Olsen-Bande


Olsen-Bande

Unter dem Titel Olsenbande werden vierzehn dänische Kriminalkomödien zusammengefasst. Die von 1968 bis 1998 entstandenen Filme erzählen von den immer neuen Versuchen dreier Krimineller, durch einen „großen Coup“ reich zu werden.

Die Ganoven werden von Ove Sprogøe (Bandenchef Egon Olsen), Poul Bundgaard (Kjeld) und Morten Grunwald (Benny) dargestellt. Die Autoren der Drehbücher sind Henning Bahs und Erik Balling. Balling führte, außer beim letzten, auch bei allen Filmen Regie.

In Dänemark, der DDR und Polen wurde die Reihe ein großer Erfolg. Einige der Filme waren auch im westdeutschen, Schweizer und österreichischen Fernsehen zu sehen, erreichten dort bei weitem nicht den Bekanntheitsgrad wie in der DDR. Das ist wahrscheinlich auch auf die westdeutsche Synchronisation zurückzuführen, welche niemals die Qualität derjenigen der DEFA erreichte. Nach der Wende sendeten neben dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) fast alle dritten Programme Deutschlands die Filme der Olsenbande und trugen damit zu ihrer Verbreitung auch im Westen Deutschlands bei.

Nach den 14 Olsenbandenfilmen entstand auch eine „Jugendversion“ der Olsenbande, die Olsenbande Junior.

Inhaltsverzeichnis

Entstehungsgeschichte

Die Idee zur Olsenbande hatte Ende der 1960er Jahre der dänische Drehbuchautor Henning Bahs. Er erfand eine Geschichte über drei Kleinganoven, die dieselben Alltagssorgen haben sollten wie jeder „normale“ Mensch. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Regisseur Erik Balling, schrieb er das Drehbuch zu dem Film Die Olsenbande (Arbeitstitel: Perlemorderne). Als Hauptdarsteller wählten sie Ove Sprogøe, Morten Grunwald und Poul Bundgaard, mit denen sie früher schon Filme gedreht hatten (Slå først, Frede, 1965; Slap af, Frede, 1966; Martha, 1967).

Der Film hatte am 11. Oktober 1968 Premiere. In Dänemark wurde er ein ungeahnter Erfolg, worauf 1969 die Fortsetzung Die Olsenbande in der Klemme gedreht wurde. Dank seines großen Erfolgs konnte der erste Film auch ins Ausland verkauft werden (DDR und Polen 1970, Schweden 1971).

Waren die ersten beiden Filme noch mehr oder weniger Experimentierfeld gewesen, so wurden ab dem dritten Film Die Olsenbande fährt nach Jütland (1971) die Hauptfiguren mit ihren Stärken und Schwächen mehr und mehr gefestigt. Von nun an folgte jährlich ein weiterer Film.

1974 wollten sich die Macher der Olsenbande mit dem Film Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande von ihrem Publikum verabschieden, doch schon im Folgejahr setzten sie sich erneut hinter die Schreibmaschine. Der so entstandene Film Die Olsenbande stellt die Weichen wird von den dänischen Fans sogar als der beste der Reihe bezeichnet. 1981 sollte dann aber endgültig Schluss sein – zum Abschluss der Reihe wurden die Filme Die Olsenbande fliegt über die Planke und Die Olsenbande fliegt über alle Berge gedreht, die eine drei Stunden lange in sich geschlossene Handlung erzählen. Diese Filme sollten die unwiderruflich letzten sein.

Bei den Fans und auch einigen der Schauspieler, besonders Poul Bundgaard, war immer der Wunsch nach einem weiteren Film vorhanden, doch die geistigen Väter der Olsenbande wehrten sich viele Jahre lang gegen die Verlockung, noch einen vierzehnten Olsenbandenfilm zu drehen. Als Hauptdarstellerin Kirsten Walther 1987 starb, schien ein weiterer Olsenbandenfilm endgültig nicht mehr realistisch.

Doch 1996 drehten Sprogøe, Grunwald und Bundgaard unter Ballings Regie den viereinhalbminütigen Werbefilm Olsen-Bandens spareplan für einen dänischen Energieversorger. Nach den positiven Reaktionen auf diesen Film beschlossen Balling und Bahs, es doch noch einmal zu versuchen. So entstand 1998 schließlich Der (wirklich) allerletzte Streich der Olsenbande. Das Projekt drohte zu scheitern, als Hauptdarsteller Poul Bundgaard während der Dreharbeiten und kurz darauf auch Regisseur Tom Hedegaard starben. Doch man entschloss sich, den Film mit einem Double des Hauptdarstellers fertigzustellen. Am 18. Dezember 1998 hatte er in Dänemark Premiere.

Außerdem entstanden zur Olsenbande u. a. noch ein Kinderfilm und mehrere Theaterstücke (siehe Wirkung der Olsenbande).

Hauptfiguren und Hauptdarsteller

Egon Olsen

Egon Olsen, Gentlemanverbrecher mit starkem Repetitionsdrang und Perfektionist, ist Chef und Namensgeber der Olsenbande. Während seiner Aufenthalte im Gefängnis (stets im Vridsløselille Statsfængsel) entwickelt er jedes Mal einen „genialen“ und „todsicheren“ Plan, den er nach seiner Entlassung seinen beiden Komplizen vorstellt. Seine Spezialität ist das Knacken von Tresoren nur mit Stethoskop und Fingerspitzengefühl am Zahlenschloss, besonders von Panzerschränken der Firma „Franz Jäger, Berlin“ (oder Frantz Jäger). Als einziges Bandenmitglied sucht er Zugang zu „besseren Kreisen“.

Egon beherrscht auch die Kunst, anderen das Wort im Mund umzudrehen: Einige Male, wenn Yvonne sich wieder von ihm lossagen oder ihm seinen Plan ausreden will, gelingt es ihm, sie davon zu überzeugen, dass seine Ansichten sich mit den ihren genau decken. In Film 10 fordert Benny eine Entschuldigung von Egon, nachdem dieser ihm den Coup vermasselt hat. Die Szene endet damit, dass sich Benny bei Egon entschuldigt.

Egon wurde entweder 1925 oder 1927 geboren.[1] Seine Markenzeichen sind Melone, Nadelstreifenanzug und Zigarre (in den frühen Filmen raucht er sie meistens noch, später zündet er sich eigentlich nur noch zur Feier seiner Entlassung eine Zigarre tatsächlich an) – den kalten Zigarrenstummel behält er selbst dann im Mund, wenn er geknebelt wird. Außerdem verfügt er über ein beträchtliches Repertoire an Schimpfwörtern (siehe Running Gags).

Die Anzahl seiner Haftstrafen ist nicht genau feststellbar. Nach Aussage von Benny aus Film 2 saß Egon 1962 (also mit 35 bzw. 37) zum ersten Mal in Haft. Im selben Film feiert er seine zehnte Haftentlassung. Insgesamt sitzt er während der Filme mindestens zwanzigmal im Gefängnis – laut der Filme meistens jeweils etwa sechs bis acht Monate (außer im ersten Film – dort sitzt er zweimal je zwei Jahre). Im achten Film ist die Rede von zwanzig Verurteilungen. Trotzdem wird er am Ende des zehnten Films feierlich vom Gefängnisdirektor zum zehnten Mal begrüßt.

Egon Olsen ist einer der typischen Antihelden der Filmgeschichte, ein ewiger Verlierer, der immer ein Stehaufmännchen bleibt. Seine Art, Pläne zu entwickeln und durchzuführen sowie auf Rückschläge zu reagieren, ist der Figur Doc Esterhazy aus dem Film-Noir-Klassiker Asphalt-Dschungel, gespielt von Sam Jaffe, entlehnt.

In den späteren Filmen wird häufig Egons fortschreitendes Alter und seine angeblich verminderte geistige Zurechnungsfähigkeit thematisiert. Seine Ansichten und kriminellen Methoden werden – obwohl Egon recht häufig Erfolg damit hat – sowohl von der Bande als auch von ihren Gegnern als nicht mehr zeitgemäß angesehen. Dies endet schließlich mit der Einweisung Egons in eine psychiatrische Anstalt am Ende des 13. Films. Trotzdem wird er im 14. Film von Oberstaatssekretär Hallandsen engagiert, da dessen Ansicht nach Egon der Einzige ist, der noch ordentlich arbeiten kann, auch wenn seine Methoden nicht unbedingt zeitgemäß sind. Im selben Film bezeichnet Inspektor Jensen Egon als Gentleman, mit der Begründung, er habe wenigstens immer nur illegale Verbrechen begangen, nicht wie viele Wirtschaftsverbrecher „heutzutage“, deren Verbrechen legal sind.

Egon wurde in allen Filmen von Ove Sprogøe (1919–2004) gespielt.

Benny Frandsen

Benny Frandsen ist eine Art großer Junge mit einem losen Mundwerk. Als Fahrer der Olsenbande kann er nicht nur Autos steuern, sondern zum Beispiel auch Kleinlokomotiven, Kräne oder Panzer. Bennys Markenzeichen sind neben dem braunkarierten Sakko die zu kurzen Hosen, gelbe Socken, Schlapphut und ein leicht tänzelnder Gang. Zu kurze Hosen trägt er selbst dann, wenn er seine normale Kleidung gegen eine Verkleidung getauscht hat. Sein Standardspruch (in der DEFA-Synchronisation) lautet „Mächtig gewaltig!“. Im dänischen Original sagt Benny an diesen Stellen „Skide godt“, was übersetzt etwa „Scheiß-gut“ bedeutet.

Benny muss eine schwere Kindheit gehabt haben – Bennys Bruder Dynamit-Harry (Preben Kaas) erzählt im zweiten Film, dass er und Benny nie einen Vater und nie eine richtige Mutter gehabt hätten.

Benny hält fast immer zu Egon. Wenn es zwischen Kjeld und Egon Streit gibt, ist es Bennys Aufgabe, die beiden zu versöhnen. Auch ist er eigentlich immer mit allem einverstanden, was Egon tut und sagt. Nur einmal ist er wirklich sauer auf Egon – als dieser ihm in Film 10 seinen Coup vermasselt, um wieder hinter Gittern zu landen.

Benny hat weder Familie noch festen Wohnsitz. Sein Bruder Harry kommt nur in zwei Filmen vor. In Film 1 hat Benny eine Verlobte namens Ulla, mit der er zum Schluss des Films auch ein Kind hat. Aber weder Kind noch Ulla tauchen je wieder auf.

Der Darsteller von Benny war in allen Filmen Morten Grunwald (* 1934).

