Ostallgäu


Ostallgäu
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Ostallgäu Deutschlandkarte, Position des Landkreises Ostallgäu hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Verwaltungssitz: Marktoberdorf
Fläche: 1.395,09 km²
Einwohner: 134.843 (30. Sep. 2006)
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: OAL
Kreisschlüssel: 09 7 77
Kreisgliederung: 45 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Schwabenstraße 11
87616 Marktoberdorf
Webpräsenz:
Landrat: Johann Fleschhut (FW)
Lage des Landkreises Ostallgäu in Bayern
Karte

Der Landkreis Ostallgäu liegt im Südosten des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben. Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Unterallgäu und der Landkreis Augsburg, im Osten die oberbayrischen Landkreise Landsberg am Lech, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen, im Süden das österreichische Bundesland Tirol und im Westen der Landkreis Oberallgäu. Die kreisfreie Stadt Kaufbeuren ist ganz vom Landkreis Ostallgäu umgeben.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Gebiet des Landkreises Ostallgäu umfasst im Süden die Alpen sowie dessen Vorland. Im Norden schließt sich die schwäbisch-bayerische Hochebene an. Das alpine Gebiet zieht sich hinauf zur Ammergauer Hochplatte (2.082 m) in den Ammergauer Alpen. Das Voralpengebiet besitzt mehrere Seen, wovon der Forggensee, ein vom Lech durchflossener Stausee, der größte ist. Der Lech durchfließt das südöstliche Kreisgebiet. Im Westen durchzieht die Wertach, ein linker Nebenfluss des Lechs, die bei Augsburg mündet, den Landkreis Ostallgäu von Süden nach Norden.

Geschichte

Das Gebiet des Landkreises Ostallgäu gehörte größtenteils schon sehr früh zu Bayern. 1804 wurden die Landgerichte Buchloe, Füssen, Kaufbeuren, Oberdorf und Obergünzburg errichtet. 1809 wurde Kaufbeuren eine kreisunmittelbare Stadt. Diese gehörte ebenso wie die Landgerichte zunächst zum Illerkreis, ab 1817 zum Oberdonaukreis, der 1838 in Schwaben und Neuburg (später nur noch Schwaben) umbenannt wurde.

1862 wurden die Landgerichte Kaufbeuren und Buchloe zum Bezirksamt Kaufbeuren und die Landgerichte Oberdorf und Obergünzburg zum Bezirksamt Oberdorf (später Marktoberdorf) vereinigt, aus dem Landgericht Füssen entstand das gleichnamige Bezirksamt. 1939 wurden die Bezirksämter in Landratsämter und die dazugehörigen Bezirke in Landkreise umbenannt.

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern zum 1. Juli 1972 wurde aus den Landkreisen Kaufbeuren, Marktoberdorf und Füssen der neue "Landkreis Marktoberdorf" gebildet, der 1973 in "Landkreis Ostallgäu" umbenannt wurde.Kaufbeuren wurde eine kreisfreie Stadt. Der östliche Teil des Landkreises Kaufbeuren wurde jedoch dem vergrößerten Landkreis Landsberg am Lech angegliedert und kam dadurch an Oberbayern. Ferner kam eine Gemeinde des Landkreises Marktoberdorf zum Landkreis Weilheim-Schongau.

Politik

Kreistag

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Kreistag:

2002 2008
CSU 31 26
Freie Wählergemeinschaft 12 15
SPD 9 6
GRÜNE 5 6
Bayernpartei 2 2
FDP 1 2
Junges Ostallgäu n.a. 2
Ödp n.a. 1
Gesamt 60 60

Wappen

Blasonierung: „Unter blauem Schildhaupt, darin ein schreitender, golden gekrönter und golden bewehrter silberner Löwe, gespalten von Rot und Silber, vorne ein gestürztes silbernes Schwert, hinten ein wachsender roter Abtstab.“

Das Wappen soll das Entstehen der neuen Gebietskörperschaft versinnbildlichen; so finden sich darin Wappensymbole der früheren Landkreise Kaufbeuren, Marktoberdorf und Füssen wieder.

Für den Landkreis Kaufbeuren steht der silberne Löwe des früheren Benediktinerstiftes Irsee und zugleich der Markgrafen von Ronsberg.

Das Martinsschwert entstammt dem ehemaligen Landkreiswappen Marktoberdorfs und verweist auf den Sitz der Verwaltung des Landkreises Ostallgäu. Der Heilige Martin von Tours ist Orts- und Kirchenpatron von Marktoberdorf.

Für Füssen steht der Abtstab, er verweist auf das ehemalige Benediktinerkloster St. Mang, die frühere Herrschaft des Hochstiftes Augsburg, das hauptsächlich um Buchloe und Füssen vertreten war, wird durch die Feldfarben rot und silber dargestellt.

Aufstellung aller Gemeindewappen im Landkreis Ostallgäu.

