Oaxaca


Oaxaca
Oaxaca
Wappen von Oaxaca
Oaxaca in Mexico.svg
Hauptstadt Oaxaca de Juárez
Fläche 93.952 km² (Rang 5)
Einwohnerzahl 3.801.962 (Rang 10)
Bevölkerungsdichte 37 Einwohner pro km²
(2010[1])
Gouverneur Ulises Ruiz Ortiz (PRI)
(2004–2010)
Bundesabgeordnete PRI = 11
(Insgesamt 11)
Senatoren PRI = 2
PRD = 1
ISO 3166-2 MX-OAX
Postalische Abkürzung Oax.
Website www.oaxaca.gob.mx

Oaxaca ( wɑˈhɑkɑ?/i) ist einer der 32 Bundesstaaten von Mexiko. Er ist benannt nach seiner Hauptstadt Oaxaca de Juárez. Oaxaca liegt im Süden des Isthmus von Tehuantepec.

Im Nordwesten grenzt der bergige Staat an Puebla, im Nordosten an Veracruz, im Westen an Guerrero und im Osten an Chiapas. Im Süden grenzen ihn rund 600 km Küste von dem Pazifik ab. Seine Fläche beträgt etwa 94.000 km², womit er 4,8 % der Fläche Mexikos einnimmt. In Oaxaca leben 3,51 Millionen Menschen. Es beherbergt über 16 verschiedene Volksgruppen und ist daher einer der kulturell vielfältigsten Bundesstaaten. Genauso wie andere Staaten Mexikos, besitzt Oaxaca eine eigene Verfassung, ein Strafgesetzbuch und ein eigenes Wappen.

Inhaltsverzeichnis

Name

Der Staat ist benannt nach seiner Hauptstadt Oaxaca de Juárez (siehe dort zur Herkunft des Wortes).

Kolonialzeitlich wurde das Gebiet der Talregion als "Las Cuatro Villas" bezeichnet, weil es aus vier von einander räumlich getrennten Kleinstädten bestand, die administrativ als Besitzungen von Hernán Cortés zusammengefasst waren. Der Name Oaxaca wurde später auf den Staat übertragen.

Geographie

Oaxaca liegt auf der Kreuzung dreier Bergketten: Der Sierra Madre Oriental, der Sierra Madre del Sur und der Sierra Atravesada. Daher ist sein Terrain sehr rau und gebirgig mit einem großen gemäßigten Haupttal. Die durchschnittliche Höhe beträgt 1500 Meter über dem Meeresspiegel. Der wichtigste Fluss ist der Papaloapan, der von den Flüssen Tomellín und Santo Domingo gespeist wird. Der höchste Berg ist der Cerro Nube (Quie Yelaag in Zapoteco). Er liegt in der Sierra Madre del Sur und seine Spitze ist mit 3750 Metern die elfthöchste in Mexiko.

Klima

Durch seine komplizierte Geographie umfasst Oaxaca viele unterschiedliche Klimazonen. Von eisigen Berggipfeln über heiße, trockene Wüstenregionen bis zu tropisch-warmer Küste ist alles anzutreffen.

Geschichte

Erste Zeichen menschlicher Besiedlung in Oaxaca, lassen sich auf ca. 11.000 v. Chr. datieren.[2] In einer Höhle mit dem Namen Guilá Naquitz in der Nähe der Stadt Mitla fand man Reste kultivierter Pflanzen von etwa 8000 bis 7000 v. Chr.[3]

Die erste sesshafte Besiedlung des fruchtbaren zentralen Hochebene Oaxacas, die zahlreiche Höhlen aufweist, wird von US-amerikanischen Forschern durch Radiokohlenstoffdatierung auf ca. 1500 v. Chr. datiert.[4] Wahrscheinlich waren die ersten Siedler Olmeken.

Circa um 200 v. Chr. wurde der Berggipfel von Monte Albán (weißer Berg) wahrscheinlich von Zapoteken abgetragen und die ersten Tempel wurden errichtet. Zwischen 200 v. Chr. und 300 n. Chr. dehnten sie ihren Einfluss auf ganz Oaxaca aus.

