OPEN Business Club AG


OPEN Business Club AG
Dieser Artikel befasst sich mit der (geschäftlichen) Kontakt-Plattform XING. Für andere Bedeutungen, siehe Xing.
Xing AG
XING-Logo
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Gründung Hamburg, Deutschland (2003)
Unternehmenssitz Hamburg, Deutschland
Unternehmensleitung
Mitarbeiter 161 (30. September 2008)
Umsatz 25,9 Mio. Euro (Q1-Q3 2008)
Website

xing.com

XING (bis 17. November 2006 openBC, Open Business Club) ist eine webbasierte Plattform, in der natürliche Personen ihre geschäftlichen und privaten Kontakte zu anderen Personen verwalten können. Das System zählt zur sogenannten sozialen Software und ist eines von mehreren webbasierten sozialen Netzwerken. Kernfunktion ist das Sichtbarmachen des Kontaktnetzes; beispielsweise kann ein Benutzer abfragen, über „wie viele Ecken“ – also über welche anderen Mitglieder – er einen anderen kennt, dabei wird das so genannte Kleine-Welt-Phänomen sichtbar. Daneben bietet das System zahlreiche Community-Funktionen wie Kontaktseite, Suche nach Interessengebieten, Foren und Gruppen.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmen

Xing wurde 2003 unter dem Namen OpenBC (Open Business Club) durch Lars Hinrichs gegründet und zählt laut einer Pressemitteilung vom März 2009 rund 7 Millionen Benutzer, 550.000 davon mit Premium Account [1]. Betrieben wird die Plattform von der Hamburger Xing AG (bis 9. Juli 2007 unter dem Namen OPEN Business Club AG), die in einer ersten Finanzierungsrunde im Jahre 2005 unter Führung von Wellington Partners 5,7 Millionen Euro Risikokapital erhalten hat.[2] Eine vorherige Runde mit Business Angels wurde von BrainsToVentures im Mai 2004 organisiert. Die Aktien werden seit dem 7. Dezember 2006 an der Börse gehandelt.[3]

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2008 erzielte das Unternehmen Umsatzerlöse von 25,9 Millionen Euro und lag damit um 28 % über dem Gesamtumsatz des Geschäftsjahres 2007. Das Unternehmen hatte am 30. September 2008 insgesamt 161 Mitarbeiter aus 19 Nationen. Der derzeitige Vorstandsvorsitzende ist Dr. Stefan Groß-Selbeck.

Die Bezeichnung „Xing“ wurde aus Gründen des internationalen Marketings gewählt, so bedeutet das Wort auf Chinesisches ist möglich“. Auf Englisch kann der Name als Abkürzung für Crossing, Kreuzung von Geschäftskontakten, gesehen werden.[4]

Funktionsweise

Angemeldete Benutzer tragen sowohl berufliche als auch private Daten in ein Profil ein. Über diese Stammdaten hinaus können Kontaktwünsche als Gesuche und Angebote formuliert werden. Zur Kontaktaufnahme ist es notwendig, dass ein Kontaktwunsch von der Gegenseite bestätigt wird. Der Benutzer hat Einfluss darauf, wer welche Informationen aus seinem Profil zu sehen bekommt.

Die Mitgliedschaft bedingt eine Registrierung. Die kostenlose Mitgliedschaft hat im Gegensatz zur kostenpflichtigen stark eingeschränkte Funktionalitäten.

Benutzerfunktionen

Die Benutzerschnittstelle von Xing ist mehrsprachig und berücksichtigt in der Suchfunktion Mitglieder mit gemeinsam gesprochenen Sprachen. Zur Zeit werden folgende Systemsprachen unterstützt: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Niederländisch, Schwedisch, Finnisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Russisch, Polnisch, Ungarisch und Türkisch.

Neben der datenbankorientierten Kontaktpflege bietet Xing öffentliche Veranstaltungskalender, die dem Benutzer thematisch und regional aufbereitet dargestellt werden. Darüber hinaus kann die Terminfunktion auch zur Organisation privater Termine genutzt werden. Eine große Zahl von Diskussionsforen, die teils öffentlich, teils nur für einen bestimmten Kreis von Benutzern zugänglich sind, sowie geschlossene Benutzergruppen für Organisationen und Firmen ergänzen das Angebot.

Ergänzend zum Online-Angebot gibt es zahlreiche Regionalgruppen, die lokale Treffen veranstalten, auf denen persönliche Kontakte geknüpft werden können.

Jeder angemeldete Benutzer von Xing hat auch ein eigenes Postfach. Dieses ist allerdings nur über das Xing-Portal zugänglich. Nutzer können auch direkt Funktionen der Instant-Messaging- und VoIP-Software Skype aufrufen.

