OVW

OVW
World Wrestling Entertainment, Inc.
Logo der World Wrestling Entertainment
Unternehmensform Corporation
ISIN US98156Q1085
Gründung 1952
Unternehmenssitz Stamford, Connecticut, USA
Unternehmensleitung
Mitarbeiter 564 [1]
Umsatz 526,5 Millionen $, 2008[2]
Branche Sport - Unterhaltung
Website

www.wwe.com

World Wrestling Entertainment, kurz WWE, ist ein an der Wall Street notiertes Medienunternehmen, welches unter anderem eine gleichnamige Wrestlingliga betreibt. Nach einem Rechtsstreit mit dem World Wide Fund for Nature änderte die WWE ihren Namen am 6. Mai 2002 von World Wrestling Federation in World Wrestling Entertainment.[3] Hauptanteilseigner der WWE ist die Familie McMahon unter ihrem Familienoberhaupt Vincent K. McMahon.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Anfänge / Capitol Wrestling

Roderick James „Jess“ McMahon war eigentlich ein Box-Promotor, der im amerikanischen Nordosten beheimatet war. Doch ab etwa 1933 veranstaltete McMahon erstmals Wrestlingshows im "Municipal Stadium" in Freeport, Long Island. Durch seine Kontakte mit Wrestlinggeschäftsgrößen, wie Raymond Mondt und Ray Fabiani, wurde es seinem Sohn Vince McMahon Sr. später möglich, Partnerschaften mit angrenzenden Promotern einzugehen.

1948 wurde Vince Manager der Turner Arena in Washington D.C., 1952 erwarb er die Rechte an dieser Arena komplett. 1953 schließlich veranstaltete McMahon seine erste eigene Wrestlingshow und trat dem Dachverband National Wrestling Alliance bei. Er benennt die Arena 1955 in Capitol Arena um und 1956 werden die Kämpfe erstmals im DuMont-Network ausgestrahlt. Im gleichen Jahr intensiviert er seine Zusammenarbeit mit Raymond Mondt in New York und am 26. November des Jahres veranstalten sie ihre erste gemeinsame Show im Madison Square Garden.

1957 eröffnet McMahon in Washington ein zentrales Büro, von dem aus er alles steuert. Als Organisation wird die Capitol Wrestling Corporation (CWC) in das Register eingetragen. Teilhaber sind zunächst McMahon und Mondt zu gleichen Teilen. 1961 folgt schließlich die entsprechende Eintragung der Organisation in New York. [4]

World Wide Wrestling Federation

Die NWA schuf im Oktober 1948 einen von allen Mitgliedsverbänden anerkannten NWA World Heavyweight Wrestling Champion-Titel, der weltweit verteidigt werden konnte. Seit dem 30. Juni 1961 war „Natureboy“ Buddy Rogers der amtierende NWA-Weltmeister.[5] Buddy Rogers stand als NWA-Champion meist bei der CWC unter Vertrag. Einige Mitglieder der NWA waren jedoch damit unzufrieden, dass es Rogers dadurch selten erlaubt wurde, den Titel auch außerhalb des amerikanischen Nordostens auszukämpfen. Mondt und McMahon wollten, dass Rogers seinen Titel auch weiterhin behielt und dass dieser, die von der NWA geforderte Kaution von 25.000$ aufbringen sollte. Das entsprach der üblichen Praxis, dass alle NWA-Titelhalter eine Sicherheitskaution stellen mussten, welche verfiel, wenn sie nicht antraten. Rogers aber war seinerseits nicht bereit, diese Summe aufzubringen, und so musste er am 24. Januar 1963 im benachbarten Kanada seinen NWA Championship Titel an Lou Thesz abgeben.

Aus Protest gegen diese Entscheidung verließ die CWC den NWA-Dachverband und stellte im April des gleichen Jahres mit der neuen Promotion World Wide Wrestling Federation (WWWF) eine zu NWA in Konkurrenz stehende Liga auf. Boddy Rogers wurde zum ersten regulären WWWF-Champion ernannt. Laut WWE-Geschichte gab es im April 1963 ein Wrestling-Turnier in Rio de Janeiro, bei dem sich Buddy Rogers im Finale gegen Antonino Rocca durchsetzten und somit erster WWWF World Heavyweight Champion werden konnte. Die Wahrheit ist jedoch, dass der gesundheitlich angeschlagene Rogers (er hatte schon einige Zeit mit Herzproblemen zu kämpfen) den Titel kampflos zugestanden bekam. Bereits einen Monat später, am 17. Mai 1963, verlor Boddy Rogers seinen WWWF-Titel an Bruno Sammartino in weniger als 60 Sekunden.