Kjeld Jensen

Kjeld Jensen ist dick und ängstlich sowie der einzige Familienvater in der Bande. Er sorgt sich sehr um seine Frau Yvonne (der er sich stets unterordnen muss) und überhaupt um sein Privatleben. Nicht immer sind die Coups der Olsenbande mit seinem Gewissen vereinbar, das Verbrechen ist für ihn lediglich ein Mittel, um seine Familie zu ernähren und seiner Frau ihren oft verschwenderischen Lebensstil zu ermöglichen.

Kjelds Aufgabe ist die Besorgung all jener Gegenstände, die die Bande für die Ausführung ihrer Coups braucht. Diese trägt er stets in einer Hebammentasche bei sich. Weitere seiner Markenzeichen sind Schiebermütze und Fliege. Durch seine zögerliche, ängstliche Art, aber auch durch seine Naschsucht gefährdet Kjeld manchen Coup.

Kjeld hat oft Streit mit Egon, meistens entweder wegen Yvonne oder weil ihm Egons Pläne zu anstrengend werden. Spricht er dann vom Aufhören, so muss ihn Egon meist nur daran erinnern, dass es seine Aufgabe ist, Yvonne zu beichten, dass wieder alles schiefgegangen ist, um ihn davon abzubringen. Seine wenigen, wirklich unbeschwert glücklichen Augenblicke erlebt Kjeld immer dann, wenn die Olsenbande ausnahmsweise einmal erfolgreich von einem Coup zurückgekehrt ist, alle am heimischen (und gut gedeckten) Wohnzimmertisch versammelt sind und Yvonne ihn für den Einsatz und das dabei erbeutete Geld lobt. Aber diese Momente sind rar gesät und im Regelfall auch nur von kurzer Dauer, denn meist muss er zusammen mit seinen Kumpanen die Flucht durch „die Hintertür“ antreten, weil die Polizei irgendwie wieder etwas spitz bekommen hat und weiß, dass Egon hinter all dem steckt, wo er zu finden ist und auch folgerichtig anrückt.

Kjeld spielte Poul Bundgaard (1922–1998). Als er vor Abschluss der Dreharbeiten zum vierzehnten Olsenbandenfilm starb, doubelte ihn Tommy Kenter (* 1950).

Yvonne Jensen

Yvonne ist Kjelds Ehefrau. Während sie in den ersten beiden Filmen noch Nebenfigur ist, rückte sie seit dem dritten Film mehr in den Vordergrund und wurde so schließlich zur weiblichen Hauptfigur der Filme. Ab dem vierten Film wurde sie für Bahs und Balling einer der Ausgangspunkte für die Entwicklung der Drehbücher.

Durch ihre Ansichten – einerseits ihren Geltungsdrang, der sich sowohl im Bedürfnis nach einem gutbürgerlichen Lebensstil als auch im Wunsch nach schnellem Reichtum niederschlägt, andererseits auch ihr hohes Maß an Naivität – steht sie häufig im Gegensatz zu Egon. Die Diskussionen zwischen der Olsenbande auf der einen und Yvonne auf der anderen Seite, die sich meist während der Planungen für Egons neuesten Coup in Kjelds Wohnung abspielten, entwickelten sich so zu einem Höhepunkt jeden Olsenbandenfilms. Yvonne gelingt es regelmäßig, Egon zur Weißglut zu bringen, so dass er mal wütend das Haus verlässt, manchmal sogar durchdreht (Film 6). Kjeld und Benny verhalten sich bei diesen Auseinandersetzungen eher passiv: Kjeld widerspricht Yvonne niemals, während Benny meist nur zaghafte, aber wenige fruchtlose Vermittlungsversuche startet.

Darstellerin von Yvonne war Kirsten Walther (1933–1987). Nach ihrem Tod schien zunächst ein 14. Olsenbandenfilm nicht mehr machbar. Erst 1998 wurde ohne die Figur der Yvonne der endgültig letzte Film abgedreht.

Børge Jensen

Børge ist der Sohn von Yvonne und Kjeld. Im ersten Film ist er zwölf Jahre alt. Seine Entwicklung ist für Yvonne ein wichtiges Thema. Seine Konfirmation (Film 4), der Beginn seiner Lehre (Film 7), seine Hochzeit (Film 8) und die Geburt seines Sohnes (Film 11) sind für Yvonne wichtiger als die Coups der Olsenbande.

Von Anfang an ist Børge durch seine Gewitztheit und schnelle Auffassungsgabe ein unverzichtbarer Helfer der Olsenbande, häufig zum Missfallen Yvonnes, die ihm ein möglichst gutbürgerliches Leben ermöglichen möchte. So beginnt er zunächst eine Ausbildung bei der Staatsbahn und gründet eine eigene Familie; als er im letzten Film wieder auftaucht, ist er ein international gesuchter Finanzbetrüger geworden.

Im ersten Film hatten Kjeld und Yvonne außer Børge noch zwei bzw. am Ende sogar drei weitere Kinder, darunter den ältesten Sohn Birger. Ab dem zweiten Film tauchen diese nie wieder auf, so dass Børge im vierten Film schließlich als Kjelds einziges Kind bezeichnet wird.

Børge wurde von Jes Holtsø (* 1956) gespielt. Nach den Dreharbeiten zum achten Film war er außer zwei kleineren Auftritten in den Filmen 11 und 14 nicht mehr dabei, da Holtsø glaubte, am großen Erfolg der Filme nicht genügend beteiligt worden zu sein.

Die Polizei

Polizeistation Kopenhagen

In den ersten beiden Filmen wurde die Polizei durch den pflichtbewussten, aber tollpatschigen Inspektor Mortensen repräsentiert, dargestellt von Peter Steen (* 1936). Im vierten Film tauchte Mortensen wieder auf, nunmehr von Jesper Langberg (* 1940) verkörpert. Sein Übereifer führt dazu, dass er am Ende dieses Films in eine Zwangsjacke gesteckt wird und auf Nimmerwiedersehen verschwindet.

Im fünften Film wird die Polizei durch einen noch namenlosen, von Axel Strøbye (1928–2005) verkörperten Kriminalkommissar repräsentiert, der ab dem sechsten Film als Kommissar Jensen bekannt wird und seinen Assistenten Holm – normalerweise gespielt von Ole Ernst (* 1940), im neunten Film von Dick Kaysø (* 1947) – zur Seite gestellt bekommt. Die Dialoge zwischen den beiden entwickelten sich zu einem der vielen Running Gags der Olsenbandenfilme – während Holm darauf bedacht ist, durch die Aufklärung großer Fälle die Karriereleiter emporzusteigen, rät Jensen seinem „jungen Freund“ stets, dass solche Fälle besser niemals aufgeklärt werden sollten. Stattdessen sollte sich ein Polizeibeamter lieber Dingen wie der Organisation von Betriebsausflügen widmen. Die Entwicklung der Filme gibt mal Jensen, mal Holm Recht: So wird Jensen am Ende des siebten Films wegen des gelungenen Betriebsausflugs befördert und erhält am Ende des achten sogar das Ehrenkreuz. Am Ende ist es trotzdem Holm, der Karriere macht, während Jensen frühzeitig pensioniert werden soll (aber wegen eines Computerfehlers 17 Jahre lang, bis 1998, darauf wartet).

Die Gegenspieler der Olsenbande

In den meisten Filmen hatte die Olsenbande neben der Polizei auch noch einen weiteren Gegenspieler. Waren es anfangs Verbrecher, die ihre Taten mehr oder weniger offen verübten, wie der Mafiaboss Motzarella (Harold J. Stone) in Film 2 oder der so genannte „König“ Victor Emmanuel Jensen (Arthur Jensen) in Film 4, so waren es ab Film 6 immer scheinbar ehrbare Politiker oder Geschäftsleute, die unter der Hand Steuerhinterziehung, Unterschlagung oder illegalen Waffenhandel betrieben. Diese Leute hießen meist Hallandsen, Holm-Hansen oder Bang-Johansen' und wurden häufig von Bjørn Watt-Boolsen (1923–1998) dargestellt. Im achten Film ist der Gegenspieler der Olsenbande ein Adliger – der ebenfalls von Watt-Boolsen verkörperte Baron Løvenvold.

Als Handlanger dieser Kapitalverbrecher fungiert ab dem sechsten Film das Dumme Schwein. Diesen Namen gab ihm Benny im siebten Film, im Original heißt er „Bøffen“ (= Bulette). Seine einzige Aufgabe ist meist, Egon zu „beseitigen“ und ihm dabei das gestohlene Geld wieder abzunehmen. Obwohl er sehr einfallsreich ist, Egon loszuwerden, können Kjeld und Benny seine Pläne stets in letzter Sekunde vereiteln.

Das Dumme Schwein wurde von Ove Verner Hansen gespielt, einem bekannten dänischen Sänger und Schauspieler, der bereits im vierten und im fünften Olsenbandenfilm in zwei kleineren Rollen zu sehen war.

Dynamit-Harry

Obwohl er nur zweimal dabei war, gehört auch Bennys Bruder Dynamit-Harry zu den populärsten Figuren der Olsenbandenfilme. Im zweiten Film ist er als extrem trinkfreudiger Sprengmeister zu erleben. Im fünften Film ist er erneut zu sehen, als Egon (von dem sich Kjeld und Benny losgesagt haben) für eine Weile bei ihm unterkommt und Harry (vorübergehend) versucht, trocken zu werden. Harry ist vollkommen unfähig, irgendetwas zu sprengen, wenn er nüchtern ist, da er viel zu nervös und ängstlich ist.

In den norwegischen und schwedischen Adaptionen der Olsenbande war Dynamit-Harry öfter zu sehen.

Dargestellt wurde er von Preben Kaas (1930–1981), der im dritten Film Betterøv spielte, den stummen Gehilfen des Schrotthändlers Mads Madsen.

Hintergründe

Regie

Regisseur der Olsenbande war bis auf den letzten Film stets der für seinen Perfektionismus bekannte Erik Balling (1924–2005). Beim 14. Film konnte er aus Altersgründen nicht mehr selbst auf dem Regiestuhl Platz nehmen, sondern wurde von Tom Hedegaard (1942–1998) vertreten. Als dieser während der Dreharbeiten verstarb, beendete Morten Arnfred (* 1945) den Film.

Drehbücher

Der Erfinder der Olsenbande, Henning Bahs (1928–2002), schrieb gemeinsam mit Erik Balling 13 der 14 Drehbücher. Das Drehbuch zu Film 14 schrieb Bahs allein.

