Oberhalbstein


Oberhalbstein
Surses mit Riom nach Süden
Surses mit Savognin nach Norden

Das (ausserhalb Graubündens auch der) Oberhalbstein, rätoromanisch und offiziell Surses, ist ein Tal im Kanton Graubünden. Es liegt zwischen Tiefencastel und dem Julierpass und wird vom Fluss Julia (rätoromanisch Gelgia) durchflossen. Politisch ist das Oberhalbstein im Kreis Surses, einem von vier Kreisen des Bezirks Albula, organisiert. Das Oberhalbstein gehört zur Region Surmeir.

Inhaltsverzeichnis

Bevölkerung und Sprache

Die Mehrheit der knapp 2500 Talbewohner spricht das rätoromanische Idiom Surmeirisch (rätoromanisch Surmiran). Durch Zuwanderung wird die Bedeutung der deutschen Sprache aber immer grösser. In Bivio, der höchstgelegenen Gemeinde des Tales, wird auch italienisch gesprochen.

Geografie

Das Tal hat seinen Namen vom Conterser Stein (Crap Ses (764310 / 167214)46.6359489.584709) unterhalb von Cunter beim Taleingang. Die untere Talstufe bis Tinizong heisst Sotgôt (unterhalb des Waldes), jene darüber Surgôt (oberhalb des Waldes). Das Oberhalbstein hat eine Ausdehnung von fast 325 km².

Der tiefste Punkt befindet sich bei Tgant Ladrung zwischen Cunter und Tiefencastel und ist 995 m hoch. Der höchste Punkt ist der Piz Calderas (3'397 m).

Der im Jahr 2006 geschaffene Naturpark Parc Ela ist mit 250 km² der grösste Naturpark der Schweiz. Auf einem Viertel der Fläche des Surses und des Albulatals will der Naturpark mit einer betont sanften Entwicklung den ländlichen Tourismus fördern und das Gebiet als Freizeit- und Erholungsgebiet präsentieren.

Gemeinden

Die Gemeinden des Oberhalbsteins sind von Nord nach Süd: Salouf, Riom-Parsonz, Cunter, Savognin, Tinizong-Rona, Mulegns, Sur, Marmorera und Bivio. Ausser Salouf liegen alle Orte an der Julierpassstrasse (Riom-Parsonz hat beim Crap Ses die Exklave Vscha Riom-Parsonz, die an der Strasse liegt).

Eine vom Kanton Graubünden favorisierte Fusion aller Gemeinden des Tales scheiterte Anfang März 2006 vorwiegend an den kleineren Gemeinden. In getrennten und gleichzeitig stattfindenden Gemeindeversammlungen sagten zwar fast 60% der Stimmenden Ja zum Projekt. Weil sich aber die Gemeinden Cunter, Marmorera, Salouf, Sur und Tinizong-Rona gegen den Zusammenschluss aussprachen und das benötigte Quorum von 85% der Stimmen nicht zustande kam, scheiterte das Projekt. Die Bündner Regierung hatte die erstmalige Fusion eines ganzen Kreises mit einem "Fusionsgeschenk" von 9.25 Millionen Franken aus der Kantonskasse stark propagiert. Die Gemeinde Surses wäre damit zur flächenmässig grössten Gemeinde der Schweiz geworden.

Tourismus

Bekannte Ferienorte im Surses sind Savognin und Bivio.

Talauswärts gesehen liegen rechts die Albula-Alpen und links die Oberhalbsteiner Alpen.

Durch das gesamte Surses führt die Veia Surmirana.

Kultur

Im Juni 2006 wurde die erste professionelle Theater- und Musikbühne in der rätoromanischen Schweiz unter dem Namen Origen auf der Burg Riom eröffnet. Dazu wurde im Inneren der Burg eine Holzkonstruktion mit Bühne und Zuschauerrängen mit 311 Plätzen errichtet. Als erstes Werk wurde die rätoromanische Oper Benjamin aufgeführt.

Sehenswürdigkeiten

  • Auf Gemeindegebiet von Salouf liegt Ziteil, das höchst gelegene Gotteshaus Europas. Die Wallfahrtskirche mit Pilgerhaus liegt auf einer Höhe von 2'429 m.
  • Die auf 2000 Meter über Meer gelegene Alp Flix auf dem Gebiet der Gemeinde Sur erlangte im Zusammenhang einer Untersuchung der Schweizer Naturmuseen nationale Aufmerksamkeit, als dort im Rahmen des Projekts Schatzinsel Alp Flix sämtliche vorkommenden Tier- und Pflanzenarten wissenschaftlich untersucht wurden.

Weblinks

 Commons: Oberhalbstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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