Obwohl die WWWF nun kein Teil der NWA war, saß Vince McMahon Sr. (der Sohn Roderick McMahons) aber weiterhin im Aufsichtsrat der National Wrestling Alliance. Auch war die WWWF zu der Zeit noch an ihr Stammterritorium gebunden und durfte ihre Wrestler nicht landesweit antreten lassen. Mitte der 1960er Jahre verließ Raymond Mondt die Promotion und diese ging nun in den alleinigen Besitz der Familie McMahon über.

World Wrestling Federation

Im März 1979 wurde die WWWF in World Wrestling Federation umbenannt und nun langsam zur größten Wrestling-Liga der Vereinigten Staaten, indem man begann, kleinere Regionalligen aufzukaufen. McMahon gründete die Firma Titan Sport Inc., die er als Eigentümer der Liga einsetzte.

1980 kaufte Vincent K. McMahon die Titan Sport Inc. von seinem Vater, sowie 1982 auch die CWC. Vince McMahon hatte im Gegensatz zu seinem Vater, der diesbezüglich noch der NWA-Einstellung nahestand, erkannt, dass Wrestling in erster Linie Unterhaltung war. So begann er, die WWF landesweit zu einem Wrestling-Unterhaltungs-Programm (Wrestling-Entertainment) umzufunktionieren. Die WWF stand damals in unmittelbarer Konkurrenz zur AWA, die sich ebenfalls von der NWA getrennt hatte. Später konnte Vince McMahon diese Wrestling-Liga in seine WWF eingliedern.

Andere NWA-Mitgliedsverbände waren darüber verärgert, dass sich Vince McMahon nicht an das ungeschriebene Gesetz hielt, nur in seinem Territorium TV-Sendungen auszustrahlen. Nachdem McMahon einige finanzstarke Sender auf seine Seite gezogen hatte, liefen WWF-Sendungen wie „All American Wrestling’’, „Wrestling Challence’’ und „Wrestling Superstars“ in den ganzen Vereinigten Staaten und auch in Kanada. Mit der Rückkehr Hulk Hogans aus der AWA wurde das Bild der WWF nochmals verändert. Nach 1984, als dieser sich zum ersten Mal den WWF-Heavyweight Titel sichern konnte, wurde die gesamte WWF und deren Marketing rund um Hogan aufgebaut.

Mit der ersten „Wrestlemania“-Veranstaltung war es der WWF 1985 gelungen, die für die spätere Entwicklung des Wrestlings bedeutendste Großveranstaltung auf die Beine zu stellen. Sie wurde später das Vorbild anderer WWF-Großereignisse. Die Wrestlemania ähnelte zwar der NWA Starrcade, es traten dort aber vor allem die Superstars der WWF auf, während Starrcade zu der Zeit hauptsächlich noch aus Jobber - Kämpfen mit wenigen NWA-Stars bestand. Ab 1985 wurden die Sendungen der WWF auch in das nationale Kabelfernsehen eingestellt und liefen nun in den gesamten USA. In der Folgezeit begann die sogenannte „Rock´N Wrestling - Ära“, welche das Unternehmen an die Spitze dieser Unterhaltungsart brachte.

Doch fast zehn erfolgreiche Jahre später, drohte ein Skandal. Es wurde bekannt gegeben, dass WWF-Superstars, wie Hulk Hogan unter dem Verdacht des Steroid-Missbrauchs standen. Man war gezwungen zu reagieren und machte daher 1993 den wesentlich kleineren Bret Hart zum neuen Zugpferd. Die WWF wurde schließlich zu einer Strafe von fünf Millionen Dollar verurteilt und die Organisation stand kurz vor dem Bankrott. Vince McMahon kürzte seinen Wrestlern und dem WWF-Personal ihre Gehälter um fast 40 Prozent, was dazu führte, dass viele ehemalige WWF-Superstars sich zwischen 1993 und 1995 bei der WCW verpflichteten. Um wieder Geld in die Liga zu bekommen, wurde die WWF schließlich in ein Börsen-notiertes Unternehmen umgewandelt.

