Olympic Airlines


Olympic Airlines
Olympic Airlines
Logo der Olympic Airlines
Boeing 737 der Olympic Airlines
IATA-Code: OA
ICAO-Code: OAL
Rufzeichen: Olympic
Gründung: 1957
Betrieb eingestellt: 2009
Sitz: Athen, GriechenlandGriechenland Griechenland
Fluggastaufkommen: 3,34 Mio. (2006)
Flottenstärke: 24 (+ 8 Bestellungen)
Ziele: National und international
Olympic Airlines hat den Betrieb 2009 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.

Olympic Airlines SA (Ολυμπιακές Αερογραμμές), kurz Olympic, war eine staatliche griechische Fluggesellschaft mit Sitz in Athen. Am 29. September 2009 wurde der Flugbetrieb eingestellt und die restrukturierte neue Gesellschaft mit dem Namen Olympic Air trat ihre Nachfolge an.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vor Olympic Airways, der Vorgängergesellschaft der Olympic Airlines, gab es mehrere staatliche griechische Fluggesellschaften. Die erste namens Icarus, wurde 1930 gegründet und kurze Zeit später wegen finanzieller Probleme und mangelndem Interesse an Flugtransporten wieder eingestellt. G. C. A. T./Ε. Ε. Ε. Σ. (Greek Company for Air Transport/Ελληνική Εταιρεία Εναέριων Συγκοινωνιών) nahm 1935 ihren Platz ein. Im selben Jahr wurde eine zweite Fluggesellschaft gegründet, die private Gesellschaft T. A. E. (Technical and Aeronautical Exploitations/Τεχνικαί Αεροπορικαί Εκμεταλλεύσεις). Nach dem Krieg, 1947, waren drei Fluggesellschaften in Griechenland tätig: T. A. E., G. A. T./ΕΛΛ. Α. Σ. (Greek Air Transport/Ελληνικαί Αεροπορικαί Συγκοινωνίαι) und Hellenic Airlines/Α. Μ. Ε. (Αεροπορικαί Μεταφοραί Ελλάδος).

Die 1950er- und 1960er-Jahre

Eine De Havilland Comet 4B im Jahr 1966 in Manchester

1951 entschied der Staat, diese drei Fluggesellschaften, die alle finanzielle Probleme hatten, in einer einzigen zu vereinigen, der Hellenic National Airlines T. A. E.. Auch diese neue Gesellschaft bekam schwerwiegende finanzielle Probleme, so dass der griechische Staat 1955 den Betrieb einstellte. Da kein Kaufinteresse an der Fluggesellschaft bestand, kaufte der griechische Staat sie wieder zurück.

1956 kaufte der Reeder Aristoteles Onassis die Fluggesellschaft, die er am 6. April 1957 in Olympic Airways (Ολυμπιακή Αεροπορία) umbenannte. Die Fluggesellschaft war erfolgreich, kaufte 1960 den ersten Jet, eine De Havilland Comet 4B, vereinbarte Codeshare-Flüge mit British Airways, bestellte 1965 die ersten Boeing 707-300, etablierte 1966 den ersten Nonstopflug von Athen nach New York und 1968 die ersten Verbindungen nach Afrika. 1969 wurden die De Havilland Comet 4B ausgemustert.[1]

Die 1970er-Jahre

Boeing 707 auf dem Flughafen Heraklion

1971 wurde die Olympic Aviation/Ολυμπιακή Αεροπλοϊα gegründet, um den innergriechischen Flugverkehr, vornehmlich zu den Inseln, wirtschaftlicher zu gestalten. 1972 war Griechenland erstmalig durch Direktflüge mit Australien verbunden. In der Folge wurden weitere Flugzeuge vom Typ Boeing 720-051B und Boeing 747-200 gekauft. Sogar an einem Überschallflugzeug hatte die Gesellschaft Interesse, und Anfang Januar 1973 landete eine BAC-Aerospatiale Concorde zu Demonstrationszwecken in Athen.

