Ofen


Ofen
Wohnzimmerofen aus Uetersen, 19. Jh.

Ein Ofen ist eine Vorrichtung zur kontrollierten Erzeugung von Wärme, meist durch Verbrennung von Brennholz oder fossilen Brennstoffen wie Gas, Öl oder Kohle.

Öfen existieren in verschiedenen Bauformen und für verschiedene Anwendungen, von einfachen überkuppelten Feuerstellen zum Backen und Heizen bis zu den großen Hochöfen zum Erzeugen von Stahl des industriellen Zeitalters.

Inhaltsverzeichnis

Produktion

Man unterscheidet verschiedene Ofenarten nach der Anwendung:

Industrieöfen umfassen Prozesse wie das Schmelzen, Anlassen, Härten, Tempern, Trocknen und Verformen von Werkstücken aus Metall, Ton, Glas und Kunststoff, Herstellung von Metallen (Schmelzprozesse und Pulvermetallurgie), Herstellung oder Behandlung von Stoffen für die Chemische-, Farben-, Holz-, Elektronik-, Fahrzeug- und Lebensmittelindustrie, aber auch Recycling, Bodenaufbereitung, Müllverbrennung. Deutschland ist neben den USA und Japan das wichtigste Herstellerland von Industrieöfen (in Deutschland gibt es etwa 270 Hersteller von Industrieöfen).

Heizen

Ofen aus Ungarn
Alter Schneiderofen

Zimmerofen dienen als Wärmequelle von Räumen, die Bauformen reichen vom einfachen Holzofen bis zu Kamin- oder Kachelöfen.

nach Luftzufuhr

Unterschieden wird hier zwischen raumluftabhängiger und raumluftunabhängiger Luftzufuhr. Eine raumluftabhängige Feuerstelle (offener Kamin) bezieht den zur Verbrennung nötigen Sauerstoff aus dem Innenraum: Der Betrieb ist abhängig von der Raumluft. Im Gegensatz dazu wird ein raumluftunabhängiger Ofen mit Sauerstoff von außen versorgt. Die Abkürzung für raumluftunabhängig ist RLU. Die Begriffe finden sich in Deutschland in der Feuerungsverordnung (FeuVO).

In älteren Gebäuden ist die Hülle des Hauses relativ undicht ausgeführt, so dass durch Leckagen an den Fenstern genügend Frischluft für die Verbrennung nachströmt. Bei der heute angewandten winddichten Bauweise ist diese Frischluftzufuhr nicht mehr automatisch gewährleistet. Daher gibt es raumluftunabhängige Öfen und Feuerungsanlagen, denen die Verbrennungsluft über Leitungen oder Schächte zugeführt wird.

nach Baumaterial

  • Der aus Lehm gebaute Lehmofen
  • Der Kachelofen aus spezielle geformten Keramikplatten oder (in der frühen Neuzeit) mehr oder weniger schüsselförmigen Kacheln.
  • Beim Holzknechtofen (auch Finnenofen, Schwedenofen oder sibirischer Ofen) wird ein Stammholz mit einer mittigen Bohrung und seitlichen Luftschlitzen versehen. Der Ofen wird stehend zum Abbrennen gebracht.

nach Art der Wärmeabgabe

  • Ein Warmluftofen gibt einen Strom warmer Luft an die Umgebung ab. Hierzu gehören auch Heizlüfter.
  • Ein Strahlungsofen (Grundofen) erwärmt seine Umgebung durch die nach außen dringende Brennwärme.

Kochen

  • Anagama sind aus dem ostasiatischen Altertum stammende, liegende Einkammer-Öfen.
  • Der Brasero ist ein mobiler Ofen auf Kohle- oder Holzkohlebasis, der heute noch in Südamerika, etwa in Paraguay, zum Kochen benutzt wird.

Bau- und Betriebsformen

nach der Technik

nach Energiequelle

  • Der Solarofen nutzt die Energie der Sonne, indem Wasser und Essen im Brennpunkt eines Spiegels erwärmt wird.
  • Ofen für feste Brennstoffe (Scheitholz, Holz-Hackschnitzel, Holz-Pellets, Holz-Sägespäne, Braunkohlebriketts, Steinkohle, Papierfaser-Briketts)
  • Ofen für flüssige Brennstoffe, wie Öl, Benzin oder Petroleum
  • Ofen zum Verbrennen von Gasen, wie Erdgas oder Butan

nach Betriebszeit

  • Zeitbrand
  • Dauerbrand

Geschichte

In Mitteleuropa sind Öfen bereits seit der jungsteinzeitlichen bandkeramischen Kultur belegt. Brennöfen zum Brennen von Keramik gibt es spätestens seit der Urnenfelderkultur.

Siehe auch

Literatur

Jörg Petrasch: Typologie und Funktion neolithischer Öfen in Mittel- und Südosteuropa. Acta Praehistorica et Archaeologica 18, 1986, 33–83.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Ofen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Ofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hermann Kopp: Geschichte der Chemie, I-IV, Braunschweig 1843–1847, Neudruck Hildesheim 1966, Band II, S. 20

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