Orion-Raumschiff


Orion-Raumschiff
Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Raumschiff der US-Weltraumbehörde NASA; Informationen zur Fernsehserie mit dem Raumschiff Orion siehe Raumpatrouille; Informationen zum nuklearen Pulstriebwerk siehe Orion-Projekt.
Logo des Orion-Raumschiffprojekts
Das Orion-Raumschiff angedockt an die ISS (NASA-Studie, Mai 2007)
Start eines Orion-Raumschiffs mit einer Ares-1 Rakete (NASA-Studie, Februar 2008)
Orion-Raumschiff angekoppelt an die Altair-Mondlandefähre und die Earth Departure Stage (NASA-Studie, Februar 2008)

Das Orion-Raumschiff (vormals als Crew Exploration Vehicle (CEV) bezeichnet) ist ein neues bemanntes Raumfahrzeug der NASA. Es soll frühestens ab dem Jahr 2014 eingesetzt werden und ist als Nachfolger des Space Shuttle für Flüge in den niedrigen Erdorbit und darüber hinaus für Flüge zu Mond und Mars konzipiert worden. Die Orion soll mit einer Ares-I-Trägerrakete gestartet werden.

Inhaltsverzeichnis

Details

Der Name des Raumschiffs wurde versehentlich vor der offiziell geplanten Veröffentlichung von dem zu diesem Zeitpunkt im All befindlichen Astronauten Jeffrey Williams bekanntgegeben und anschließend von der NASA bestätigt.[1]

Das Orion-Raumschiff wird vor allem entwickelt, um die von US-Präsident George W. Bush im Januar 2004 verkündeten Ziele zu erreichen: die Errichtung einer bemannten Mondbasis und eine bemannte Mission zum Mars. Insgesamt ist das Projekt Raumfahrzeug Orion ein Bestandteil des Raumfahrtprogramms Constellation der NASA.

Entwicklung

Die Entwicklung wurde in sogenannte Spiral-Phasen eingeteilt.

  • Exploration Spiral 1 (CEV Earth Orbit Capability): Entwicklung eines bemannten Raumschiffs zum Einsatz im niedrigen Erdorbit bis 2014 als Vorbereitung auf den Mondflug.
  • Exploration Spiral 2 (Extended Lunar Exploration): Landung und anschließender Aufenthalt von Menschen auf dem Mond für mindestens vier Tage (2015 bis 2020).
  • Exploration Spiral 3 (Long Duration Lunar Exploration): Längere (bis zu einigen Monaten) Mondmissionen, die als Test für spätere Marsflüge dienen sollen (nach 2020).
  • Exploration Spiral 4 (Crew Transportation System Mars Flyby): Vorbeiflüge am Mars (nach 2020).
  • Exploration Spiral 5 (Human Mars Surface Campaign): Bemannte Marslandung (nach 2020).

Das CEV befindet sich seit 2004 in der Entwurfsphase. Im Jahr 2005 wurden die Entwurfskonzepte der Industrie an die NASA übergeben, danach wählte die NASA die Konzepte von Lockheed Martin und von einem Team gebildet von Northrop Grumman und Boeing zur Weiterentwicklung aus. Ursprünglich wollte man diese beiden Konzepte bis 2008 finanzieren, wobei 2008 ein unbemannter Testflug mit Prototypen beider Raumfahrzeuge stattfinden sollte. Nach den Ergebnissen der Entwicklung und der Testflüge sollte entschieden werden, welches Konzept weiterzuverfolgen sei.

Später gab die NASA jedoch bekannt, die Einsatzbereitschaft des CEV bereits für das Jahr 2010 anzustreben. So wollte man die Lücke zwischen dem Ende des Shuttle-Programms und dem Beginn der CEV-Flüge möglichst kurz halten oder sogar ganz vermeiden. Deshalb, und um Geld zu sparen, wurde das Weiterverfolgen von zwei Projekten gestrichen, ebenso der Testflug von unbemannten Modellen des Raumschiffs. Im November 2005 gab die NASA die Exploration Systems Architecture Study (ESAS)[2] heraus, welche die genauen Anforderungen und Missionsprofile für das CEV beinhaltet. Am 31. August 2006 gab die NASA bekannt, dass Lockheed Martin für den Bau des Orion-Raumschiffs ausgewählt wurde.[3]

Die NASA plant, die Entwicklung des Orion-Raumschiffs nach folgendem Zeitplan durchzuführen:

  • 2011 – Erster unbemannter Flug des Raumschiffs in die Erdumlaufbahn.
  • 2014 – Erster bemannter Flug in die Erdumlaufbahn.
  • 2014 – Erster unbemannter Flug des Mondschiffs.
  • 2015 – Erster bemannter Flug des Mondschiffs.
  • 2018 – Erste bemannte Mondlandung des Mondschiffs.

Konzepte

Anfang Mai 2005 wurden Details zu dem von Lockheed Martin vorgeschlagenen Projekt bekannt. Dieses Projekt sah die Entwicklung eines Raumgleiters mit Tragrumpf (engl. Lifting Body) für vier bis sechs Astronauten vor, der auf der Spitze einer konventionellen Trägerrakete ins All geschossen werden sollte. Die Landung erfolgt mit Hilfe von Fallschirmen und Airbags. Teile des Raumschiffs sollen wiederverwendet werden können. Bei einer Mondmission würden zudem ein Mission Module und ein Propulsion Module mit dem Treibstoff und den Triebwerken hinzukommen, die mit einer eigenen Trägerrakete gestartet werden und später an das CEV andocken. Der komplette Mondzug bestehend aus dem CEV, dem Mission Module und dem Propulsion Module soll ungefähr 40 t wiegen.[4]

Seit der Veröffentlichung der ESAS-Studie hat Lockheed den Lifting-Body-Ansatz verworfen und ebenfalls ein Konzept eingereicht, das auf einer Landekapsel basiert. Über das verworfene Konzept von Boeing ist lediglich bekannt, dass es sich von Anfang an um einen Landekapsel-Ansatz handelte, der sich sehr genau an die Vorstellungen der ESAS-Dokumente hielt.

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  1. NASA: NASA Names New Crew Exploration Vehicle Orion (englisch, 22. August 2006)
  2. NASA: NASA's Exploration Systems Architecture Study -- Final Report (englisch, November 2005)
  3. heise online: Lockheed soll die „Orion“ bauen (1. September 2006)
  4. NASA Receives Crew Exploration Vehicle Proposals (englisch) – Artikel von SPACE.com, vom 3. Mai 2005


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