Ouessant

Ouessant
Ouessant
Wappen von Ouessant
Ouessant (Frankreich)
Ouessant
Region Bretagne
Département Finistère
Arrondissement Brest
Kanton Ouessant
Koordinaten 48° 27′ N, 5° 6′ W48.457222222222-5.096944444444419Koordinaten: 48° 27′ N, 5° 6′ W
Höhe 19 m (0–61 m)
Fläche 15,58 km²
Einwohner 856 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 55 Einw./km²
Postleitzahl 29242
INSEE-Code
Website www.ouessant.fr
Karte der Insel

Ouessant (bretonisch: Enez Eusa, engl. Ushant) ist eine französische Insel vor der bretonischen Küste im Atlantik. Ouessant bildet zugleich eine Gemeinde mit 856 Einwohnern (Stand 1. Januar 2008) und den französischen Kanton Ouessant, der lediglich aus dieser einen Gemeinde besteht. Die Insel gehört zur Region Bretagne im Département Finistère im Arrondissement Brest.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Beschaffenheit

Die 15,58 km² große Insel liegt etwa 20 Kilometer westlich der Küste des bretonischen Départements Finistère. Die Insel stellt somit den westlichsten Teil des französischen Mutterlandes dar und markiert den äußersten westlichen Abschluss des Ärmelkanals sowie den nördlichen Abschluss des Seegebietes Iroise.

Ouessant besteht wie nahezu alle bretonischen Inseln aus Granitgestein, an ihrer höchsten Erhebung erreicht die Insel 61 m. Die Form der Insel erinnert entfernt an eine Krabbe. Die Gemeinde Ouessant besteht aus offiziell 92 Weilern; Hauptort und Sitz der Verwaltung ist Lambaol/Lampaul.

Wirtschaft und Tourismus

Leuchtturm von Nividic

Viele Einwohner leben heute vom Tourismus und dem Dienstleistungsgewerbe. Die Anzahl der Arbeitskräfte in den nautischen Berufen (Fischer, Seeleute oder Leuchtfeuerwärter) sind rückläufig. Die Landwirtschaft spielt kaum noch eine Rolle; für die Imkerei ist die Insel wichtig, da es auf ihr einen reinen, Varroa-freien Bestand der bretonischen Dunklen Biene gibt.

In den Sommermonaten kommen zahlreiche Tagestouristen, die für einige Stunden die Insel erkunden. Gästen, die länger bleiben, stehen einige kleinere Hotels und Privatunterkünfte zur Verfügung. Die Insel ist landschaftlich reizvoll, bietet aber weder bedeutende Badestrände noch herausragende touristische Sehenswürdigkeiten. Erwähnenswert ist der im Westen gelegene, eindrucksvolle 55 Meter hohe Leuchtturm Phare du Créac'h mit einem kleinen Museum über maritime Signaleinrichtungen.

Nach Ouessant besteht eine tägliche Fährverbindung von Brest über die deutlich kleinere, bewohnte Nachbarinsel Molène, die unterwegs angelaufen wird. Ferner ist ein kleiner Flugplatz vorhanden, der vom Flughafen Brest aus angeflogen wird. Ebenso besteht eine Fährverbindung vom Fischerdorf Le Conquet nach Ouessant, durch die Fähre Le Fromveur.

Bedeutung für die Seefahrt

Die Insel markiert für die von Südwesten aus dem Atlantik kommenden Schiffe den Eingang zum Ärmelkanal. Der weithin sichtbare Leuchtturm Phare du Créac'h, besser bekannt als Ushant Lighthouse, ist für Seefahrer das erste Leuchtfeuer nach der Überquerung der Biskaya und die wichtigste Kursmarke für die Einfahrt in den Ärmelkanal. Nordwestlich des Leuchtturms liegt ein Verkehrstrennungsgebiet zur Regulierung der Schifffahrt bei der Kursänderung vom Atlantik in den Ärmelkanal und umgekehrt. Ein Radarturm neben dem Leuchtturm Phare du Stiff im Nordwesten der Insel dient der Kontrolle des Verkehrstrennungsgebietes.

Historische Bedeutung

Der Steinkreis Pen-ar-Lan

„Die Insel des Weltenendes“ besaß mehrere Megalithanlagen, darunter den von Admiral Antoine-Jean-Marie Thévenard im Jahre 1800 so benannten „Heidentempel“. Ein eckiges Gehege, eine so genannte "Quadrilatère", ist nur noch als Aquarell des Malers Jean-Baptiste Debret vorhanden. Überlebt hat der kleine ovale Steinkreis von Pen-ar-Lan im äußersten Westen der Insel.

Ouessant ist bekannt für seine maritime Vergangenheit, sowohl bezüglich der Fischerei aber und vor allen Dingen auch wegen seiner herausragenden Funktion als französische Landmarke im Ärmelkanal. Der Leuchtturm Phare du Stiff, dessen Bau 1695 unter dem Festungsbaumeister Vauban begonnen und 1700 beendet wurde, war der erste französische Leuchtturm am Ärmelkanal. Verschiedene berühmte Seeschlachten fanden im Seegebiet vor Ouessant statt. Der berühmte französische Organist und Komponist Charles Tournemire (1870–1939) besaß ein Haus auf Ouessant, und ließ Wildheit und unbändige Naturgewalten dieser Insel in seine visionären, spätromantischen und fesselnden Kompositionen einfließen.

1896 sank die Drummond Castle nach der Kollision mit einem Felsen. 243 der 246 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Im Mai 1922 kollidierte 25 Meilen vor der Insel der britische Passagierdampfer Egypt mit einem französischen Frachter und sank innerhalb weniger Minuten, wobei 87 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Es war eine der schwersten Schiffstragödien in dieser Region zu Friedenszeiten.

Im März 1978 sank 10 km vor der Insel der Öltanker Amoco Cadiz und verschmutzte die Küste der Bretagne.

Bereits 1929 drehte Regisseur Jean Epstein mit Einwohnern der Insel den Stummfilm Finis Terræ, der teilweise auf Ouessant spielt. Auch in dem französischen Spielfilm Die Frau des Leuchtturmwärters aus dem Jahr 2004 wurde dem kargen Leben auf der rauhen Insel ein Denkmal gesetzt.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Ouessant – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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