Offdilln

Offdilln
Offdilln
Stadt Haiger
Koordinaten: 50° 50′ N, 8° 14′ O50.82648.2302387Koordinaten: 50° 49′ 35″ N, 8° 13′ 49″ O
Höhe: 387–577 m ü. NN
Fläche: 10,91 km²
Einwohner: 760 (31. Dez. 2010)
Eingemeindung: 1979
Postleitzahl: 35708
Vorwahl: 02774

Offdilln ist ein Stadtteil von Haiger im Lahn-Dill-Kreis in Hessen. Ende 2007 hatte Offdilln etwa 800 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Geografie und Ortsbild

Der Ort liegt rund 11 km nördlich von Haiger an der Quelle des Flusses Dill, der später in die Lahn mündet.

Heute verfügt der Ort noch über viel alte Bausubstanz, die zum Teil aufwändig restauriert wurde. Jedoch hat ein Brand in der Mitte des 19. Jahrhunderts einiges der historischen Bausubstanz vernichtet. Daraus ist die heutige "Neue Straße" entstanden.

Neben zwei noch erhaltenen Schmieden besitzt der Ort eine evangelische Kirche aus dem Jahr 1777 sowie ein renoviertes Gemeindebackhaus. Die auf der Gemarkung von Offdilln befindliche Dillquelle ist aufwändig gefasst. Weiterhin steht in der Gemarkung Offdilln die bekannte und weithin sichtbare Auerhahnhütte. Von dieser 1856 erbauten Hütte ging bereits der Herzog Adolf von Nassau zur Jagd. Unweit der Auerhahnhütte hatte der Herzog seinen letzten Auerhahn in der Gemarkung Offdilln erlegt. Seinerzeit war der Auerhahn rund um Offdilln heimisch und stellte eine begehrte Jagdtrophäe dar. Der Ort besitzt die Freiwillige Feuerwehr Offdilln, mit der SG Obere Dill einen Sportverein (zusammen mit dem Nachbarort Dillbrecht betrieben) sowie ein Hotel mit Restaurant. Außerdem gibt es die Evangelische Kirchengemeinde und die Freie Evangelische Gemeinde.

Geschichte

Offdilln wurde erstmals in einem Dokument vom 16. August 1355 urkundlich erwähnt. Der Name Offdilln leitet sich ab von: off der Dill - das oberste Dorf an der Dill. Den Ursprung des Ortes stellt eine Köhlersiedlung dar. Später wurde hier vor allem Land- und Haubergswirtschaft betrieben.

1820 wurde die alte Schule errichtet. Nach längerem Beanstanden dieser wurde 1950/52 eine neue gebaut. Nachdem die Schule verlegt wurde, richtete man 1980 das Dorfgemeinschaftshaus in ihr ein. 1925 wurden die ersten Wasserleitungen verlegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden nach und nach alle Straßen saniert, mit einer Kanalisation und Wasserleitungen versehen und mit einer Teerdecke verschlossen. 1989 wurde der Friedhof erweitert und mit einer Friedhofshalle versehen.

2005 feierte das Dorf Offdilln seine 650-Jahr-Feier. Zu diesem Anlass wurden alte Traditionen wie Kohlenmeiler und historische Haubergswirtschaft wieder zum Leben erweckt, um so den nachfolgenden Generationen einen Eindruck des früheren Lebens auf dem Dorf zu geben.

Hauberg

In Offdilln wird jährlich Hauberg gemacht. Wie auch in den anderen Dörfern des Oberen Dilltals und des Roßbachtals gibt es eine Haubergsgenossenschaft. Die rechtliche Grundlage der Haubergsarbeit geht auf die "Haubergordnung für den Dillkreis und den Oberwesterwaldkreis vom 4. Juni 1887" zurück. Darin heißt es: "Hauberge im Sinne dieses Gesetzes sind die Grundstücke in den Gemarkungen Dillbrecht, Fellerdilln, Ober- und Niederroßbach, Bergebersbach, Eibelshausen, Mandeln, Offdilln, Rittershausen, Steinbrücken, Straßebersbach, Weidelbach und Korb, welche gegenwärtig zu Haubergsverbänden gehören." [1]

Historischer Hauberg

Der "Heimat- und Geschichtsverein Offdilln" hat oberhalb des Dorfs einen historischen Hauberg angelegt. Darin erfährt der Besucher Datails zur Haubergswirtschaft. Es wird der Jahreszyklus im Hauberg dargestellt und gezeigt, wie sich der Wald nach der Rodung in den Folgejahren entwickelt, bis er wieder als Hauberg ausgewiesen wird. Daneben gibt es einen Rennofen, der an die Zeit erinnert, als vor 2000 Jahre die Kelten Eisenerz schmolzen und einen Meiler. Einmal im Jahr findet ein Meilerfest statt, bei dem ein Köhler Holzkohle herstellt.[2]

Persönlichkeiten

Rothaarsteig

Am 1. Mai 2011 wurde ein Zugangsweg zum Rothaarsteig von Landrat Schuster eröffnet. Der Weg führt vom "Mühlenhof" entlang der jungen Dill, dann durch die Ortschaft, durch den "Historischen Hauberg", über den Bocksborn bis zum Rothaarsteig. Insgesamt müssen 240 Höhenmeter überwunden werden. [3]

Literatur

  • Kurt Becker: Unsere Väter - die Bergleute der Grube Bautenberg zwischen Gilsbach und Wilden, Dill und Westerwald, Dillbrecht 1994

Einzelnachweise

  1. Haubergsordnung
  2. Heimat & Geschichtsverein
  3. Eröffnung Zugangsweg

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