Städte und Gemeinden

Der Landkreis Ostallgäu hat 45 Gemeinden, davon 3 Städte und 7 Märkte.

(Einwohner am 31. Dezember 2007[1])

Städte

  1. Buchloe (12.021)
  2. Füssen (14.179)
  3. Marktoberdorf (18.301)

Märkte

  1. Irsee (1388)
  2. Kaltental (1644)
  3. Nesselwang (3509)
  4. Obergünzburg (6415)
  5. Ronsberg (1650)
  6. Unterthingau (2735)
  7. Waal (2245)

Gemeinden

  1. Aitrang (2026)
  2. Baisweil (1312)
  3. Bidingen (1698)
  4. Biessenhofen (4046)
  5. Eggenthal (1283)
  6. Eisenberg (1207)
  7. Friesenried (1474)
  8. Germaringen (3800)
  9. Görisried (1254)
  10. Günzach (1480)
  11. Halblech (3510)
  12. Hopferau (1081)
  13. Jengen (2374)
  14. Kraftisried (740)
  15. Lamerdingen (1817)
  16. Lechbruck am See (2527)
  17. Lengenwang (1351)
  18. Mauerstetten (2983)
  19. Oberostendorf (1323)
  20. Osterzell (667)
  21. Pforzen (2126)
  22. Pfronten (7919)
  23. Rettenbach a.Auerberg (766)
  24. Rieden (1318)
  25. Rieden am Forggensee (1251)
  26. Roßhaupten (2153)
  27. Rückholz (819)
  28. Ruderatshofen (1720)
  29. Schwangau (3415)
  30. Seeg (2867)
  31. Stötten a.Auerberg (1859)
  32. Stöttwang (1834)
  33. Untrasried (1539)
  34. Wald (1032)
  35. Westendorf (1804)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Biessenhofen
    (Gemeinden Aitrang, Bidingen, Biessenhofen und Ruderatshofen)
  2. Buchloe
    (Stadt Buchloe, Markt Waal und Gemeinden Jengen und Lamerdingen)
  3. Eggenthal
    (Gemeinden Baisweil, Eggenthal und Friesenried)
  4. Obergünzburg
    (Markt Obergünzburg und Gemeinden Günzach und Untrasried)
  5. Pforzen
    (Markt Irsee und Gemeinden Pforzen und Rieden)
  6. Roßhaupten
    (Gemeinden Rieden a.Forggensee und Roßhaupten)
  7. Seeg
    (Gemeinden Eisenberg, Hopferau, Lengenwang, Rückholz, Seeg und Wald)
  8. Stötten a.Auerberg
    (Gemeinden Rettenbach a.Auerberg und Stötten a.Auerberg)
  9. Unterthingau
    (Markt Unterthingau und Gemeinden Görisried und Kraftisried)
  10. Westendorf
    (Markt Kaltental und Gemeinden Oberostendorf, Osterzell, Stöttwang und Westendorf)

Verkehr

Bahnverkehr

Schon um die Jahrhundertmitte führte die Ludwigs-Süd-Nord-Bahn 1847 ihre Strecke von Augsburg nach Süden bis Kaufbeuren und 1852 weiter nach Kempten. Die Ost-West-Linie der Bayerischen Staatsbahn von München nach Memmingen kam 1872/74 hinzu und machte Buchloe zum wichtigen Knotenpunkt.

Von der Süd-Nord-Bahn zweigt seit 1876 in Biessenhofen eine Nebenbahn zur Kreisstadt Marktoberdorf ab, die 1899 ihre Fortsetzung nach Lechbruck fand. Eine weitere Stichbahn ins Alpenvorland, von Markt Oberdorf weiter nach Füssen, war schon 1889 von der Lokalbahn Aktien-Gesellschaft München in Betrieb genommen worden.

Den äußersten Süden des Kreises durchzieht die Linie Kempten - Reutte der "Bayerischen Staatsbahn", die 1895 Pfronten=Ried erreichte und 1905 über die Grenze nach Tirol geführt wurde. 1913 wurde diese Verbindung (Außerfernbahn) erweitert bis ins oberbayerische Garmisch-Partenkirchen.

Eine Verbindung zwischen dem Endpunkt Füssen und dem nur vier Kilometer davon entfernten Haltepunkt Ulrichsbrücke-Füssen der Außerfernbahn wurde immer wieder geplant, jedoch nie gebaut.

Eine letzte Ergänzung des Bahnnetzes stellte 1922/23 die Verbindung Kaufbeuren - Schongau durch die Deutsche Reichsbahn her. Diese Strecke wurde 1972 wieder stillgelegt, während die Bahn Markt Oberdorf - Lechbruck schon 1963 aus dem Kursbuch verschwunden war. Das Netz, das maximal 153 km umfasst hatte, war um fast ein Drittel auf immerhin noch 111 km reduziert worden.

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung - Einwohnerzahlen

Weblinks


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