Zwischen 300 und 700 war die Stadt auf ihrem Höhepunkt und die Zapoteken beherrschten von dort aus ihr ganzes Reich in Mittelamerika. Nachdem die Zapoteken aus unbekannten Gründen um 950 Monte Albán verließen, wurde es von den Mixteken übernommen. 1458 besetzten die Azteken unter Moctezuma I. Oaxaca. Der Nachfolger Moctezumas I errichtete einen Militärposten und die gesamte Region geriet in die Tributpflicht der Azteken.

Der spanische Eroberer Hernán Cortés eroberte 1521 das Tal von Oaxaca und bekam es 1528 von König Karl V. als Dank für die Eroberung Mexikos geschenkt. Dies machte ihn zu einem der reichsten Adligen Spaniens und er bekam den Titel Marqués del Valle de Oaxaca.

Im Jahre 1544 wurde mit dem Bau der Kathedrale in Oaxaca-Stadt begonnen. Im Jahre 1812 wurde Oaxaca durch die Rebellen um José María Morelos eingenommen. Von 1847 bis 1852 war der spätere mexikanische Präsident Benito Juárez Gouverneur von Oaxaca. Sein bedeutendstes Zitat lautet „El respeto al derecho ajeno es la paz“, was so viel bedeutet wie „Friede ist der Respekt gegenüber dem Recht des Nächsten“. Dieser Satz ist auch in überdimensionalen Lettern auf einem Berg der Hauptstadt angebracht.

2006 entwickelte sich aus einem Protest der Lehrergewerkschaft in Oaxaca-Stadt ein landesweiter Aufstand. Im Zusammenhang damit wurde die Hauptstadt des Bundesstaates fünf Monate lang von Aufständischen besetzt gehalten.

Hauptartikel: Konflikt in Oaxaca

Politik

Die Exekutive wird vom Gouverneur des Staates ausgeübt. Er hat das Recht, den Regierungsgeneralsekretär und "... alle anderen Sekretäre sowie öffentliche Organe der Regierung des Staates zu benennen..."[5] und der Legislative Gesetzesinitiativen vorzustellen. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre. Innerhalb dieser Periode besteht außer im Todesfall keine Möglichkeit der Abwahl.

Die Legislative wird vom Kongress des Staates mit 42 Abgeordneten gebildet. Davon werden 25 nach dem Mehrheitswahlrecht und 17 nach dem Verhältniswahlrecht bestimmt. Die Legislaturperiode beträgt drei Jahre, eine Wiederwahl ist nicht möglich.

Die Judikative wird vom Obersten Gerichtshof, von den Richtern der ersten Instanz und den Geschworenen ausgeübt. Der Oberste Gerichtshof wird von Justizbeamten und Richtern geleitet. Die Justizbeamten werden vom Gouverneur des Staates ernannt. Die Amtszeit beträgt fünfzehn Jahren und sie können wiedergewählt werden.

Wirtschaft

Der Hauptwirtschaftssektor ist die Landwirtschaft. In Oaxaca werden Zuckerrohr, Zitronen, Apfelsinen, Luzerne, Gerste, Mais, Avocado, Pinienzapfen, Reis, Melonen, Aloe, Kaffee und Tabak angebaut.

Ein weiterer, wichtiger Wirtschaftssektor ist der Tourismus. Dieser wird in vier Teilgebiete untergliedert:

  • Strände und natürliche Sehenswürdigkeiten: Bahías de Huatulco, Puerto Escondido, Santa María del Tule, Hierve el Agua, Guilá Naquitz, Gheo Shih, usw.
  • Öko-, alternativer und Abenteuertourismus: Boot- und Kajakfahren, Sportfischen, Camping, Bergradsport, Abseilen, ländlicher Tourismus, usw.
  • Feste und Feiern: Semana Santa, Guelaguetza, Velas Istmeñas, Todos Santos, Noche de Rábanos, Virgen de Juquila, Virgen de Guadalupe, Virgen de la Soledad, Santo Cristo de Tlacolula, etc.
  • Archäologische Zonen: Monte Albán, Mitla, Yagul, San José Mogote, Dainzú, Yucuita, Yucuñudahui und Zaachila