Legendär ist die Entstehung der Drehbücher während der Aufenthalte ihrer Autoren in Paris im Frühjahr eines jeden Jahres. Tatsächlich entstanden auf diese Weise alle Drehbücher der „alten“ Filme bis auf das zu Film 3. Als die Olsenbande im 13. Film nach Paris reiste, setzten die Autoren damit 13 Jahren ihrer eigenen Arbeit ein filmisches Denkmal. Im 14. Film sind die beiden sogar bei ihrer Arbeit zu erleben – man sieht sie in einer sehr kurzen Szene bei der Arbeit an ihren Schreibmaschinen (ein sogenannter Cameo-Auftritt).

Produktion

Logo von Nordisk Film A/S

Produktionsfirma aller dänischen Olsenbandenfilme war Nordisk Film A/S, die mit Gründungsjahr 1906 älteste noch bestehende Filmgesellschaft der Welt. Der 14. Film entstand dabei in Koproduktion mit dem Mitteldeutschen Rundfunk.

Die Filme wurden in der Regel im Sommer eines jeden Jahres gedreht, um dann im Herbst oder zu Weihnachten zu erscheinen. Alle Innenszenen wurden in den Studios von Nordisk Film in Kopenhagen gedreht.

Musik

Auch die Filmmusik gehört zu den unentbehrlichen Bestandteilen der Olsenbandenfilme. Bent Fabricius-Bjerre (* 1924) komponierte für den ersten Film eine Dixieland-Melodie, die nach Ballings Wunsch „in allen denkbaren Formen“ variiert werden könne. Tatsächlich wurde sie je nach Stimmung oder Situation der Filmhandlung verlangsamt, beschleunigt oder auch mit Instrumenten wie Akkordeon oder Kastagnetten unterlegt.

In den ersten Filmen wurde die Melodie von Papa Bue's Viking Jazzband gespielt, später von einem speziell zusammengestellten Orchester.

Die Musik der Filme wurde so populär, dass sie in mehreren mit Techno unterlegten Discoversionen (Børge's Dance Convention, 1996; Sandmann's Dummies feat. Olsenbande, 1996, erscheinen auch 1998 auf der CD Tanz den Olsen; Olsen-Bandet, 1998) und mittlerweile auch als Handyklingelton erhältlich ist.

Neben der Titelmelodie komponierte Fabricius-Bjerre noch eine Reihe weiterer Melodien für die Filme, aber auch klassische Werke sind gelegentlich zu hören, wie beispielsweise der Elverhøj des dänischen Komponisten Friedrich Kuhlau.

Deutsche Synchronisationen

1970 wurde der erste Film in der DDR synchronisiert und fand auch hier einen regen Zulauf des Publikums. Auch in Polen (Gang Olsena) sowie der BRD und Österreich (Die Panzerknacker-Bande) wurden einzelne Filme synchronisiert. Lizenzen wurden auch nach Schweden (Olsenbanden), Ungarn (Olsen Banda), Rumänien, Jugoslawien und in die Türkei verkauft. Mit Ausnahme Polens hatten die Filme in diesen Ländern nur mäßigen Erfolg.

Doch nur in der DDR (beziehungsweise nach der Wende in den ostdeutschen Bundesländern) wurde von allen 14 Filmen eine Synchronfassung hergestellt. Dabei ist die besondere sprachliche Qualität dieser Synchronfassungen hervorzuheben, die mit zum Erfolg beitrug. Auch die Synchronsprecher der ostdeutschen Fassungen stoßen auf großes Interesse bei den Fans, nachdem die drei Hauptdarsteller Sprogøe, Grunwald und Bundgaard 1982 gemeinsam mit ihren deutschen Sprechern Oppel, Dommisch und Köster in der DDR-Fernsehsendung Nacht der Prominenten auftraten.

Daneben hatten immer wieder DDR-Stars kleinere Synchronauftritte in den Olsenbandenfilmen, neben der schon erwähnten Helga Hahnemann als Yvonne waren dies zum Beispiel Herbert Köfer (Leutnant in Film 3, Chefkoch in Film 8) oder Rolf Herricht (Fahrlehrer Larsen in Film 9).

Aus Gründen der Zensur wurden die Dialoge der dänischen Fassung nicht immer 1:1 übernommen. Dennoch konnten die Lücken sehr gut ausgefüllt werden. Ein Paradebeispiel für die Zensur an den Filmen ist Film 10 (Die Olsenbande steigt aufs Dach). In diesem Film erklärt Egon in der Originalfassung: „Die Reichsregistratur bewahrt sämtliche Informationen über Dänemark und die Dänen auf, sowohl gewöhnliche Informationen als auch geheime Informationen, die für die Polizei, die NATO, die EG und befreundete ausländische Mächte von Interesse sein könnten.“

In der Synchronfassung wird daraus: „Hier werden sämtliche Informationen über Dänemark und die Dänen aufbewahrt, wichtige Informationen und völlig belanglose, allgemein zugängliche ebenso wie solche, die so geheim sind, dass niemand weiß, ob man überhaupt wissen darf, dass man das gar nicht wissen darf.“

Auch sucht der Zuschauer im Vor- und Abspann dieses Films vergeblich nach der sonst üblichen Auflistung der Synchronsprecher. Diese wurde 1982 entfernt, als Micaëla Kreißler, die Yvonne-Synchronstimme dieses Films, die DDR verließ.

Zwischen 1987 und 1992 liefen einige Filme der DEFA-Synchronisation auch im Fernsehen der Schweiz, aber hier hielt sich der Erfolg in Grenzen.

In der BRD und in Österreich erschien 1970 der Film Die Panzerknacker-Bande, ein synchronisierter Zusammenschnitt der ersten beiden Olsenbandenfilme. Egon wurde hier von Wolf Rahtjen gesprochen. 1973 erschien eine synchronisierte Fassung des dritten Films unter dem Titel Die Olsen-Bande in Jütland.

1989/90 wurden im Auftrag des ZDF neue Synchronisationen von fünf Olsenbandenfilmen angefertigt, die wegen ihrer sinnentstellenden Kürzungen, ihrer platten Dialoge sowie ihren Titeln, die nichts mit den Originaltiteln zu tun hatten, beim Publikum auf starke Ablehnung stießen.

  • Film 3: Goldgräber am Nordseestrand
  • Film 7: Auf den Schienen ist der Teufel los
  • Film 8: Schlagbohrer mit Musik
  • Film 9: Butter, Brot und Bonzen
  • Film 11: Dänemark wird ruiniert

Sprecher der ZDF-Synchronisation waren Harry Wüstenhagen (Egon), Wilfried Herbst (Benny), Hans-Jürgen Wolf (Kjeld) und Regina Lemnitz (Yvonne).

Verleih

In Dänemark erschienen alle 14 Olsenbandenfilme im Verleih von Nordisk Film Biografdistribution. In der DDR erschienen zehn Filme im Progress-Filmverleih. Der sechste, achte und zehnte Film waren in der DDR nur im Fernsehen zu sehen.

1996 brachte Progress den dritten und den elften Olsenbandenfilm wieder ins Kino, allerdings mit einem nicht so großen Erfolg wie erwartet. Daher nahm Progress den 1998 erschienenen vierzehnten Film nicht an, stattdessen wurde er durch den Arsenal-Verleih ins Kino gebracht. Bei Arsenal erschien auch der Film Olsenbande Junior.

In der BRD erschien der Film Die Panzerknacker-Bande (siehe Synchronisation) im Verleih von Alpha, der Film Die Olsen-Bande in Jütland erschien bei Roland.

Remakes

In Norwegen wurden ab 1969, basierend auf den dänischen Drehbüchern, Remakes der Olsenbandenfilme mit norwegischen Schauspielern gedreht. Regie führte hier Knut Bohwim, als Egon agierte Arve Opsahl (1921–2007), als Benny Sverre Holm (1931–2005). Kjeld und Yvonne wurden für die norwegischen Versionen in Kjell und Valborg umbenannt und von Carsten Byhring (1918–1990) und Aud Schønemann (1922–2006) verkörpert.

  • 1969 Olsenbanden (nach dem ersten dänischen Film)
  • 1970 Olsenbanden og Dynamitt-Harry (nach dem zweiten dänischen Film)
  • 1972 Olsenbanden tar gull (nach dem dritten dänischen Film)
  • 1973 Olsenbanden og Dynamitt-Harry går amok (nach dem fünften dänischen Film)
  • 1974 Olsenbanden møter Kongen & Knekten (nach dem vierten dänischen Film)
  • 1975 Olsenbandens siste bedrifter (nach dem sechsten dänischen Film)
  • 1976 Olsenbanden for full musikk (nach dem achten dänischen Film)
  • 1977 Olsenbanden og Dynamitt-Harry på sporet (nach dem siebten dänischen Film)
  • 1978 Olsenbanden og Data-Harry sprenger verdensbanken (nach dem neunten dänischen Film)
  • 1979 Olsenbanden mot nye høyder (nach dem zehnten dänischen Film)
  • 1981 Olsenbanden gir seg aldri (nach dem elften dänischen Film)
  • 1982 Olsenbandens aller siste kupp (nach dem zwölften und dreizehnten dänischen Film)
  • 1984 ... men Olsenbanden var ikke død! (ohne dänische Vorlage)
  • 1998 Olsenbandens siste stikk (nach dem vierzehnten dänischen Film)

Der norwegische Drehstab nutzte mehrfach die für die dänischen Filme gebauten Kulissen mit, außerdem wurden zum Teil ganze dänischen Filmszenen genutzt, so z. B. im neunten Film alle Szenen mit Bjørn Watt-Boolsen.[2] Als einziger Akteur der dänischen Olsenbande stand Ove Verner Hansen regelmäßig auch für die norwegischen Produktionen als Dummes Schwein (das hier Biffen heißt) vor der Kamera und hält daher den einmaligen Rekord von 16 Olsenbandenauftritten.[3]

Eine Besonderheit der norwegischen Filme ist die Figur des Dynamit-Harry, der hier gleich sechsmal auftritt (gegenüber zwei Auftritten in Dänemark) und von Harald Heide-Steen jr. verkörpert wurde.

Auch die dänische Serie Olsen-bandens første kup und der darauf folgende Kinofilm Olsenbande Junior wurden in Norwegen adaptiert. Als Fortsetzungen dieses Kinofilmes entstand eine eigene Olsenbande-Junior-Filmreihe ohne dänische Vorlage, deren Teile zu den erfolgreichsten Produktionen der norwegischen Filmgeschichte gehören:

  • 2001 Olsenbandens første kupp [24-teilige TV-Serie] („Die Olsenbande Junior und ihr erster Coup“) – nach der dänischen 31-teiligen Fernsehserie Olsen-Bandens første kup
  • 2003 Olsenbanden Junior går under vann („Die Olsenbande Junior geht unter Wasser“) – nach dem dänischen Film Olsenbande Junior
  • 2004 Olsenbanden Junior på rocker'n („Die Olsenbande Junior rockt“)
  • 2005 Olsenbanden Junior på cirkus („Die Olsenbande Junior im Zirkus“)
  • 2007 Olsenbanden Junior – Sølvgruvens hemmelighet („Die Olsenbande Junior – Das Geheimnis des Silberstollens“)

Ab 1981 entstand auch in Schweden mit Jönssonligan eine Filmreihe nach dem Vorbild der Olsenbande. Die Drehbücher der ersten drei Teile basieren lose auf denen einzelner dänischer Filme; außerdem wurden zahlreiche aus Dänemark bekannte Stilmittel sowie die Figur des Dynamit-Harry adaptiert. Auch hier wurden nach dem Ende der eigentlichen Reihe Kinderfilme gedreht, von denen es im Gegensatz zu den Erwachsenenversionen auch deutsche Synchronfassungen gibt.

