Ochtersum (Hildesheim)


Ochtersum (Hildesheim)
Ochtersum
Wappen von Ochtersum
Koordinaten: 52° 8′ N, 9° 57′ O52.1333333333339.95Koordinaten: 52° 8′ 0″ N, 9° 57′ 0″ O
Fläche: 3,48 km²
Einwohner: 8.886 (2006)
Eingemeindung: 1971
Vorwahl: 05121
Karte

Lage von Ochtersum in Hildesheim

Kath. Kirche St. Altfried

Ochtersum ist eine Ortschaft im Süden von Hildesheim. Dazu, dass sie inzwischen knapp 9.000 Einwohner hat, haben in erster Linie die stetig wachsenden Neubaugebiete, die bereits die Stadtgrenze berühren, beigetragen. Von der benachbarten Ortschaft Barienrode der Gemeinde Diekholzen ist Ochtersum nur noch durch einen schmalen Streifen Ackerland getrennt, so dass das Wachstum an seine Grenzen gelangt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die erste bisher bekannte urkundliche Erwähnung Ochtersums stammt aus einer auf das Jahr 1132 datierten Urkunde. In ihr tritt ein Conradus de Ochtereshem als Urkundenzeuge in Erscheinung. Der Name "Ochtereshem" kann als das "Heim des Ochtger" bzw. "Ortger" hergeleitet werden. Dieser Personenname kann den Sinn "schneller Speer" haben. Die Siedlung trat in diesen Jahrhunderten urkundlich als Sitz eines Hildesheimer Ministerialengeschlechts in Erscheinung. Der Straßenname „Am Burghof“ erinnert wahrscheinlich an den dort gelegen Rittersitz.

Im Altdorf Ochtersum.
Ehem. Pfarrkirche St.Godehard (seit 1978 geschlossen).

Die Einwohner waren eingepfarrt nach Lucienvörde bei dem heutigen Vier Linden, wo die St. Stephanus Kapelle stand. Noch heute enthält das Ochtersumer Ortswappen die noch bis ins 19. Jahrhundert im freien Felde stehende Lucienvöder Kirche.

Bei der Volkszählung von 1895 lebten in Ochtersum 369 Menschen.

Die einvernehmliche Eingemeindung erfolgte bereits 1971, also drei Jahre bevor zahlreiche weitere Eingemeindungen Hildesheim zur Großstadt werden ließen.

Das Dorf gehörte zum Kleinen Stift des Hochstift Hildesheim und war daher stets katholisch geblieben. Durch den Zuzug vieler Heimatvertriebener nach 1945 und den allgemeinen Bevölkerungsaustausch mit anderen Hildesheimer Stadtteilen dürften die Katholiken inzwischen die Bevölkerungsmehrheit verloren haben. Am 31. Dezember 2005 hatte Ochtersum 8.385 Einwohner.

Verkehr

In Ochtersum enden zwei der fünf Hauptbuslinien des Stadtverkehr Hildesheim. Die Linie 2 verbindet die Nordstadt mit dem nördlichen Ochtersum, die Linie 5 führt vom östlichen Stadtteil Stadtfeld in die Neubaugebiete im Süden Ochtersums. Außerdem endet die Nebenlinie 9 an der Renataschule (Realschule) in Ochtersum.

Die Bundesstraße 243 begrenzt Ochtersum im Osten und verbindet über die Alfelder Straße mit der Hildesheimer Innenstadt. Östlich der B243 befindet sich das größte Freizeitareal Hildesheims. Neben dem Hohnsensee und zwei Freibädern befinden sich dort auch viele verschiedene Sportplätze Hildesheimer Sportvereine.

Infrastruktur

In Ochtersum gibt es zwei Gewerbegebiete, ein kleineres im Norden mit Drogerie-, Supermarkt und weiteren kleineren Geschäften, und ein größeres im Süden mit mehreren kleineren Supermärkten, einem Großmarkt und weiteren Geschäften.

Auf dem Feldstreifen zwischen Ochtersum-Süd und Barienrode - aber noch auf Hildesheimer Territorium - wird zur Zeit ein noch größeres Gewerbegebiet errichtet. Auf diesem Gebiet hat bereits ein Baumarkt mit Gartenmarkt eröffnet. Des Weiteren ist hier ein neuer Großmarkt geplant, der den bisherigen in Ochtersum ersetzen soll.

In Ochtersum gibt es eine Realschule und eine Grundschule.

Trivia

Literatur

  • Helmut von Jan: Bischof, Stadt und Bürger. Aufsätze zur Geschichte Hildesheims. Bernward, Hildesheim 1985, ISBN 3-87065-375-2
  • Ute Harte: Ochtersum. Vom Stiftsdorf zum Hildesheimer Stadtteil. Ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des Umlandes der Stadt Hildesheim. Stadtarchiv Hildesheim, Hildesheim 1997, ISBN 3-931987-04-3

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