Ende desselben Monats verunglückte der Sohn von Aristoteles Onassis, Alexander, bei einem Flugzeugabsturz. Wenige Monate später verkaufte Onassis alle seine Anteile an der Fluggesellschaft an den griechischen Staat. Kurz darauf (1975) starb er. Unter staatlichem Management wurden weitere Flugzeuge vom Typ Boeing 737-200 gekauft und die Tochterfirma Olympic Catering, die sowohl Olympic Airways als auch anderen Fluggesellschaften bediente, gegründet. 1977 wurden als Sparmaßnahme die Australienroute und wenig später auch die Verbindung nach Kanada eingestellt. 1978 wurde der erste Airbus A300 bestellt.[2]

Die 1980er-Jahre

Mehrere Maschinen von Olympic am ehemaligen Flughafen Athen-Ellinikon

1984 wurden zwei Boeing 747-200 von Singapore Airlines übernommen und die Verbindungen nach Australien und Kanada wieder aufgenommen. Olympic Airways Cargo wurde gegründet und eine Boeing 707-300 zu Transportzwecken umgebaut, doch das Vorhaben wurde bald fallengelassen.

Seit den achtziger Jahren hat die Fluggesellschaft große finanzielle Probleme, hauptsächlich durch Managementfehler hervorgerufen. Unter anderem erlaubte der griechische Staat seinen Politikern und ihren Familien sowie Pressemitgliedern Standby zu einem Rabatt von 97 Prozent zu fliegen. 1986 trugen schwere Streiks innerhalb der Olympic Airways zu weiteren finanziellen Verlusten bei. Die Tochtergesellschaft Olympic Tourist, die spätere Macedonian Airlines, wurde gegründet. Mitte der 1980er wurde eine Direktverbindung nach Tokio eingerichtet und kurze Zeit später, wegen mangelnden Interesses und großer finanzieller Verluste, wieder eingestellt. Weitere Flugzeuge wurden gekauft (Boeing 737-400 und Airbus A300-600R). Mehrere Umstrukturierungsmaßnahmen durch den griechischen Staat, bei denen auch die hohen Schulden getilgt wurden, scheiterten, einschließlich des Versuchs, das Management in die Hände der British Airways Tochter Speedwing zu legen. Das Ergebnis waren noch höhere Schulden.

1990 bis 2009

Der 1999 errichtete neue Hangar von Olympic Aviation

1999 kaufte Olympic Airways vier Airbus A340-313X, um die alternden Boeing 747-200 zu ersetzen. 2003 wurde die Olympic Airways Gruppe grundlegend umstrukturiert. Die Tochterfirma Macedonian Airlines SA wurde in Olympic Airlines SA umbenannt und übernahm sowohl die internationalen, als auch die Inlandsflüge, die bis dahin von der Olympic Aviation durchgeführt wurden. Olympic-Catering wurde an die Fast-Food Kette Goody’s verkauft. Die Schulden der Olympic Airlines wurden vollständig getilgt.

Die übrigen Firmen der Gruppe (Olympic Airways, Olympic Into-Plane Company, Olympic Fuel Company Olympic Airways Handling und die Olympic Airways Technical Base) wurden vereinigt und bildeten die Olympic Airways Services SA. 2004 versuchte der griechische Staat Olympic Airlines zu veräußern, doch alle Verkaufsverhandlungen scheiterten an der hohen Summe der Subventionen, die an den griechischen Staat zurückzuzahlen gewesen wären.

Olympic Airlines wurde 2004 von Airbus mit dem FSIP Award in den Bereichen Wartung und Sicherheit ausgezeichnet und als eine der sichersten Airlines weltweit eingestuft. Die Fluggesellschaft bot ein Vielfliegerprogramm und Onlinebuchungen an.

Am 14. September 2005 forderte die Europäische Kommission die griechische Regierung auf, die illegal an Olympic Airlines gezahlten Subventionen in Höhe von 540 Millionen Euro zurückzufordern. Die erforderlichen Rechtsmittel sind eingelegt worden. Der Gläubigerschutz durch den Staat wurde bis Oktober 2006 verlängert, so dass Olympic Airlines den Flugbetrieb bis dahin unverändert fortsetzen konnte.

Seit August 2007 war bei Olympic Airlines das Reisen mit elektronischen Tickets möglich gewesen.

Restrukturierung als Olympic Air

Ein Airbus A320-200 der neuen Olympic Air

Anfang März 2009 wurde in den griechischen Medien bekannt, dass die Fluggesellschaft Olympic Airlines vom griechischen Staat für 177 Millionen Euro an die MIG (Marfin Investment Group) verkauft wird, sofern die EU-Behörden zustimmen. Die EU-Behörden stimmten zu und Olympic wurde an MIG verkauft, welche die Gesellschaft neu gründete.