Seit dem 12. Oktober 2007 bietet Xing außerdem (bis März 2009 unter dem Label Marketplace) eine Jobbörse an. Mitglieder der Plattform können dort sowohl selbst Stellenangebote einstellen als auch nach freien Stellen suchen. Dabei setzt Xing als erste deutsche Jobbörse auf ein Pay-per-Click-Abrechnungsverfahren. Die Kosten von Stellenanzeigen werden nicht nach Pauschalen berechnet, sondern danach, wie häufig sie von anderen Nutzern aufgerufen wurden.

Die Anmeldung und Nutzung der Grundfunktionen ist kostenlos. Zahlende Mitglieder erhalten unter anderem erweiterte Such- und Statistik-Funktionen; z. B. kann eingesehen werden, welche anderen Mitglieder die eigene Kontaktseite aufgerufen haben und welche der eigenen Kontakte innerhalb der letzten zwei Monate eine Änderung ihrer beruflichen Position zu verzeichnen haben.

Zielgruppe dieser Plattform sozialer Software sind Personen, die der Meinung sind, dass ihr geschäftlicher Erfolg in großem Maße von der Pflege ihres Kontaktnetzwerkes (Partner, Kunden, Freunde, Interessenten, Ex-Kollegen, Ex-Kommilitonen etc.) abhängt.

Kritik

Datenschützer bemängeln, dass Teilnehmer in Unkenntnis der Schutzeinstellungsmöglichkeiten ihre eigenen Kontaktbeziehungen ungeschützt der breiten Öffentlichkeit preisgeben. [5] Es gibt eine Reihe von Webseiten, die Nutzern Hilfestellungen geben, damit sie die Kontrolle über Ihre persönlichen Daten behalten. [6]

Durch die Funktion „Mitglieder, die meine Kontaktseite kürzlich aufgerufen haben“, die nur für Premium-User uneingeschränkt nutzbar ist, wird die eigene Nutzungsweise der Plattform für andere Nutzer bewusst oder unbewusst sichtbar. Auch die Funktion "Neues aus meinem Netzwerk" hat unter Mitgliedern heftige Diskussionen ausgelöst. [7]

Weitere Kritik an den Geschäftsgebaren von Xing gab es Anfang Januar 2008, als bekannt wurde, dass auf den Profilseiten Werbung eingeblendet wird, wenn nicht-zahlende Mitglieder diese aufrufen. Über diese Neuerung wurden die zahlenden Mitglieder nur unzureichend informiert. Aufgrund der zahlreichen Kritik wurde zunächst eine Funktion eingebaut, mit der zahlende Mitglieder die Werbung auf ihren Profilen unterbinden können. Kurz darauf wurden die Werbeeinblendungen wieder vollständig abgeschaltet. [8]

Viele nicht-zahlende Nutzer beklagen, dass die Funktion, anderen Mitgliedern aus Xing heraus Nachrichten zu schicken, den zahlenden Mitgliedern vorbehalten ist. [9]

Beiträge von Nutzern in Gruppen, deren Sichtbarkeit nicht auf Gruppenmitglieder oder andere Xing-Mitglieder beschränkt ist, werden in den Suchmaschinen gelistet, wenn das Mitglied sein Profil für Suchmaschinen und RSS-Feeds freigegeben hat. [10]

Literatur

  • Stephan Lamprecht: XING - Networking im Internet. heise, 3. erweiterte Auflage, 2008, ISBN 978-3-936931-55-6
  • Monika Zehmisch: Cleveres Business Networking mit XING. Data Becker, 2008, ISBN 978-3-815829-13-4

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Xing Pressemitteilung vom 26. März 2009
  2. Artikel in der Süddeutschen Zeitung Online vom 12. Juli 2006
  3. boerse.ard.de (7. Dezember 2006): OpenBC-Chef ist zufrieden
  4. Warum der Name XING? Offizielle Stellungnahme von Lars Hinrichs
  5. http://www.sicherheitskultur.at/privacy_soc_networking.htm
  6. http://www.rumohr.de/blog/2007/die-100ige-privatsphaere-im-xing/
  7. http://www.heise.de/newsticker/Neue-Xing-Funktion-weckt-Datenschutzbedenken--/meldung/100149
  8. http://www.werbeblogger.de/2008/01/06/xing-keine-werbung-auf-den-premium-profilseiten/
  9. http://www.georgholzer.at/blog/2009/01/06/xing-is-useless-for-me/
  10. http://www.xing.com/app/network?op=topic

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