Kommunalstruktur

In Oaxaca gilt das Municipio (Gemeinde) als Grundlage der politischen-amtlichen Organisation. In Mexiko gibt es derzeit insgesamt 2438 Municipios.[6] Davon befinden sich in Oaxaca 570 (fast 25 %), die in der Regel sehr klein sind. Der Gemeinderat und die lokalen Amtsträger werden entweder auf demokratischem Weg über Parteien gewählt oder nach althergebrachten „Gebräuchen und Gewohnheiten“ (usos y costumbres) durch eine Volksversammlung bestimmt.

Oaxaca ist zudem in 30 Distrikte (Distritos electorales, Wahlbezirke) gegliedert, jeder Bezirk besitzt einen Richter und eine Steuerverwaltung.

Die „Gebräuche und Gewohnheiten“

Von den 570 Gemeinden von Oaxaca haben 418 (fast 75 %) eine Selbstverwaltung nach dem althergebrachten System der Gebräuche und Gewohnheiten (usos y costumbres) und nur 152 nach dem Parteiensystem.[7]

Die Gebräuche und Gewohnheiten werden von der Dorfgemeinschaft bestimmt. Dies gibt ihnen Identität und trägt dazu bei uralte Sitten, Gebräuche und die eigene Sprache zu erhalten. Die kommunalen Regierungen werden von keiner Partei gestellt. Die Gemeinschaft wählt sie für das Amt durch die Volksversammlung.

Die Volksversammlung ist die größte einheimische Autorität. In ihr versammeln sich alle Oberhäupter der Familie und Dorfältesten. Sie wählen dann im Konsens die Regierungsvertreter, vom topiles, einer Art Polizisten, bis zum Dorfvorsteher (Bürgermeister). Die Amtszeiten sind nicht einheitlich.

Das Amt ist eine Pflicht und Ehre, aber kein Vorrecht. Der Gewählte arbeitet für das Wohl der Gemeinschaft und erhält keinen Lohn.

Dieses Modell geht auf das XVI. Jahrhundert zurück, als die spanischen Kolonisatoren die kastilischen Gemeinden einführten und so die ursprünglichen, örtlichen Traditionen verändert wurden, so dass jedes der Völker eine etwas andere Form entwickelte, seine Gebräuche und Gewohnheiten auszuüben.

Kultur- und Naturerbe

Die UNESCO hat am 11. Dezember 1987 die Altstadt von Oaxaca de Juárez und die Ruinen von Monte Albán in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Neben dem Weltkulturerbe hat die UNESCO auch weite Teile des Bundesstaates als Biosphärenreservat anerkannt. Im Gebiet von Oaxaca gibt es etwa 200 Arten von Reptilien, 2204 Pflanzenarten, 530 Arten von Vögeln, 212 Arten von Säugetieren und 93 Arten von Amphibien.

Persönlichkeiten

Sehenswertes

In Oaxaca befinden sich 4000 archäologische Stätten, wovon allerdings bisher nur 800, wie zum Beispiel Monte Albán, Mitlá und Yagul, untersucht wurden; weitere Sehenswürdigkeiten.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Oacaca – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. INEGI. Censo de Población y Vivienda 2010.
  2. Enciclopedia de los Municipios de México - Estado de Oaxaca
  3. Guilá Naquitz - Phaseolus, Cucurbita, atlatl, Lagenaria, Apodanthera
  4. The National Academy of Sciences: War and early state formation in Oaxaca, Mexico
  5. Constitución Política del Estado Libre y Soberano de Oaxaca, Artículo 79, Capítulo III Sección Segunda.
  6. Instituto Nacional para el Federalismo y el Desarrollo Municipal
  7. Gobierno de Oaxaca - Usos y Costumbres

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