Attitude-Ära

Um den nun entstandenen Quotenkrieg gegen die WCW gewinnen zu können, begann 1997/98 die sogenannte „Attitude Era“, die Superstars wie The Rock und Steve Austin hervorbrachte. Die WWF strahlte mehr Gewalt, Schimpfwörter und unerwartete Wendungen aus, um mit der WCW zu konkurrieren. Nachdem Bret Hart im Anschluss an den Montreal Screwjob Vorfalls zur WCW wechselte, nutzte Vince McMahon die resultierende Antipathie gegen ihn und schuf den Charakter des „Mr. McMahon“. Das Gimmick von Mr. McMahon war das eines „skrupellosen Bösewichts“ und diktatorischen Herrschers der WWF. Er bevorzugte Heels, die „gut fürs Geschäft“ waren und verabscheute „missratene“ Faces wie Steve Austin. Dies führte schließlich zur Fehde zwischen Austin gegen McMahon und war, neben der Formierung der D-Generation X die Grundlage der Attitude-Ära. Die Attitude-Ära kennzeichnet außerdem die Monday Night Wars bei denen beide Wrestlingpromotions, WCW und WWF, Montag Nacht Shows hatten und gegeneinander um die Einschaltquoten kämpften. Viele neue Gesichter kamen zur WWF, wie Mick Foley, Chris Jericho, The Rock, Kane und der olympische Goldmedaillen-Gewinner von 1996 Kurt Angle. Auch wurde nun die Zielgruppe der WWF geändert: Standen vor dieser „Attitude Era“ hauptsächlich Kinder und Jugendliche im Fokus, wurden nun auch die Altersgruppen darüber ins Auge gefasst.

Um neue Zuschauer zu gewinnen, gründete die WWF im Jahr 2000 eine eigene Football-Liga. Diese wurde aber nach finanziellen Rückschläge wieder eingestellt. 2001 konnte die World Wrestling Federation die Ligen World Championship Wrestling und ECW erwerben und stieg damit zum weltweiten Marktführer im Wrestling-Bereich auf.

World Wrestling Entertainment

Im April 2002 musste sich die World Wrestling Federation nach einem Gerichtsurteil umbenennen, da das Kürzel WWF von der Umweltorganisation „World Wide Fund for Nature“ verwendet wurde und diese dagegen erfolgreich geklagt hatte. Kurz zuvor gab es die Brand Extension, in der man den Kader in zwei Shows unterteilte, Raw und SmackDown. Seitdem gibt es die sogenannte Draft Lottery, eine Art Besetzungswechsel, bei dem Wrestler die Brands wechseln.

Im Mai 2006 gab man bekannt, dass man Extreme Championship Wrestling als dritten Brand einführen wird. Seit Juni läuft die ECW-Show jeden Dienstagabend auf dem SciFi-Channel. Seit Januar 2008 laufen alle Sendungen der WWE und den drei Rostern in HDTV.

Aktuellstes Projekt von Vince McMahon sind die WWE Films, die bisher See No Evil (mit Kane), The Marine (mit John Cena), Die Todeskandidaten (The Condemned) (mit Steve Austin) und Zwölf Runden (12 Rounds) (mit John Cena) hervorbrachten.

Show-Formate

Die drei Hauptsendungen der WWE (RAW, Friday Night SmackDown! und ECW On Sci-Fi) werden vor der Kamera als gegeneinander konkurrierend dargestellt. Diese Konkurrenz ist allerdings Teil der Storylines, aus denen gestellte Kämpfe, Fehden oder Freundschaften zwischen den einzelnen Wrestlern resultieren. Genauso verhält es sich mit den so genannten General Managern, die ebenfalls lediglich vor der Kamera den Rostern voranstehen.


WWE Superstars

Das am 16. April 2009 zu ersten Mal ausgetragene WWE Superstars ist ein neues Konzept der WWE, um höhere Einschaltquoten zu erzielen und gestartete Fehden weiter zu verstärken. TV-Sender WGN America überträgt jeden Donnerstag das neue Konzept, indem jeder Superstar aus jedem Brand (RAW, Friday Night SmackDown! und ECW On Sci-Fi) gegeneinander antreten kann.