Inhalt

Handlungsschema

Die Olsenbandenfilme sind keine Serie – das heißt, die Handlungen der einzelnen Filme bauen nicht aufeinander auf, sondern es wird immer wieder ein ähnliches Handlungsmuster wiederholt und dabei neu variiert. Dabei kommt es auch gelegentlich zu kleinen Unstimmigkeiten zwischen den einzelnen Filmen. Eine Ausnahme sind dabei die Filme 12 und 13 – diese schließen unmittelbar aneinander an und erzählen eine einheitliche Geschichte.

Das feste Handlungsschema entwickelte sich etwa ab dem dritten bis vierten Film. Spätestens im sechsten Film sind alle Nebenfiguren der späteren Filme vertreten.

Gefängnis von Albertslund, im Film Hauptwohnsitz von Egon Olsen

In der Regel beginnen die Filme noch vor dem Vorspann mit einer Eröffnungsszene, in dem die Olsenbande ein, im Vergleich zu Egons Millionenplänen, meist kleines Verbrechen begeht, bei dem nur Egon geschnappt wird und hinter Gitter wandert. Es folgen (in der DDR-Fassung) die Eröffnungscredits auf dem gezeichneten Hintergrund einer backsteinernen Gefängnismauer mit einem vergitterten Fenster. In der Originalfassung laufen die Eröffnungscredits stets mit der Ansicht auf das Gefängnis durch, mit einem langsamen Zoom auf das Eingangstor. Danach beginnt der eigentliche Film mit Egons Haftentlassung. Manche Filme beginnen auch direkt mit dieser Szene. Normalerweise wird er dabei von Kjeld und Benny abgeholt, manchmal ist auch Børge dabei. Die Begrüßungsszene vor dem Gefängnis wird wie vieles in den Olsenbandenfilmen immer wieder variiert. Meist aber winken Benny und Kjeld mit dänischen Fähnchen. Gedreht wurden die Entlassungsszenen stets am Vridsløselille Statsfængsel (Staatsgefängnis) (siehe Bild) im Kopenhagener Vorort Albertslund. Nach dem Tod von Ove Sprogøe am 14. September 2004 hat die Gemeinde Albertslund an seinem 85. Geburtstag, dem 21. Dezember 2004, die Straße vor dem Vridsløselille-Staatsgefängnis (eigentlich Fængselsvej: Gefängnisstraße) in „Egon Olsens Vej“ (Egon-Olsen-Straße) umbenannt.

Anschließend fährt die Olsenbande zu Kjelds Wohnung. Diese befindet sich seit dem zweiten Film im Kopenhagener Stadtteil Valby, im ersten Film wohnten Kjeld und Yvonne im Stadtteil Nørrebro.

In der Wohnung erklärt Egon seinen Plan, den er während seiner Haft ausgearbeitet hat. Diesen leitet er so gut wie immer mit dem Satz „Ich habe einen Plan“ ein, der in der DDR durch die Beliebtheit des Films sprichwörtlich wurde. In der Regel hält Egon den Plan für „genial“ und „todsicher“. Manchmal handelt es sich auch um eine Auftragsarbeit, die er durch seinen Zellennachbarn (siehe Running Gags) erhalten hat. Yvonne mischt sich fast immer in die Gespräche der Männer ein, allerdings mit unterschiedlichen Anliegen. In manchen Fällen wünscht sie nicht, dass in ihrem Haus noch länger Verbrecher verkehren, manchmal hofft sie, die von Egon versprochenen Millionen möglichst schnell zu erhalten.

Der Plan wird mit sehr ungewöhnlichen Methoden ausgeführt und beruht meist auf sekundengenau geplanten Ablenkungsmanövern, in denen die Olsenbande nie Gewalt anwendet. Meist klappt es wegen widriger Umstände erst im zweiten Anlauf. Daran schuld sind häufig auch die „multinationalen Konsortien“, denen die Olsenbande bei ihren Coups gewollt oder ungewollt in die Quere kommt. Diese Kreise, die nach außen hin aus biederen Geschäftsleuten bestehen (meistens dargestellt von Bjørn Watt-Boolsen), wollen Egon schnell und unauffällig beseitigen. Zu diesem Zweck wird das „Dumme Schwein“ gerufen, das nun versucht, Egon auf verschiedenste Weise loszuwerden – ob er nun in Säure aufgelöst (Film 12), per Paket nach Australien verschickt (Film 7) oder auf irgendeine andere ausgefallene Weise beseitigt werden soll. Benny und Kjeld können ihn oft erst in letzter Sekunde retten.

Die Coups der Olsenbande gehen durchaus nicht immer schief. Meistens klappen Egons Pläne wie am Schnürchen und erst hinterher kommt irgendwas dazwischen. Zweimal (in den Filmen 5 und 6) gelingt ihnen sogar erfolgreich die Flucht nach Mallorca, und manchmal sorgt Egon sogar absichtlich dafür, dass er wieder ins Gefängnis kommt, z. B. in Film 8 (um Yvonne als seinem Vormund zu entgehen), Film 9 (um zu verhindern, dass ein anderer den Ruhm für seine Coups einstreicht) oder Film 10 (einmal um seinen Plan vollständig ausarbeiten zu können und ein zweites Mal ohne ersichtlichen Grund, außer der Wut über den fehlgeschlagenen Coup). Meistens sind es Kleinigkeiten (ob nun fehlendes Benzin oder – wie in Film 7 – eine nicht abgegebene Steuererklärung), die Egons große Pläne zum Scheitern bringen. Dabei kommt immer nur Egon ins Gefängnis – Benny und Kjeld werden zwar ein einziges Mal (in Film 5) verhaftet, aber Egon und Børge können sie noch während des Transports befreien.

Zwar landet Egon am Ende der Filme fast immer im Gefängnis, selten aber wegen seiner eigentlichen Verbrechen. So wird Egon z. B. am Ende des vierten Films wegen „Raubüberfall mit Gewaltanwendung“ verhaftet, als er versucht, Sonja den Koffer mit dem Geld abzunehmen, anstatt wegen des Diebstahls der 4 Millionen. Manchmal auch, wie in Film 3, weil er etwas Schwerwiegendes übersehen hat. Er wird verhaftet, als er die in dem Bunker gefundenen Dollars umtauschen will, ohne zu wissen, dass es Falschgeld ist.

Die 14 Filme

1. Die Olsenbande (Olsen-Banden) – 1968

  • Premiere in Dänemark: 11. Oktober 1968 – Premiere in der DDR: 26. Juni 1970
  • Länge: 77 Minuten

Der Film beginnt mit einem Einbruch in ein Zigarrengeschäft, bei dem nur Egon hinter Gitter wandert. Als er nach zwei Jahren zurück kommt, hat er einen Plan: ein Kunstgegenstand aus dem Erbe der Hohenzollern, das anlässlich einer deutschen Kulturwoche in Kopenhagen ausgestellt wird: den Kaiseraufsatz. Der eigentliche Diebstahl glückt, doch das Auto bleibt auf dem Weg zum Flughafen stehen. Die Olsenbande versteckt den Kaiseraufsatz daraufhin im Kinderwagen von Kjelds Tochter – den Yvonne wenig später mitnimmt, als sie sich auf den Weg zu ihrer Mutter macht. Als die drei ihn wieder zwischen die Finger bekommen, ist er leer. Inzwischen ist auch die Polizei hinter ihnen her, da Benny ein Bild von sich und Ulla am Tatort verloren hat. Schließlich versöhnen sich beide Paare, Egon wird verhaftet, Mortensen degradiert und Birger gibt den Kaiseraufsatz bei der Polizei ab.

Dieser Film, der als Parodie auf James Bond sowie auf die Sex-Welle in Dänemark der späten 1960er Jahre angelegt war, unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht noch sehr von seinen Nachfolgern – die Olsenbande verkehrt noch regelmäßig in Connys Bordell, während Frauengeschichten in den späteren Filmen weitgehend ausgespart werden, und außerdem ist er actionreicher als die späteren Filme.

2. Die Olsenbande in der Klemme (Olsen-Banden på spanden) – 1969

  • Premiere in Dänemark: 3. Oktober 1969 – Premiere in der DDR: 25. Juni 1971
  • Länge: 105 Minuten (Dänemark), 104 Minuten (Deutschland)

Der Film beginnt mit einem Überfall auf eine Sparkasse – die aber bereits von jemand anderem ausgeräumt wurde. Als Egon wieder entlassen wird, hat er dem Verbrechen abgeschworen – angespornt durch die hübsche Sozialfürsorgerin Bodil Hansen (Ghita Nørby). Diese verschafft ihm Arbeit in einer Spielzeugfabrik, wo er am Band Gummibälle auf Qualität prüft. Kjeld schließt sich ihm an, nachdem Yvonne ihn dazu überredet hat und auch Benny entschließt sich zu ehrlicher Arbeit, da ein Überfall mit Harry gründlich schiefgeht. Als Egon ein Durcheinander anzettelt, werden die drei wieder gefeuert. Als nächstes arbeiten sie als Putzkräfte in einer Bank – und werden ungewollt Zeugen eines Banküberfalls. Als sie der Tat beschuldigt werden, sinnen sie auf Rache. Es gelingt ihnen tatsächlich, den Cellokasten mit der Beute in ihren Besitz zu bringen. Zur gleichen Zeit erfährt Mortensen, dass die Beute die Kronjuwelen sind, die heimlich verkauft werden sollten. Bodil hat endlich das Thema für ihre Doktorarbeit gefunden: den amerikanischen Mafioso Motzarella (Harold J. Stone). Sie nimmt Kontakt zu ihm auf und überredet ihn, sich der Polizei zu stellen. Dort gibt Motzarella zu, den Diebstahl der Kronjuwelen organisiert zu haben. Gleichzeitig bietet er an, gegen entsprechende Prozente, für ihren Verkauf zu sorgen. Bodil fliegt mit ihm nach Amerika und die Anklage gegen die Olsenbande wird fallengelassen. Nur Egon wird wegen der auf der Jagd nach dem Cellokasten begangenen Sachbeschädigungen, Verstöße gegen die StVO u. a. verhaftet.