Die neue Olympic Air hat den gleichen IATA-Code, Logo und Landerechte. Mit einem Teil des Personals wurden neue Verträge ausgehandelt. Die alte Olympic Airlines stellte bis zum 1. Oktober 2009 den Flugverkehr von außergriechischen Flughäfen ein.[1] Dagegen wurden die innergriechischen Flüge noch bis Ende November 2009 mit Unterstützung des griechischen Staates weiter geführt.[2]

Am 29. September 2009 begann der Flugbetrieb der vollständig privatisierten Nachfolgegesellschaft Olympic Air. Im Vergleich zur bisherigen Olympic Airways wurden 28 Ziele im Ausland - darunter alle Ziele in Deutschland sowie alle Verbindungen nach Übersee - sowie 20 innergriechische Ziele eingestellt und nur noch die Hälfte der ehemals 7.500 Mitarbeiter übernommen. Des Weiteren wurde vorerst nur ein Teil der bisherigen Flotte von der neuen Gesellschaft übernommen.[3]

Corporate Identity

In den frühen 1990er-Jahren wurde eine neue CI Namens Rainbow-Colors mit der Grundfarbe Türkis eingeführt, die Resonanz der Kunden war schlecht und man überarbeitete die alte CI auf die heute gültige Form. Ungewöhnlich ist, dass zwischen Flugzeugen, die auf kurzen Strecken eingesetzt werden und den Lang- und Mittelstreckenmaschinen gestalterisch unterschieden wird, erstere haben keinen vertikalen Streifen. Dies geht darauf zurück, das früher Kurzstreckenflüge von der Tochter Olympic Aviation betrieben wurden. Nach der Eingliederung wurde auch bei neuen Maschinen diese Unterscheidung fortgeführt.

Logo

Bei Firmengründung bestand das Logo aus fünf gestreckten Ringen. Diese waren zwar deutlich von dem Zeichen der Olympischen Spiele zu unterscheiden, Aristoteles Onassis wollte sich aber nicht auf einem Rechtsstreit mit dem Olympischen Komitee einlassen, und nahm dessen Beanstandung zum Anlass, das Logo zu ändern und das bis heute gültige Corporate Design mit den nun 6 Ringen und dem kursiven Schriftzug einzuführen.

Uniformen

Olympic war die erste Fluggesellschaft, die Stewardessen-Uniformen von Star-Designern entwerfen ließ. Coco Chanel entwarf zu Lebzeiten auch für Olympic, genauso wie Yves Saint Laurent und später Pierre Cardin. Die Uniformen waren immer maßgeschneidert, dafür wurde im Zentrum Athens eigens ein Atelier eingerichtet. Bis zuletzt wurde jedes Jahr eine neue Kollektion eingeführt und die Flugkapitäne der Gesellschaft trugen stets schwarze Krawatten zum Gedenken an den tragischen Tod von Alexander Onassis.

Namen der Flugzeuge

Die Flugzeuge der Olympic wurden nach Themenkreisen der griechischen Antike benannt, wobei jedes Baumuster einen Themenkreis hatte. Die Maschinen der Inlandsflüge wurden nach historisch bedeutenden Inseln benannt. In der Anfangszeit gab es auch einen Themenkreis mit Königinnen und Prinzessinen Griechenlands.