Saturday Night's Main Event

Neben den drei getrennten Hauptsendungen gibt es seit dem 18. März 2006 wieder unregelmäßig WWE Saturday Night's Main Event. Die Erstausstrahlung erfolgte am 11. Mai 1985 auf dem Sender NBC und war für diesen damals ein Quotengarant. Im Gegensatz zu den anderen WWF-Shows traten hier keine Jobber, sondern nur Topstars an. Die Show hatte zwar feste Sendetermine, jedoch keinen festen Senderhythmus. Ab 1990 fielen jedoch die Quoten und der Produzent Dick Ebersol, mit dem Vince McMahon den Vertrag geschlossen hatte, wechselte zu NBC Sports. Die Show wurde daher von NBC verworfen und ging am 27. April 1991 zum letzten mal auf Sendung. Der Sender Fox Network übernahm das Format, jedoch wurden nur zwei Shows produziert. Die letzte am 27. Oktober 1992. Die Show ist heute ein zweistündiges Showformat, in welchem die Akteure aller drei sogenannten Brands der WWE auftreten. Wie auch damals gibt es keinen festen Senderhythmus.

PPVs

Großveranstaltungen der WWE werden als Pay-Per-View, kurz PPV, international im Fernsehen übertragen. PPVs machen ein Viertel des Gesamtumsatzes der WWE aus. In Deutschland kann man diese Großveranstaltungen auf Premiere Direkt live sehen. Hervorzuheben sind dabei die vier ursprünglichen Großveranstaltungen (Royal Rumble, WrestleMania, SummerSlam, Survivor Series), welche auch heute noch die aufwendigsten und größten des Jahres sind.

Das Hauptquartier der WWE in Stamford, Connecticut
Monat Event
Januar Royal Rumble
Februar No Way Out
März/April WrestleMania
April Backlash
Mai Judgment Day
Juni Extreme Rules
Juni The Great American Bash
Juli Night of Champions
August SummerSlam
September Unforgiven
Oktober No Mercy
Oktober Cyber Sunday
November Survivor Series
Dezember Armageddon

Alle PPVs werden nach Ausstrahlung auch auf DVD vertrieben.

Development-Ligen

Die WWE hat mit Florida Championship Wrestling momentan nur eine Wrestlingliga, die sie benutzt, um Wrestler auszubilden. Neue Wrestler werden hier erst einmal mit der WWE vertraut gemacht und dabei auf ihre Tauglichkeit für das Hauptprodukt getestet.

Florida Championship Wrestling

Florida Championship Wrestling, oder kurz FCW, wurde 2007 von Steve Keirn (in der WWE als Skinner bekannt) gegründet und ersetzte Deep South Wrestling. Seit 8. Februar 2008 ist die Liga die einzige Aufbauliga der WWE. Als Cheftrainer arbeitet dort Tom Prichard. [6]

Deep South Wrestling

Ist eine ehemalige Ausbildungsliga der WWE. Deep South Wrestling wurde 2005 als zweite Entwicklungsliga der WWE eröffnet. Aufgebaut wurde die Promotion von Bill Behrens, dem Ex-Promoter von NWA Wildside und Jody „The Assassin“ Hamilton, dem vormaligen Cheftrainer des WCW Power Plants. Behrens verließ die Liga bald darauf und Hamilton leitete sie seitdem allein. Cheftrainer war zunächst Bill DeMott, der im Januar 2007 von Tom Prichard abgelöst wurde. Nach Kritik wegen unzureichender Entwicklung der dort untergebrachten Talente trennte sich die WWE im April 2007 von Deep South Wrestling.

Ohio Valley Wrestling

Ist eine ehemalige Ausbildungsliga der WWE, die 1997 Daniel Briley, der in seiner aktiven Wrestlingzeit als Danny Davis auftrat, und dem ehemaligen Wrestling-Promoter sowie dem ehemaligen Promotionsbesitzer Jim Cornette gegründet wurde. Nachdem Cornette 2005 ausschied, übernahm Briley die Leitung allein, Cornette blieb jedoch Teilhaber. Als Cheftrainer arbeitete dort Al Snow. Am 8. Februar 2008 kündigte die WWE die Zusammenarbeit mit Ohio Valley Wrestling.

Siehe auch

Weblinks

Offiziell

Inoffiziell

Einzelnachweise

  1. corporate.wwe.com
  2. corporate.wwe.com
  3. fernsehen.de - World Wrestling Entertaiment Infos zur TV Serie
  4. National Wrestling Alliance - The Untold Story of the Monopoly That Strangled Pro Wrestling (Tim Hornbaker)
  5. http://www.genickbruch.com/titel/showtitel.php?titelid=144
  6. http://www.cagematch.de/?id=8&nr=265 Florida Championship Wrestling

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