3. Die Olsenbande fährt nach Jütland (Olsen-Banden i Jylland) – 1971

  • Premiere in Dänemark: 8. Oktober 1971 – Premiere in der DDR: 30. Juni 1972
  • Länge: 96 Minuten (Dänemark), 94 Minuten (Deutschland)

Im Gefängnis hat Egon den Plan eines Nazibunkers in die Finger bekommen, in dem ein Schatz liegt. Um ihn zu heben, fährt die Olsenbande nach Jütland. Dort begegnen sie dem Schrotthändler Mads Madsen (Karl Stegger). Dieser erklärt sich bereit, ihnen gegen die Hälfte des Goldes die nötige Ausrüstung zu verschaffen. Doch auch ein anderes Gaunerpaar ist hinter dem Gold her. Die Olsenbande kann am Ende den Schatz an sich bringen, bei der Aufteilung mit Madsen behält dieser das Gold und die Olsenbande nimmt die Dollars. Als Egon sie umtauschen will, erwartet ihn eine böse Überraschung: Die Dollars sind falsch und Egon wird verhaftet.

4. Die Olsenbande und ihr großer Coup (Olsen-Bandens store kup) – 1972

  • Premiere in Dänemark: 6. Oktober 1972 – Premiere in der DDR: 26. Juni 1973
  • Länge: 94 Minuten

Egon plant, einen reichen Fußballfan während eines Spiels um sein Tafelsilber zu erleichtern. Doch nicht nur, dass ein anderes Gaunertrio, bestehend aus dem „König“ Victor Emmanuel Jensen (Arthur Jensen), dem „Knappen“ Emil Boldoni (Poul Reichhardt) und dessen Schwester Sonja (Annika Persson), ihnen die Beute abnimmt, Egon wird auch noch während einer Übertragungsstörung entdeckt und verhaftet. Nach seiner Entlassung hat er einen Plan: 4 Millionen Steuergelder. Zwar gelingt der Coup, doch wieder bringt der „König“ die Beute an sich, nachdem die Bande sie im Schwimmbad versteckt hat. Egon holt sie mit Hilfe der Polizei wieder aus dem Schließfach der Bank. Als die Bande jedoch fliehen will, vergisst Yvonne, die nur an Børges Konfirmation denkt, den Koffer mit den Millionen. Nach einigen Kofferverwechselungen kann Sonja ihn an sich bringen. Als Egon versucht, ihn ihr aus der Hand zu reißen, wird er verhaftet, während Sonja nach Mallorca flieht. Emil und Victor Emmanuel müssen ihre Schulden in einem Kopenhagener Hotel mit Tellerwaschen begleichen. Die Polizei zahlt Yvonne den Schaden, den Emil in ihrer Wohnung angerichtet hat, im Glauben, es sei Mortensen gewesen. Dieser wird in eine Zwangsjacke gesteckt und verschwindet auf Nimmerwiedersehen.

5. Die Olsenbande läuft Amok (Olsen-Banden går amok) – 1973

  • Premiere in Dänemark: 5. Oktober 1973 – Premiere in der DDR: 21. Februar 1975
  • Länge: 97 Minuten (Dänemark), 96 Minuten (Deutschland)

Egon will ein Kino überfallen. Der Coup geht schief, als Harry auftaucht. Nach Egons Entlassung wartet nur Harry, der nach dem versauten Überfall zu trinken aufgehört hat, am Tor; Benny und Kjeld wollen mit den beiden nichts mehr zu tun haben, denn Benny plant Ragna (Birgitte Federspiel) zu heiraten, die hässliche Tochter des Ladenbesitzers Kvist (Ejnar Federspiel), um dessen Laden zu übernehmen. Egon lässt sich also auf einen Plan von Harry ein. Dort wartet eine Überraschung: Der Tresor steht in Kvists Laden und ist leer. Als der Lärm Kvist weckt, ist Egon bereits gegangen und er entdeckt nur Benny und Kjeld neben dem offenen Safe, weshalb er sie verhaften lässt. Egon befreit sie mit Børges Hilfe und so schließen sie sich doch Egons Plan an. Es geht um die Millionen, die ein gewisser Hallandsen, ein hohes Tier auf dem schwarzen Markt gebunkert hat. Doch nicht nur die Olsenbande ist hinter ihm her – sondern auch die Polizei, weshalb der Coup schnell ausgeführt werden muss. Es ist auch bereits alles vorbereitet, als die Familie Kvist wieder auftaucht. Egon stellt seine Freunde vor die Wahl: Er oder die Kvists. So ist Egon gezwungen, seinen Plan allein durchzuführen, was ihm auch gelingt – bis sich herausstellt, dass auch bei Familie Kvist nicht das erhoffte Geld zu holen ist. Als Benny und Kjeld Egon einholen wollen, verraten sie ungewollt seine Anwesenheit und er wird im Kühlhaus eingeschlossen. Mit Hilfe von Harry wollen sie das Kühlhaus aufsprengen. Als sie ihn auf dem Weg in einen Bierwagen sperren, beginnt Harry wieder zu trinken, dennoch (oder gerade deshalb) gelingt es ihnen, Egon lebend aus dem Kühlhaus zu holen. Mittlerweile hat auch die Polizei Hallandsens Büro gestürmt, es gelingt nicht den Tresor zu öffnen. Als Jensen nach Egon schickt, in der Hoffnung dieser könnte es, verstecken Kjeld und Benny das Geld im Mülleimer. Am Ende gelingt der Olsenbande zwar die Flucht nach Mallorca, das Geld landet in der Müllverbrennungsanlage.

6. Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande (Olsen-Bandens sidste bedrifter) – 1974

  • Premiere in Dänemark: 4. Oktober 1974 – Premiere in der DDR: 25. Dezember 1977
  • Länge: 94 Minuten (Dänemark), 88 Minuten (Deutschland)

Das Leben in Mallorca ist schön – wenn man es sich leisten kann. Egon will „Schweine-Hansen“ überfallen, der sich mit seinem Schlachtfest für dänische Touristen eine goldene Nase verdient. Doch leider wählt Yvonne einen sehr ungeschickten Zeitpunkt, Egon ihre Urlaubsbekanntschaft vorzustellen – die geglaubten Toreros sind in Wahrheit Polizisten. Als Egon wieder entlassen wird, will er nichts mehr mit der Olsenbande zu tun haben – er arbeitet nun für den nach außen hin ehrenwerten Geschäftsmann Holm-Hansen jr. (Bjørn Watt-Boolsen), für den er die weltweit gesuchten Bedford-Diamanten aus einem Schweizer Tresor holen soll. Doch man hintergeht ihn: sobald der Schweizer Mittelsmann die Diamanten in den Händen hält, löst er den Alarm aus und lässt Egon zurück. Egon sinnt auf Rache: mit Hilfe von Kjeld und Benny stiehlt er Diamanten, nachdem Holm-Hansen sie an einen arabischen Schah verkauft hat. Als er Holm-Hansen die Diamanten unter die Nase halten will, hat Yvonne die Taschen vertauscht, um zu verhindern, dass alles schief geht. Holm-Hansen beauftragt das „Dumme Schwein“ mit Egons Vernichtung, was umso leichter wird, da Egon über Yvonnes Verhalten den Verstand verliert. Benny und Kjeld können ihn retten, bevor er im Kanal ertränkt wird und das kalte Wasser lässt ihn wieder zur Vernunft kommen. Benny und Kjeld verkleiden sich als Polizisten, die Egon nach einem angeblichen Geständnis zu Holm-Hansen bringen. So gelingt es der Bande, das Geld an sich zu bringen und für Holm-Hansens Verhaftung zu sorgen. Am Ende dieses Films, der – wie im Titel schon deutlich wird – der letzte der Reihe werden sollte, gelingt der Bande die Flucht nach Mallorca. Das Wort voraussichtlich kam in den deutschen Titel, da dieser Film in der DDR erst nach dem nachfolgenden erschien.

7. Die Olsenbande stellt die Weichen (Olsen-Banden på sporet) – 1975

  • Premiere in Dänemark: 26. September 1975 – Premiere in der DDR: 12. November 1976
  • Länge: 100 Minuten
Die Carlsberg-Brauerei: Hierhin schickte die Olsenbande den Ausflugswagen der Polizei.

Aus dem geplanten ruhigen Leben auf Mallorca wird nichts – das „Dumme Schwein“ (Ove Verner Hansen) stiehlt die Millionen für seinen Auftraggeber, die Firma Multi-Scan. Als Egon es zurückholen will, wird er, ganz wie es das „dumme Schwein“ geplant hatte, verhaftet. Das Geld der Olsenbande soll in Form von Goldbarren per Bahn, und zwar in einem Tresorwagen der Firma Franz Jäger Berlin, ins Ausland gebracht werden. Egon, der im Gefängnis den gesamten Fahrplan der Dänischen Staatsbahn auswendig gelernt hat, will sie sich zurückholen. Er hat auch schon einen Abnehmer gefunden: Ein Norweger, der ihnen dafür die Aktienmehrheit seiner Firma abtreten will. Aufgrund einer Fahrplanänderung (Umstellung vom Winter- auf den Sommerfahrplan) droht aber der ganze Plan zu scheitern, so dass die Olsenbande im Netz der Staatsbahn ein heilloses Chaos anrichtet. Darüber hinaus muss die Olsenbande auch noch den Ausflugswagen von Kommissar Jensen, der sich hinter dem Tresorwagen befindet, abkoppeln. Am Ende findet die Polizei, der Yvonne den Diebstahl der Millionen gemeldet hatte, das Geld wieder. Doch nur wenig später taucht das Finanzamt auf und Egon wandert hinter Gitter, da er die geforderten Steuernachzahlungen und Steuerstrafen nicht zahlen kann. Nur Yvonne ist glücklich, denn Børge hat in dem ganzen Chaos eine Lehrstelle bei der dänischen Staatsbahn bekommen.

Dieser Film wird von vielen Fans wegen seiner besonders gut durchdachten Story als der beste der Reihe angesehen.