Olympic Aircraft Name
Typ Kategorie Namen
Airbus A300-600R Orte Athina/Αθήνα, Macedonia/Μακεδονία, Creta/Κρήτη
Airbus A300B4 Helden des trojanischen Krieges Nestor/Νέστωρ, Telemachus/Τηλέμαχος, Odysseus/Οδυσσεύς, Achilleus/Αχιλλεύς, Neoptolemus/Νεοπτόλεμος, Peleus/Πηλεύς, Diomedes/Διομήδης, Ajax/Αίας, Idomeneus/Ιδομενεύς
Airbus A340 Antike Stätten Griechenlands Delphi/Δελφοί, Olympia/Ολυμπία, Marathon/Μαραθών, Epidaurus/Επίδαυρος
ATR 42 Antike Philosophen Plato/Πλάτων, Sokrates/Σωκράτης, Aristoteles, Pythagoras
ATR 72 Antike Wissenschaftler Thales, Hippocrates, Demokritus, Homer, Herodotus, Archimedes
Boeing 707 Antike Stadtstaaten Athens (Πόλις των Αθηνών), City of Lindos (Πόλις της Λίνδου), Theben (Πόλις των Θηβών), Pella, Mycenae, Corinth, Knossos, Sparta
Boeing 720 Historisch bedeutende Flüsse Axios, Strymon, Acheloos, Pinios, Evros, Aliakmon, Nestos
Boeing 717 Sternenbilder Eridanus/Ηριδανός, Kassiopi, Andromeda
Boeing 727 Berge Griechenlands Mount Olympus/Όρος Όλυμπος, Mount Parnassus/Όρος Παρνασσός, Mount Menalon, Mount Vermion, Mount Dirfis, Mount Pindos, Mount Helicon, Mount Athos, Mount Taygetus
Boeing 737-200 Gottheiten und Protagonisten der Mythologie: Herkules, Apollo, Hermes, Hephaestus, Dionysos, Poseidon, Phoebus, Triton, Proteus, Nereus, Atlas
Boeing 737-400 Städte Makedoniens Vergina, Olynthos, Philippi, Stagira, Dion, Amphipoli, Pella
Boeing 747 "Olympic Aircraft" Olympic Zeus/Ολύμπιος Ζεύς, Olympic Eagle/Ολύμπιος Αετός, Olympic Spirit/Ολύμπιο Πνεύμα, Olympic Flame/Ολύμπια Φλόγα, Olympic Peace/Ολυμπιακή Εκεχειρία
DeHavilland Comet 4B Weibliche Mitglieder der königlichen Familie Princess Sophia, Queen Sophia, Queen Frederica, Queen Olga
Dornier 228 Griechische Inseln (I) Leros, Skyros, Kasos, Astypalea, Amorgos, Kythira, Karpathos
Douglas DC-6 Griechische Inseln (II) Rhodos, Korfu, Kreta, Lesvos, Chios, Limnos, Samos, Kos
NAMC YS-11 Griechische Inseln (III) Kephalonia, Ithaka, Samothraki, Zakynthos, Delos, Andros, Kalymnos, Milos
Shorts 330 Griechische Inseln (IV) Patmos, Kastelorizo, Paros, Naxos, Milos, Tinos
Shorts Skyvan Griechische Inseln (V) Mykonos, Skiathos
Islander Griechische Inseln (VI) Kythira/Νήσος Κύθηρα, Karpathos/Νήσος Κάρπαθος
Aérospatiale Super Frelon Hermes/Ερμής

Ziele

Olympic Airlines bediente ein Netzwerk von 13 interkontinentalen, 28 europäischen und 36 innergriechischen Flugzielen und war Codeshare-Partner von Gulf Air, Cyprus Airways, Aerosvit Airlines, Air Malta, Czech Airlines, TAP Portugal und Kuwait Airways.

Flotte

Eine Boeing 747 der Olympic Airlines, 1985
Ein Airbus A300-600R der Olympic Airlines
Ein Airbus A340-300 der Olympic Airlines


Die Flotte bestand über Jahrzehnte aus 35-40 Flugzeugen. Die letzten Jahre wurde vermehrt auf geleaste Maschinen zurückgegriffen. Vor Einstellung des Flugbetriebes bestand die Flotte der Olympic Airlines mit Stand Juni 2009 aus 24 Flugzeugen:[4]

Bestellungen
  • 8 Bombardier Dash 8Q-400

Einige dieser Maschinen und die Bestellungen wurden von Olympic Air übernommen.

Historische Flotte

Zwischenfälle

  • Am 29. Oktober 1959 stürzte eine Douglas DC-3 nahe Athen ab. Alle 15 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder starben.
  • Am 8. Dezember 1969 stürzte eine Douglas DC-6 nahe Keratea, Athen, ab. 85 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder starben.
  • Am 21. Oktober 1972 stürzte eine NAMC YS-11 vor der Küste von Voula, Athen, ab. 36 Passagiere und ein Besatzungsmitglied ertranken, 16 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder wurden gerettet.
  • Am 23. November 1976 stürzte ein NAMC YS-11 nahe Kozani, Griechenland, ab. Alle 46 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder starben.
  • Am 3. August 1989 stürzte eine Short 330 nahe dem Flughafen von Samos ab. Alle 31 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder starben.[5][6]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. travel-one.net, 25. September 2009: „Olympic Air: Neustart mit vielen Fragezeichen“
  2. griechenland.net, 23. September 2009: „Griechenland: Streit zwischen Olympic Airlines und Aegean Airlines“
  3. aero.de, 29. September 2009: „Olympic Airlines - Neustart als Olympic Air“
  4. ch-aviation.ch: Flotte der Olympic Airlines 20. Oktober 2009
  5. http://www.kerkis.gr/de/node/11
  6. http://aviation-safety.net/database/record.php?id=19890803-1&lang=de

Weblinks

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