Orgelbau


Orgelbau

Der Orgelbau befasst sich mit dem Entwurf, der Konstruktion, der Herstellung und der Klanggestaltung von Orgeln. Zusätzlich besteht die Aufgabe eines Orgelbauers darin, bestehende Orgeln zu pflegen, zu reparieren, zu renovieren, zu restaurieren und zu rekonstruieren, soweit noch Originalsubstanz vorhanden ist. Neben dem eigentlichen Orgelbau ist die Orgelpflege Stimmung und Intonation das Hauptbetätigungsfeld des Orgelbauers.

Inhaltsverzeichnis

Arbeitsbild

Orgelbauer bei der Arbeit. Aufnahme aus dem Jahr 1966

Für den Bau einer Orgel erhält der Orgelbauer Vorgaben vom Auftraggeber (meist Kirchgemeinden und Orgelsachverständige). Diese enthalten vor allem die Disposition. Für räumliche, technische und klangliche Gegebenheiten muss der Orgelbauer Lösungen finden, die den finanziellen und musikalischen Vorgaben entsprechen. Danach muss er die Orgel bis in jedes Detail konstruieren. Dazu sind einige theoretische Voraussetzungen nötig, die speziell für den Orgelbau erworben werden müssen, darunter die Mensurierung von Orgelpfeifen. Neben dem Wissen über die verschiedenen Materialien (Hölzer, Metalle, Filze, Leder u. a.) müssen aber auch Kenntnisse im Bereich der Statik, Aerodynamik, Mechanik und Elektronik vorhanden sein.

Die praktischen Fähigkeiten, die der Orgelbauer nun benötigt, schließen den Holz- und Metallpfeifenbau ein sowie den Bau der Trakturen, der Windanlage (= Windwerk = Balgwerk) und des Gehäuses. Nicht jeder Orgelbauer muss in jedem Arbeitsbereich Spezialist sein. In einer Orgelbauwerkstatt arbeiten meist für jeden Bereich andere Orgelbauer. Mit manchen Arbeiten werden auch regelmäßig externe Firmen oder Orgelbauer beauftragt, zum Beispiel dem Metallguss, dem Pfeifenbau oder mit Sonderanfertigungen selten benötigter Teile.

Meist erfolgt ein Teilaufbau in der Werkstatt vor dem Einbau am Bestimmungsort. Zuletzt werden die Pfeifen intoniert.

Regelmäßige Wartungsarbeiten umfassen die Stimmung der Pfeifen und die Regulierung der Traktur. Weiter muss der Orgelbauer kleinere und größere Reparaturen durchführen, die auf Grund von Verschleiß, unvorhergesehenen Einwirkungen oder unsachgerechter Behandlung (hier ist vor allem das falsche Raumklima zu nennen) notwendig sind.

Bei einer Orgelrestaurierung wird eine Orgel in einen vorherigen Zustand zurückversetzt. Dabei müssen die einzelnen Teile des Instrumentes in Material und Ausführung möglichst schonend restauriert oder originalgetreu rekonstruiert werden.

Eine mechanische Pedalkoppel

Ausbildung und Situation des Berufs

Mit dem Begriff Orgelbauer bzw. Orgelbaumeister wird ein Handwerksberuf in der Musikinstrumentenherstellung bezeichnet. In Deutschland trägt er die vollständige Bezeichnung Orgel- und Harmoniumbauer. Die Ausbildung eines Orgelbauers erfolgt in Deutschland einerseits in einer Orgelbauwerkstätte und andererseits an der Bundesfachschule für Instrumentenbau in Ludwigsburg. Dort werden auch regelmäßig Kurse für angehende Meister angeboten, die ihre Prüfung vor der Handwerkskammer Stuttgart ablegen.

In Deutschland gibt es derzeit rund 150 Orgelbauwerkstätten mit etwa 2000 Beschäftigten. Man rechnet damit, dass die Anzahl der Werkstätten drastisch sinken wird auf Grund der sich verschlechternden finanziellen Situation der großen Kirchen (siehe auch Kirchenschließung, Kirchenaustritt, Demografischer Wandel in Deutschland).[1]

Quellen

  1. [1], Zugriff am 5. November 2006

Siehe auch

 Portal:Orgel – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Orgel

Erklärungen für Fachbegriffe rund um die Orgel sind im Orgel-Glossar zu finden.

Literatur

  • Wolfgang Adelung: Einführung in den Orgelbau. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1991, ISBN 3-7651-0279-2
  • Hans Klotz: Das Buch von der Orgel. Bärenreiter Verlag, 2000 (13. Auflage), ISBN 3-7618-0826-7

Weblinks

 Commons: Orgelbau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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