Schloss Borreholm (Vallø)

8. Die Olsenbande sieht rot (Olsen-Banden ser rødt) – 1976

  • Premiere in Dänemark: 1. Oktober 1976 – Premiere in der DDR: 22. Dezember 1979
  • Länge: 101 Minuten

Egon soll im Auftrag von Baron Løvenvold (Bjørn Watt-Boolsen) eine wertvolle chinesische Vase stehlen. Der Coup wird ausgeführt, doch wieder hintergeht man Egon: Die Vase war eine Fälschung, der Baron wollte das Geld der Versicherung kassieren und die Vase heimlich verkaufen. Egon lässt er verhaften. Da Børge heiraten will (seine Freundin Fie ist bereits schwanger), muss schleunigst Geld her, so dass Yvonne Egons Vormundschaft übernimmt, um ihn aus dem Gefängnis zu holen, worüber dieser nicht gerade glücklich ist. Egon ist nun seinerseits hinter der Vase her – ein Einbruch im Schloss des Barons geht schief, da Egon im Dunkeln des Kellers seinen Plan nicht lesen kann und so in eine alte Falle tappt. Nachdem Benny und Kjeld ihn befreit haben, plant er einen Einbruch im Königlichen Theater in Kopenhagen, wo er sich sowohl die Vase als auch das Geld, das dafür gezahlt werden soll, holen will. Diese Szene gilt als die beste aller Olsenbandenfilme – während die Ouvertüre zum Schauspiel Elverhøj von Friedrich Kuhlau gespielt wird, arbeitet sich die Olsenbande im Takt der Musik mit Hilfe von Brecheisen und Sprengsätzen unbemerkt bis in den Zuschauerraum vor, wo sie die Vase und das Geld an sich nehmen können. Børges und Fies Hochzeit wird ein Erfolg. Als Egon die Vase, auf die eine Belohnung ausgesetzt ist, zur Polizei bringen will, lässt die tollpatschige Fie sie fallen. Dafür entdeckt die Bande später, dass Fie statt des Reisegepäcks den Koffer mit dem Geld mitgenommen hat. Als Yvonne Egon ankündigt, sich in ihrer Eigenschaft als Vormund mehr um ihn zu kümmern, beschließt er, lieber wieder ins Gefängnis zu gehen.

9. Die Olsenbande schlägt wieder zu (Olsen-Banden deruda) – 1977

  • Premiere in Dänemark: 30. September 1977 – Premiere in der DDR: 19. Juni 1981
  • Länge: 97 Minuten

Ein Einbruch der Olsenbande geht schief, da Egon eine Zahl, die zum Öffnen eines Tresors nötig ist, vergessen hat. Als er wieder rauskommt, haben Benny und Kjeld sich wegen seines Alters von ihm losgesagt und Yvonnes Neffen Georg (Claus Ryskjær) zu ihrem neuen Bandenchef auserkoren. Dieser setzt auf Verbrechen mit Hilfe von modernster Computertechnik. Egon vereitelt Georgs ersten Coup mit einem einfachen Nagel. Dafür hat er einen Plan: Der so genannte Butterberg soll verkauft werden und Egon will das dafür eingeflogene Geld stehlen. Zwar gelingt der Coup, doch als sich ein gewisser Archibald Hansen, der Egons Pläne einfach kopiert, einmischt, sind sie das Geld wieder los. So überredet Egon Georg zur Zusammenarbeit beim Einbruch in die Kopenhagener Filiale der Weltbank. Der Coup gelingt; bei einem Zusammentreffen der beiden Banden werden nur Hansen und das „Dumme Schwein“ verhaftet. Um den Ruhm zu kassieren, nimmt Hansen sämtliche von Egons Plänen auf seine Kappe. Doch Jensen glaubt ihm nicht und lässt nach Egon suchen. Dieser stellt sich, um zu verhindern, dass Hansen den ihm gebührenden Ruhm einstreicht. Das Geld, das Benny und Kjeld kurz in einer Waschmaschine verstecken mussten, wird von Yvonne kurzerhand mitgewaschen.

10. Die Olsenbande steigt aufs Dach (Olsen-Banden går i krig) – 1978

  • Premiere in Dänemark: 6. Oktober 1978 – Premiere in der DDR: 28. Dezember 1981
  • Länge: 102 Minuten

Aufgrund des Geburtstags der Königin gewährt man Egon Straferlass – worüber er gar nicht glücklich ist, denn zum ersten Mal reichte die Zeit nicht, um einen Plan auszuarbeiten. In einer Woche sollte ein Rechtsanwalt in Egons Zelle verlegt werden, von dem Egon sich Informationen erhoffte. Ihm bleibt nichts, als Benny seinen ersten eigenen Coup zu vermasseln, um wieder hinter Gittern zu landen. Tatsächlich kommt er mit einem Plan zurück: Er soll für Bang-Johansen (Bjørn Watt-Boolsen) einen Mikrofilm aus der so genannten Reichsregistratur stehlen. Dieser Mikrofilm enthält die so genannte „Operation Daisyland“ – aus Dänemark soll in zehn Jahren ein Ferienparadies gemacht werden. Auf Grund einer Verwechslung kann er den Film aber nicht wie verabredet übergeben, weshalb Egon an der Uhr des Kopenhagener Rathausturms bleiben muss, bis er den wahren Aufbewahrungsort des Films preisgibt – oder bis der große Zeiger ihn hinunter stößt. Erst Kjeld und Benny können ihn retten. Dabei gelingt es ihnen auch, das Geld zu stehlen, das für den Film gezahlt werden sollte. Wenig später wird Egon versehentlich verhaftet und erst freigelassen, als festgestellt wird, dass der Haftbefehl bereits fallen gelassen worden war. Bei seiner Freilassung verwechselt Egon den Koffer mit dem Geld mit dem Koffer der Jensens Angelausrüstung enthält. Aus Wut schmeißt er in der Stadt einige Scheiben ein und wird erneut verhaftet. Im Gefängnis erwartet ihn eine Überraschung: eine kleine Feier, als er zum zehnten Mal im Vridsløselille Statsfængsel begrüßt wird.

11. Die Olsenbande ergibt sich nie (Olsen-Banden overgiver sig aldrig) – 1979

  • Premiere in Dänemark: 26. Dezember 1979 – Premiere in der DDR: 7. Januar 1983
  • Länge: 105 Minuten

Egon will eine Versicherungsgesellschaft überfallen. Was er nicht rechtzeitig wusste: der alte Chef ist gestorben und der Neue arbeitet nicht mehr mit Bargeld, so dass der Tresor leer ist. Zu allem Überfluss wird Egon auch noch verhaftet. Im Gefängnis besucht er einen Trainingskurs für Führungskräfte und will sich nach seiner Entlassung im Aktiengeschäft versuchen. Eine Firma will ihm für eine gewisse Handelsbilanz, die Egon beschaffen soll, die Aktienmehrheit des renommierten Kopenhagener Kaufhauses Magasin du Nord übertragen. Als Egon wieder reingelegt wird, führt die Jagd nach den Aktien die Olsenbande sogar ins EG-Hauptquartier nach Brüssel. Als die Akten dann aus lauter Unvorsicht von der Polizei gefunden werden, beschaffen sich Benny und Egon einen Panzer der dänischen Armee. Während Kjeld im Krankenhaus auf die Geburt seines Enkels wartet, fahren Benny und Egon mithilfe des Panzers unerkannt durch die Polizeisperre direkt vor das Haus des Premierministers von Dänemark, wo gerade die Konferenz der EG-Regierungschefs stattfindet. Mithilfe von Kommissar Jensen, eines lachenden Kanonenrohres und dem Inhalt eines übervollen Aschenbechers auf dem Teppichboden der Gattin des Premierministers gelingt es Egon, die Akten wiederzubeschaffen. Letzten Endes ist die Jagd erfolglos – Aktien wie Bilanzen sind nichts mehr wert, als Dänemark aus der EG ausgeschlossen wird. Egon wird als angeblicher Besitzer nicht-existenter Firmen verhaftet.

12. Die Olsenbande fliegt über die Planke (Olsen-Bandens flugt over plankeværket) – 1981

  • Premiere in Dänemark: 16. Oktober 1981 – Premiere in der DDR: 25. Mai 1984
  • Länge: 90 Minuten

Egon will nicht wieder ins Gefängnis zurückkehren (da ihm dort die Einweisung in die psychiatrische Station droht) und plant seinen unwiderruflich letzten Coup – den Diebstahl von unterschlagenem Geld aus dem Tresor der Versicherungsfirma Hoher Norden. Das Geld befindet sich im Koffer des Vize-Direktors Hallandsen, der es auf einer Dienstreise nach Paris bringen will. Die Olsenbande lässt seinen Koffer und seinen Trenchcoat mitgehen. Doch der Koffer ist leer – bis auf einige Dokumente, die beweisen, dass die Firma bei illegalen Waffengeschäften internationaler Größe beteiligt ist. Egon will dem Direktor die Papiere verkaufen, wird überlistet und dem „Dummen Schwein“ zur Beseitigung übergeben. Benny und Kjeld können ihn davor bewahren, in Säure aufgelöst zu werden.

Bahs und Balling planten, die Bande mit dem zwölften und letzten Film in den Ruhestand zu schicken. Auf Wunsch der Produktionsfirma Nordisk Film wurden daraus zwei Filme gemacht, die eine zusammenhängende Story von drei Stunden Länge erzählen.

13. Die Olsenbande fliegt über alle Berge (Olsen-Banden over alle bjerge) – 1981

  • Premiere in Dänemark: 26. Dezember 1981 – Premiere in der DDR: 17. August 1984
  • Länge: 96 Minuten

In der direkten Fortsetzung des vorhergehenden Films reist die Bande unter anderem nach Paris, wo sie die Dokumente, die den Waffenhandel beweisen, nach einigen Schwierigkeiten (unter anderem Bennys mangelnde Französischkenntnisse) an sich bringen können. Zurück in Kopenhagen entdecken sie, dass Yvonne ihre Drohung wahr gemacht und Kjeld verlassen hat. Aufgrund eines Missverständnisses wird Egon als „Gefahr für den Weltfrieden“ verhaftet. Kjeld und Benny entdecken, als sie Yvonne zurückholen wollen, die unterschlagenen 5 Millionen in Hallandsens Mantel. Während Benny die Kapelle zu Kjelds und Yvonnes Silberhochzeit dirigiert, wird Egon als unheilbar kriminell in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen.

