Oktavieren


Oktavieren
Beispiel: Töne c’’’ und d’’’ in drei unterschiedlichen Darstellungen durch einfache und doppelte Oktavierung

Die Oktavierung in der Musik ist die Versetzung eines Tones um eine Oktave. Es handelt sich um die einfachste Form der Transposition.

Physikalisch gesehen wird bei der Oktavierung nach oben (Hochoktavierung) die Frequenz des Tones verdoppelt, beim Oktavieren nach unten (Tiefoktavierung) wird sie halbiert. (Dies gilt für alle gebräuchlichen Stimmungen.)

Oktavierungen werden in der Notation durch eine kleine, kursive 8 oder das Symbol 8va (= ottava, ital. für Oktave) angezeigt. Oberhalb der Note bzw. des Systems notiert meint es eine Versetzung um eine Oktave nach oben, unterhalb entsprechend um eine Oktave nach unten. Bei längeren oktavierten Passagen wird dieses Zeichen von einer gestrichelten Linie gefolgt, die alle betroffenen Noten anzeigt. Eine Oktavierung nach oben wurde zu früheren Zeiten auch explizit durch 8vaalta (ottava alta, ottava sopra) notiert, eine Oktavierung nach unten durch 8vabassa (ottava bassa, ottava sotto). Heute noch gelegentlich verwendet wird 8ab. oder das eigentlich inkorrekte, aber in moderneren Noten mittlerweile gebräuchliche Zeichen 8vb als Kurznotation für die Tiefoktavierung. Die 8 ergibt sich, da der Abstand einer Oktave sieben Tonschritte einer diatonischen (heptatonischen) Tonleiter beträgt, der Ausgangston als der erste gezählt wird und der oktavierte Ton der achte (lat. octavus) ist (z. B. c, d, e, f, g, a, h, c’).

Oft findet man auch eine kursive 15 oder 15ma = quindicesima, die das Versetzen um zwei Oktaven (selten auch Doppeloktavierung genannt) anzeigt. Die 15 ergibt sich aus den 15 Tönen, die zwei Oktaven bilden, also Ausgangston und 14 Tonschritte.

Die Aufhebung der Anweisung kann durch den Vermerk loco gekennzeichnet werden.

Abbreviaturen

  • coll’ottava (Abk. coll 8va, c.o.): mit Oktavverdoppelung spielen
  • all’ottava: eine Oktave höher oder tiefer als notiert spielen

Siehe auch


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