Otto Popper


Otto Popper

Ota Pavel (ursprünglich Ota Popper) (* 2. Juli 1930 in Prag; † 31. März 1973 ebenda) war ein tschechischer Schriftsteller, Begründer der modernen tschechischen Sportpublizistik und Belletristik, Erzähler und Journalist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ota Pavel Museum in Buštěhrad

Der jüngste Sohn eines jüdischen Handelsreisenden und einer Tschechin wurde vom Vater zur Naturliebe und Sport erzogen. Neben Wanderungen, Angeln betrieben sie oft Sport, vor allem Fußball und Eishockey. Der Vater und seine beiden Brüder wurden während des Zweiten Weltkrieges in Konzentrationslager deportiert und überlebten. Ota konnte bei seiner Mutter in der Gegend von Kladno bleiben, weil er noch nicht volljährig war.

Mit dreizehn nahm er seine erste Arbeit als Bergbauarbeiter in Dubí bei Kladno auf. Auf Wunsch des Vaters ließ sich die Familie einen tschechischen Namen geben, aus Popper wurde Pavel. Nach dem Krieg besuchte Ota die Handels- und Sprachschule in Prag. Er trainierte die Hockeyjugend des Vereins Sparta Prag und nahm kurze Zeit später die Laufbahn eines Sportjournalisten auf.

Von 1949 bis 1956 arbeitete er beim Tschechoslowakischen Rundfunk und berichtete in Reportagen und Feuilletons über die Spartakiade 1955, die in der Zeitschrift Stadion publiziert werden, bei der Pavel bis 1956 arbeitete. 1957 ist er für die Zeitschrift Der tschechoslowakische Soldat (Československý voják) tätig. 1960 legt er Abitur an einer Mittelschule für Arbeiter ab. Bis Ende der sechziger Jahre macht er sich als bekannter und beliebter Sportredakteur einen Namen.

Pavel besuchte als Reporter viele Länder, darunter begleitete er die tschechische Fußballmannschaft der Armee in die USA, besuchte auch die Sowjetunion, Frankreich, Jugoslawien, die Schweiz und Österreich. Während der Olympische Winterspiele 1964 in Innsbruck erkrankt er schwer an einer manisch-depressiven Psychose (er versuchte einen Bauernhof anzuzünden) und wird vorzeitig in Ruhestand gesetzt. Trost sucht er in der Natur und beim Angeln und widmet sich trotz seiner Krankheit weiter der Literatur. Sein bester Freund war in dieser Zeit der Schriftsteller Arnošt Lustig.

Er starb an Herzinfarkt und wurde auf dem Neuen jüdischen Friedhof in Prag-Olšany neben seinem Vater bestattet. 2002 wurde in Buštěhrad ein Museum errichtet, welches seinem Lebenswerk gewidmet ist. Die Exposition beinhaltet zahlreiche Photographien, Dokumente und persönliche Sachen.

Werke

Seine Sportreportagen waren sachlich ohne Bildung von Legenden und Mythen. Sein Debüt hatte er 1964 mit begleitenden Texten zu Photographien von Vilém Heckel im Buch Berge und Leute (Hory a lidé), bekannt wurde er aber erst mit seinem Buch Dukla zwischen Wolkenkratzern (Dukla mezi mrakodrapy), in der er die Geschichte, Abstieg und Erfolg des Fußballteams FK Dukla Prag beschreibt. In der Zeit nach seiner Pensionierung erscheinen zwei seiner bekanntesten Bücher Tod schöner Rehböcke (Smrt krásných srnců) und Wie ich den Fischen begegnete (Jak jsem potkal ryby). Es sind Erinnerungen an seine Jugend, sein eigenes Leben und Fische in Ich-Form geschrieben.

Sein Gesamtwerk eine Glaubensbekenntnis an den Sieg des Guten und der Gerechtigkeit ist nicht allzu umfangreich, besticht durch Pointen, Witz und sprachliche Qualität.

Deutschsprachige Publikationen

  • Wie ich den Fischen begegnete[1] - Phileas Verlag, Berlin 2005
  • Der Tod der schönen Rehböcke - Verlag Volk u. Welt, Berlin 1973 (Neuauflage Edition Büchergilde, Frankfurt a.M. 2008 ISBN 978-3-940111-52-4)
  • Sonnige Bergwelt - Artia, Prag 1962

Sportreportagen und Sporterzählungen

  • Dukla mezi mrakodrapy. (1964)
  • Plná bedna šampaňského. (1967)
  • Pohár od Pánaboha. (1971)
  • Syn celerového krále. (1972)
  • Pohádka o Raškovi. (1974) – über das Leben des Skispringers Jiří Raška

Rückblick

  • Smrt krásných srnců (1971)
  • Jak jsem potkal ryby (1974)

Auslesen

  • Cena vítězství (1968) – Auszüge aus Dukla mezi mrakodrapy und Plná bedna šampaňského
  • Velký vodní tulák (1980)

Sammlungen

  • Fialový poustevník (1977)
  • Smrt krásných srnců - Jak jsem potkal ryby (1981)
  • Zlatí úhoři (1991)

Sonstige Veröffentlichungen

  • Hory a lidé, 1964

Postum veröffentlicht

  • Fialový poustevník, 1977
  • Sedm deka zlata, 1980
  • Veliký vodní tulák, 1980
  • Mám rád tu řeku, 1989
  • Zlatí úhoři, 1985
  • Výstup na Eiger, 1989
  • Mám rád tu řeku, 1989
  • Jak šel táta Afrikou 1994
  • Omyl a jiné povídky, 1995
  • Olympijské hry a jiné povídky, 1996

Filmographie

Seine Werke dienten auch als Vorlagen für Filme und Fernsehinszenierungen.

  • Kapři pro wehrmacht, FAMU-Film, 1975 (dt. Karpfen für die Wehrmacht)
  • Zlatí úhoři, Fernsehfilm mit Vladimír Menšík in der Hauptrolle, 1979 (dt. Goldene Aale)
  • Smrt krásných srnců, FAMU mit Karel Heřmánek in der Hauptrolle, 1986 (dt. Der Tod schöner Rehböcke)
  • Pohár za první poločas, Fernsehinszenierung (dt. Pokal für die erste Halbzeit)

Quellen

  1. * phileas-verlag.de - Inhaltsangabe und Pressestimmen zu Wie ich den Fischen begegnete im Phileas Verlag, Berlin

Weblinks


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