14. Der (wirklich) allerletzte Streich der Olsenbande (Olsen-Bandens sidste stik) – 1998

  • Premiere in Dänemark: 18. Dezember 1998 – Premiere in Deutschland: 16. November 1999
  • Länge: 101 Minuten (Dänemark), 90 Minuten (Deutschland)

Ein roter Koffer taucht in Kopenhagen auf. Inhalt: die hochbrisanten Wandenberg-Dokumente. Oberstaatssekretär Holm-Hansen (Bjørn Watt-Boolsen) wird mit der unauffälligen Vernichtung beauftragt, die sein Stellvertreter Hallandsen in den Sand setzt. Zur selben Zeit wird im Studio von Nordisk Film eine Talkshow gedreht. Gast: Der seit 17 Jahren in der Psychiatrie lebende Egon Olsen. Auf einem Irrgang durch das Gebäude begegnet er zwischen den Kostümen seinem alten Anzug und flieht. Benny, der bei einer Transportfirma schwarzarbeitet, und Kjeld, der im Rollstuhl sitzt und von Frau Hansen versorgt wird, haben die Talkshow gesehen und holen Egon am Tor ab. Und Egon hat tatsächlich einen Plan: die britischen Kronjuwelen. Was sollte er auch sonst in 17 Jahren machen? Doch auch Holm-Hansen hat die Talkshow gesehen: Er hält Egon für den einzigen der fähig ist, den Koffer zu beschaffen und beauftragt Hallandsen, Egon zu ihm zu bringen. Hallandsen erfährt von Jensen, der seit 17 Jahren auf seine Pensionierung wartet (und offiziell bereits seit drei Jahren tot ist), dass Egon früher oder später bei dem einzigen noch existierenden Franz-Jäger-Geldschrank auftauchen wird. Damit behält er Recht, denn dieser Tresor steht in der Anstalt und in ihm liegen Egons gesammelte Pläne, die der Direktor konfisziert hatte. Hallandsen trifft Egon und Egon gelingt die Beschaffung der Dokumente. Und wieder legt man ihn herein. Doch Benny und Kjeld können ihn retten, bevor ihn das „Dumme Schwein“ (Ove Werner Hansen) in die Finger bekommt. Der Koffer wird von Hallandsen zu der sichersten Müllverbrennungsanlage im Land gebracht – passenderweise hat Egon auch hierfür einen Plan und nimmt den Koffer an sich. Die Übergabe soll am nächsten Morgen erfolgen. Diesmal ist statt Kjeld seine Lebensgefährtin dabei. Doch wieder will man Egon reinlegen. Diesmal soll die ganze Bande bei lebendigem Leib begraben werden. Doch Frau Hansen redet mit Alf, dem Gehilfen des „Dummen Schweins“, der ihnen schließlich zur Flucht verhilft. Da taucht Børge, der mittlerweile ein großer Finanzbetrüger geworden ist, auf; kurz danach Holm, der ihn verhaften will; dann Jensen, der Holm eben das ausreden will. Im allgemeinen Durcheinander werfen Frau Hansen und Alf die Dokumente wie auch Egons Pläne auf den Müll, Jensen bekommt endlich seine Pensionierung und die Bande verbringt ihren Lebensabend in Børges Haus in Portugal. Egons letzten Plan (den dieser noch in der Tasche hatte) bringt Børge an sich – vielleicht wird er ihn ausführen …

Sämtliche Filme sind inzwischen auch auf VHS und DVD erschienen. Angegeben ist jeweils die Länge der Videofassung.

Running Gags

Im Laufe der Entstehung der Filme kam es zu einer Vielzahl von Running Gags, die in fast allen Filmen auftraten und dabei wieder und wieder variiert wurden.

  • Egons Standardsatz lautet: „Ich habe einen Plan!“ Außer im zweiten Film war er in allen Filmen zu hören. Insgesamt fiel er in den 14 Filmen 53 mal.
  • „Mächtig gewaltig!“ oder auch nur „Gewaltig!“ antwortet auf diese Ankündigungen Egons der Charakter des Benny Frandsen. Der Ausdruck (im Original „Skidegodt!“ = scheißgut) ist eine Wortschöpfung des deutschen Dialogautors Wolfgang Woizick. Insgesamt fiel der Ausdruck in den Filmen nicht weniger als 236 mal. Im fünften Film sagt Benny diesen Satz überhaupt nicht (nur einmal sagt er „mächtig genial“), statt dessen wird der Kommentar im Deutschen mit „Das fetzt ein!“ wiedergegeben. (Ein Grund dürfte sein, dass nur in diesem Film der Synchronsprecher Kurt Kachlicki eingesetzt wurde.)
  • Mit der Frage „Ist das nicht gefährlich?“ reagiert Kjeld oft, wenn Egon seinen neuesten Plan erklärt.
  • Besonders in den älteren Olsenbandenfilmen verwendet Egon zahlreiche Anglizismen, besonders das Wort Alright, im Film wird es als „Olreut“ ausgesprochen. Auch „hurry“ ist eines seiner Lieblingsworte, welches er spricht, wie es geschrieben wird. Besonders im vierten Film häufen sich auch halbenglische Zeitangaben, wie „Sieben clock“, „Fünf und fünfundzwanzig minutes“ oder „Half past vier“. Im neunten Film liefert er sich mit Georg, der ja in Amerika studiert hat, eine „Anglizismen-Schlacht“. Doch später fehlten diese Ausdrücke fast vollständig, bis Egon sie im 14. und letzten Film wieder verwendet.
  • Selbst wenn es bei den Coups der Olsenbande um viele Millionen geht, steht für Yvonne in fast jedem Film etwas anderes im Mittelpunkt – sei es die Konfirmation ihres Sohnes Børge (Film 4), Børges beginnende Lehre (Film 7), Børges Hochzeit (Film 8), die Geburt ihres Enkels (Film 11) oder die Silberhochzeit von Kjeld und Yvonne (Filme 12 und 13). Mit ihren Kommentaren und ständigen Ermahnungen dazu bringt sie die Olsenbande, besonders Egon, regelmäßig zur Weißglut. Dazu kommt, dass sie dazu neigt, sämtliche Schuld auf Egon zu schieben, wenn etwas schief geht – was dieser natürlich überhaupt nicht vertragen kann, vor allem deshalb nicht, weil er ja der Einzige ist, der die Fehler ausbaden muss.
  • Für seine Pläne bedient sich Egon äußerst skurriler Hilfsmittel – diese reichen von 100 Luftballons über 100 g getrocknete Erbsen bis hin zu einem abgebrannten Streichholz. Daraus konstruiert er oft in technischer Hinsicht haarsträubende Apparaturen – einmal (im Film 11) sogar einen Roboter aus Legosteinen, der Ähnlichkeit mit heutigen Marsrobotern hat.
  • Egon ist Spezialist für das Öffnen von Tresoren der Firma Franz Jäger, Berlin, manchmal (z. B. Film 10) auch Frantz Jäger. Seit sich Egon in Teil 3 erstmals als Geldschrankknacker betätigt, ist in fast jedem Film einer dieser Geldschränke zu öffnen. Manche Schränke kann niemand außer Egon knacken. Erwähnt Egon einen Franz-Jäger-Tresor in seinen Plänen, antwortet Benny in der Regel: „Der gute alte Franz!“. In Teil 8 trifft Egon auf das Gesellenstück von Franz Jäger persönlich, einem Tresor mit Spieluhr aus dem Jahre 1781. Im gleichen Film taucht übrigens auch ein Tresor von einem gewissen Francis Hunter aus Birmingham von 1878 auf. Teil 9 beginnt damit, dass Egon einen Tresor der Firma Francis Hunter, Chicago knacken will. In Film 14 begegnet der Bande ein Sicherheitssystem der Firma François Chasseur et Cie. (Sowohl Francis Hunter als auch François Chasseur sind direkte Übersetzungen des Namens Franz Jäger.)
  • Benny besitzt ein sichelförmiges Stück Messing, mit dem er unter anderem Schlösser, Parkuhren, Tanksäulen und Zigarettenautomaten knacken kann.
  • Seit dem fünften Film erwähnt Egon fast immer seinen Zellennachbarn im Gefängnis – stets ist es ein Rechtsanwalt oder eine andere hochrangige Persönlichkeit, die Egon geheime Informationen sowie Kontakte zu „besseren Kreisen“ verschafft. Für gewöhnlich erwähnt Egon diesen dann auch vor seinen Auftraggebern, meist mit dem Zusatz: „Ich soll Sie grüßen.“
  • Egon ist äußerst kreativ im Erfinden von Schimpfwörtern, die er meist Benny, Kjeld oder Yvonne an den Kopf wirft. Seine Kreationen sind z. B. „lausige Amateure“, „elende Sozialdemokraten“, „Rußfurzer“, „untalentierte Käsekacker“, „Hängeohren“, „strohdumme Holzköpfe“, „Knalltüte“, „Schwachköpfe und Mollusken“, „Schlafmütze“, „Sandhocker“, „feige Hunde“, „Fettwänste“, „Schlappschwänze“, „erbärmliche Piesepampel“, „geldgierige Gewitterhexe“, „Scheißetreter“, „Saufaus“, „Fiepsköter“, „Knallhorn“ und dergleichen mehr. Für gewöhnlich folgt nicht lange danach die Versöhnungsszene, in der Egon jedes einzelne der vorher benutzten Schimpfwörter wieder zurücknimmt.
  • Das Eintreffen der Polizei wird von Yvonne grundsätzlich eher beiläufig verkündet („Und zum Beispiel kommt jetzt schon wieder die Polizei“). Egon, Kjeld und Benny lassen daraufhin alles stehen und liegen und flüchten Hals über Kopf durch die Hintertür, und Yvonne ärgert sich, weil die Männer sie mal wieder mit der Hausarbeit allein lassen. Eine derartige Szene gab es erstmals im siebten Film. Im 13. Film, als Yvonne ihre Drohung wahr gemacht und Kjeld verlassen hat, kündigt Kjeld im Streit mit Egon das Erscheinen der Polizei an.
  • Im ersten Film muss die Olsenbande mitten in einer Verfolgungsjagd ihr Fahrzeug verlassen, als das Benzin ausgeht. Das Auto, das die Bande sich „borgt“, bleibt kurz darauf ebenfalls aus Benzinmangel liegen. Seitdem ist das Benzin ein Dauerbrenner in den Filmen. Vor fast jedem Beutezug vergewissert sich Egon bei Benny, ob der Wagen auch voll getankt ist. Und auch in späteren Filmen (etwa in Teil 3) bleibt das Auto der Olsenbande immer mal wieder ganz plötzlich stehen (Bennys Standardantwort: „Ich habe getankt! Für 5 Kronen – (vor)letzte Woche …“), ein zum Abtransport der Beute benötigter Lkw bricht altersschwach zusammen (Teil 7) oder die Rampe eines Lieferwagens macht Zicken (Teil 14).
  • Fast in jeder Folge der Olsenbande fällt ein Stapel hoch gelagerter Fässer um. Beispielsweise in Film 4 ein Stapel Fischkonserven, in Film 8 ein Stapel Weinfässer, in Film 9 ein Stapel Ölfässer und in Film 12 ein Stapel Giftfässer.
  • Auf der Seite der Kriminalpolizei steht der stets übernervöse (aber weitsichtige, jedoch handlungsunfähige) Kriminalkommissar 2. Grades Jensen und sein übereifriger Assistent Holm, beide betont unauffällig in Karos gekleidet. Ihre philosophischen Auseinandersetzungen um die Frage, ob sich die Aufklärung von Verbrechen lohnt oder nicht, gehörten zu einem ständig wiederkehrenden Teil der späteren Filme (ab Nr. 6).
  • Die Hilfsmittel, welche die Bande für ihre Coups braucht, müssen besorgt werden. Manchmal werden sie einfach gestohlen, doch von Zeit zu Zeit plant Egon einen kleinen und einfachen (und trotzdem nicht minder einfallsreichen) Coup, der meist zwischen zehn- und zwanzigtausend Kronen bringt. Dieses Geld, eigentlich gedacht, um die nötigen Hilfsmittel zu kaufen, wird manchmal von Yvonne konfisziert, der ein Spatz in der Hand lieber ist, als eine Taube auf dem Dach. Interessanterweise geht bei diesen kleinen Coups nie etwas schief. Für Egon zählen sie nicht mal richtig – als er in Film 8 gefragt wird, woher er das Geld für die nötigen Hilfsmittel nehmen will, antwortet er: „Das besorgen wir uns schnell auf dem Heimweg.“
  • Die Filme machen sich manchmal über das feste Handlungsschema lustig. So schickt Yvonne Egon in Film 5 nach Bennys und Kjelds Verhaftung zur Polizei – er soll sich stellen und an ihrer Stelle ins Gefängnis gehen, denn schließlich war es immer so. Auch die Frage, woher er weiß, dass es in Egons Plan um Millionen geht, beantwortet Dynamit-Harry mit: „Es ist doch immer so.“ Auch der Punkt, an dem immer alles schief geht, wird einige Male von Kjeld oder Yvonne prophezeit, z. B. „Und wenn dann alles schön ist und alles ‚mächtig gewaltig‘ ist, dann kommt immer irgendetwas dazwischen.“ (Yvonne, Film 6)

