossa, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches baute die Pfalz 1150 in eine gewaltige Burganlage, den Valkhof, um. Davon ist mittlerweile aber nur noch ein kleiner Teil (zwei Kapellen) übrig geblieben.

Unter Heinrich VII. wurde Nijmegen 1230 freie Reichsstadt. Kurz darauf, am 8. Oktober 1247, kam die Reichsstadt in Gelderländische Hände. Graf Otto II. von Gelderland bekam die Stadt als Pfand vom römisch-deutschen König Wilhelm II. (der gleichzeitig Graf von Holland war). Weil das Lehen nicht ausgelöst werden konnte, blieb es fortan im Besitz der Herren von Geldern. Nijmegen wurde die wichtigste der vier Hauptstädte des Herzogtums Geldern. Im Jahre 1402 trat Nijmegen der Hanse bei. Unter Otto II. begann 1250 der Bau der Stevenskerk, einer Kirche, die auch heute noch die Silhouette von Nijmegen dominiert.

1543 kam Nijmegen mit dem Rest des Gelderlandes durch den Vertrag von Venlo in spanische Hände. Prinz Moritz eroberte die Stadt 1591.

Zu Nijmegen wurde 1678 der Friede von Nimwegen zwischen Frankreich und der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande geschlossen.

1923 bekam Nijmegen eine katholische Universität (Katholieke Universiteit Nijmegen, kurz KUN). Diese wurde 2004 in Radboud Universiteit Nijmegen umbenannt (kurz RU), um mit dem überregional bekannten Krankenhaus Radboud auch namentlich eine Einheit zu bilden.

Am 22. Februar 1944, im Zweiten Weltkrieg, wurde Nijmegen durch ein alliiertes Bombardement, das eigentlich für die deutsche Stadt Kleve bestimmt war, stark zerstört. Im September desselben Jahres erlitt es weitere Kriegsschäden während der Schlacht um Arnheim.

Im nahegelegen Reichswald und im Umfeld der heutigen Stadt fand zudem im Februar 1945 die sogenannte Schlacht im Reichswald statt. Nach dieser Schlacht konnten die Alliierten anschließend bei Wesel einen Brückenkopf über den Rhein schlagen und somit das Ruhrgebiet einnehmen.

Geographie und Wirtschaft

Bahnhof
De Waalbrug
St.-Stevenskerk

Nijmegen liegt 15 km südlich von Arnheim in der Nähe der bundesdeutschen Städte Kranenburg und Kleve. Im Norden bildet die Waal die Stadtgrenze, die bei Pannerden als einer der Flüsse des Rheindeltas aus dem Rhein entsteht. Eisenbahnlinien und Autobahnen verbinden die Stadt mit Arnheim, ’s-Hertogenbosch und Venlo. Das Netz der Stadtbuslinien der Novio dient der Feinverteilung. Außerdem wird Nijmegen mit Überlandbussen angefahren. Die Ortschaft liegt auch an der linksrheinischen Autobahn nach Goch, ins Ruhrgebiet und nach Köln.

Die Stadt hat einen Binnenhafen am Maas-Waal-Kanal, der an der nördlichsten Stelle der Stadt von der Waal abzweigt. Die Industrie umfasst u. a. Computerchips, Beton und Kleingewerbe.

Persönlichkeiten

Sehenswürdigkeiten

Der Marktplatz von Nijmegen
  • St.-Stevenskerk (gotisch), erbaut im 13. Jahrhundert, nach dem Zweiten Weltkrieg restauriert
  • Rathaus
  • Die Stadtwaage auf dem Großen Markt (jetzt Cafe-Restaurant)
  • Der Valkhof mit der Barbarossa-Ruine (früher römische und karolingische Bauwerke an dieser Stelle) und der St.-Nikolaus-Kapelle
  • Reste der Wallanlage: das Belvedère und der Kronenburgerturm
  • Nationales Fahrradmuseum Velorama
  • Museum Het Valkhof, modernes Museum mit römischen und sonstigen archäologischen Funden sowie alter und moderner Kunst (Kelfkensbos 59, am Ostrand der Innenstadt), bemerkenswerte Architektur von UNStudio (Ben van Berkel und Caroline Bos)
  • muZIEum, Erfahrungsmuseum über Sehen und Nichtsehen, u. a. mit „Dialoog in het donker“, wo Besucher erfahren können, wie es ist, nicht zu sehen
  • FiftyTwoDegrees
  • Tankstelle Auto Palace

Unterhaltung und Sport

  • In Nijmegen gibt es eine Filiale des Holland Casino.
  • Studenten und andere junge Leute gehen nachts in die landesweit bekannte Disko Matrixx.
  • Im Goffert-Stadion (südwestlich der Innenstadt, etwa 12.500 Sitze) ist der Profi-Fußballverein NEC Nimwegen zu Hause.
  • Im Goffert-Park startet 2009 das erste Sonisphere Festival
  • Jedes Jahr im Juli findet seit 1909 der Nijmegenmarsch (de Nijmeegse Vierdaagse) statt, eine internationale viertägige Wanderung über 200 km, bei der zu Fuß Distanzen von 30–50 km pro Tag zurückgelegt werden. Die Veranstaltung ist mit über 40.000 Teilnehmern die größte ihrer Art weltweit.

Städtepartnerschaften

Partnerstädte von Nijmegen sind:

Literatur

  • Jos Seveke: Nimwegen. Bilder aus dem Leben der Kaiserstadt der Niederlande. Zur Schau ausgelegt und erörtert: Jos Seveke. Lichtbilder v. Louis Drent; "Foto Gelderland". [Ins Deutsche übertragen v. Hans Grimmelt]. - Nimwegen; Utrecht: Dekker & van de Vegt, 1955, 102 S.

Belege

  1. Langenscheidts Taschenwörterbuch Niederländisch, ISBN 3-468-11232-7, S. 287
  2. Partnerschaft mit Pskow
  3. Partnerschaft mit Masaya
  4. Partnerschaft mit Higashimatsuyama
  5. Partnerschaft mit Gaziantep
  6. Partnerschaft mit Albany

Weblinks


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