Das Auto

Als Fahrer der Olsenbande fungierte in allen Filmen Benny. Nur ein einziges Mal ist Egon am Steuer eines Wagens zu sehen, als er im ersten Film einen Lkw fährt, den die Olsenbande einer Klaviertransportfirma gestohlen hat. Das Auto der Olsenbande war stets ein älterer und schon etwas heruntergekommener Straßenkreuzer (Film 1: Plymouth Belvedere, Film 2: Chevrolet Biscayne, Film 3: Chevrolet Impala, Film 4–13: Chevrolet Bel Air). Nur in Film 14 besitzt Benny keinen eigenen Wagen mehr, stattdessen nutzt die Olsenbande einen Ford Transit der Taxifirma Valby Vognen, bei der Benny nun schwarzarbeitet.

Neben den hier aufgeführten Autos nutzte die Olsenbande auch häufig „geliehene“ Fahrzeuge. So bleibt das Auto bei der Jütlandreise im dritten Film zu Hause, die Olsenbande nutzt einen gestohlenen Kleinlastwagen, einen Citroën Typ H. Als in Film 1 Bennys Auto als nicht mehr fahrtüchtig von der Polizei beschlagnahmt wird, borgt sich die Bande sogar Mortensens Wagen.

Als Hommage an die Olsenbande hat ein dänischer Spielwarenkonzern (LEGO) in seinem Freizeitpark bei Billund den Chevy der Bande nachgebaut.

Spritmangel oder Reifenpanne?
Filmtitel Autotyp Baujahr Kennzeichen
01 – Die Olsenbande Plymouth Belvedere 1959 KH 28.666
02 – Die Olsenbande in der Klemme Chevrolet Biscayne 1959 AU 52.275
03 – Die Olsenbande fährt nach Jütland Chevrolet Impala 1961 KA 89.955
04 – Die Olsenbande und ihr großer Coup Chevrolet Bel Air 1960 CK 50.063
05 – Die Olsenbande läuft Amok Chevrolet Bel Air 1960 CK 50.063
06 – Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande Chevrolet Bel Air 1959 CY 51.323
07 – Die Olsenbande stellt die Weichen Chevrolet Bel Air 1960 AE 52.040
08 – Die Olsenbande sieht rot Chevrolet Bel Air 1959 AU 51.189
09 – Die Olsenbande schlägt wieder zu Chevrolet Bel Air 1959 AE 52.040
10 – Die Olsenbande steigt aufs Dach Chevrolet Bel Air 1959 KD 22.528
11 – Die Olsenbande ergibt sich nie Chevrolet Bel Air 1959 KD 22.528
12 – Die Olsenbande fliegt über die Planke Chevrolet Bel Air 1959 KD 22.528
13 – Die Olsenbande fliegt über alle Berge Chevrolet Bel Air 1959 KD 22.528
14 – Der (wirklich) allerletzte Streich der Olsenbande Ford Transit 1986 PE 94.696

Wirkung der Olsenbande

„Bildet Olsenbanden!“, gesehen 2004 in Freiberg (Sachsen)

In Dänemark und in Ostdeutschland gelten die Olsenbandenfilme als Kult. Ihr Erfolgsgeheimnis in diesen Ländern ist dabei noch immer nicht ganz geklärt. In der DDR war es neben der allgemeinen Begeisterung für westliche Filme möglicherweise die Tatsache, dass die Olsenbande es mit simpelsten Mitteln wagte, es mit den Mächtigen aufzunehmen, dabei fast immer zum Scheitern verurteilt war, aber dennoch nie aufgab.

Noch heute sorgen sie im dänischen Fernsehen für Top-Einschaltquoten – der Ende 1997 ausgestrahlte Film Die Olsenbande fliegt über alle Berge war der Renner zu Weihnachten und zum Jahreswechsel, noch vor den Neujahrsansprachen der Königin und des Ministerpräsidenten. 2008 gab es in Dänemark das Musical Olsen Banden og Den Russiske Juvel (Die Olsenbande und das russische Juwel) von Anders Thomas Jensen. In den ostdeutschen Bundesländern standen die beiden deutschen Bücher zur Olsenbande lange auf den vorderen Plätzen der Bestsellerlisten, und es entstanden auch drei Theaterstücke – Die Olsenbande dreht durch von Peter Dehler (1997; Uraufführung am Staatstheater Cottbus mit Thomas Harms als Egon Olsen) und Der große Theatercoup von und mit Peter Grünig und Dirk Donat (2000; Uraufführung am Volkstheater Rostock) und Die Olsenbande und das Geheimnis der Puppe! von Sigrid Vorpahl (2007; Uraufführung zu den Kalimandscharo-Festspielen in Zielitz). Schon 1985 war in dem Kabarettprogramm Wir leisten uns was des berühmten Berliner Kabaretts Die Distel der Programmteil Die Olsenbande leistet sich was (von und mit Egons DEFA-Synchronstimme Karl Heinz Oppel) zu sehen.

1999 produzierte der dänische Fernsehsender TV 2 die 31-teilige Fernsehserie Olsen-Bandens første kup, die die Kindheit der Olsenbande behandelte. 2001 entstand zum selben Thema der Kinofilm Olsen Banden junior unter Regie von Peter Flinth nach einem Drehbuch von Anne-Marie Olesen, Lars Mering und Nikolaj Scherfig. Dieser Film verlegte die Kindheit der Olsenbande in das Jahr 1958. In Deutschland lief er erst 2003 unter dem Titel Olsenbande Junior, wurde hier kein durchschlagender Erfolg. 2007 wurde zudem angekündigt, dass Nordisk Film einen 3D-Animationsfilm mit dem Titel Olsen-banden - på de bonede gulve plane.[4]

In Norwegen erschien in den 1980er Jahren eine Comic-Reihe zur Olsenbande. In Dänemark war zuvor schon 1977 ein von Otto Frello gezeichnetes Comic-Heft zum vierten Olsenbandenfilm erschienen, das sich nicht so gut verkaufte wie erwartet und deshalb nur eine geringe Auflage erreichte. In einigen Heften über die Abrafaxe wurde in Form von Namen und Dialogen ebenfalls Bezug auf die Olsenbandenfilme genommen.[5]

Olsenbanden-Silhouette am Kino 1-2-3 in Thisted

Begriffe der Olsenbande sind teils auch in die Alltagssprache übergegangen. Bei den Demonstrationen in der DDR wurden im Herbst 1989 Transparente mit der an Egon Krenz gerichteten Frage „Egon, hast du einen Plan?“ gesichtet.

Mehrere wissenschaftliche Arbeiten beschäftigten sich mit der Olsenbande. 1993 wurde an der Universität Roskilde ein deutsch-dänisches Olsenbandenseminar abgehalten.

In Dezember 2004 wurde ein Stück der Straße, die vor dem Kopenhagener Vridsløse-Gefängnis (Albertslund) vorbeiführt, in „Egon Olsens Vej“ umbenannt.[6]

Im August 2006 wurde in Thisted (Jütland) ein Olsenbanden-Event veranstaltet, dazu erschien auch ein Olsenbanden-Bier der Thisted-Brauerei.

Literatur

Dänemark

  • Poul-Ove Kühnel, Paul-Jørgen Budtz: Olsen Banden. Kopenhagen 1981.
  • John Lindskog: Skidegodt, Egon! 30 år med Olsen Banden. Kopenhagen 1999, ISBN 8715102017
  • Per Thygesen Poulsen: Ledelse ifølge Olsen Banden. Jyllands-Postens Erhvervsbogklub, Viby J. 1999, ISBN 8790605780
  • Jens Andersen: Olsen-Bandens Jylland. Thisted 2006.

Deutschland

  • Frank Eberlein, Frank-Burkhard Habel: Die Olsenbande. Das große Buch für Fans. Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 1996, erweiterte Neuausgabe 2000, ISBN 3896020560
  • Hauke Lange-Fuchs: „Ich habe einen Plaan!“ Lübeck 1997, ISBN 3924214484
  • Frank Eberlein: Das große Lexikon der Olsenbande. Berlin 2001, ISBN 3896023616

Weblinks

Fußnoten

  1. Im zweiten Film sagt er aus, am 12. März 1925 in Kopenhagen geboren worden zu sein. Laut Inspektor Mortensens Verbrecherkartei im vierten Film ist sein Geburtsdatum der 3. Mai 1927.
  2. Frank Eberlein: Das große Lexikon der Olsenbande, S. 51/52
  3. Frank Eberlein: Das große Lexikon der Olsenbande, S. 184/185
  4. Olsenbandenfanclub Deutschland :: News ~ Neuer Film der Olsenhande in 3D ::
  5. vgl. http://mosapedia.de/wiki/index.php/Olsenbande
  6. Fotoserie zur Umbenennung

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