PT-91M


PT-91M
PT-91 Twardy
Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 3 (Kommandant, Fahrer, Richtschütze)
Länge 9,53 m (Länge mit Geschütz in 12-Uhr-Stellung)
Breite 3,40 m
Höhe 2,19 m
Gewicht 45,5 Tonnen (Gefechtsgewicht)
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung Kompositpanzerung, Reaktivpanzerung
Hauptbewaffnung 1 x 125 mm Glattrohrkanone 2A46 mit 42 Granaten (22 im Ladeautomat)
Sekundärbewaffnung 1 x 7,62 mm PKT-MG (koaxial zur Kanone mit 2000 Schuss)

1 x 12,7 mm NSW Flugabwehr-MG auf dem Turm mit 300 Schuss
24 x 81 mm Nebelgranatenwerfer, vom Laser-Warngerät automatisch ausgelöst mit 24 Granaten

Beweglichkeit
Antrieb Dieselmotor S12-U, 12-Zylinder Viertakt-Dieselmotor (60° V-Form), wassergekühlt (durch die Firma PZL-Wola SA überarbeiteter Motor W-46)
850 PS (630 kW)
Federung Torsionsstab
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h (Straße), 45 km/h (Gelände)
Leistung/Gewicht 18,7 PS/Tonne
Reichweite 650 km

Der PT-91 Twardy (poln. „Der Harte“) ist ein moderner Kampfpanzer aus Polen, der aus dem sowjetischen T-72M1 weiterentwickelt wurde. Der PT-91 befindet sich bei den Streitkräften von Polen und Malaysia im Dienst, wobei die malaysische Variante, der PT-91M, im Vergleich zum polnischen Basismodell wesentlich modifziert wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der PT-91 wurde ab Ende der 1980er Jahre bis Anfang der 1990er Jahre von polnischen Ingenieuren aus dem sowjetischen T-72M1 entwickelt, welcher in Polen von der Firma Bumar Łabędy in Gliwice (Gleiwitz) in Lizenz gebaut wurde. Das Ziel war die Beseitigung der gröbsten Schwächen des T-72, ohne allzu stark in die Konstruktion einzugreifen, damit der Umrüstungsaufwand und damit die Kosten minimiert werden konnten. Daher mussten sich alle neuen Elemente ohne großen Aufwand einbauen lassen (z. B. passt die Wärmebildkamera in die Öffnung der alten, aktiven Nachtsichteinrichtung). Überdies wurden einige bekannte Schwächen erst gar nicht angegangen, wie unzuverlässiger Ladeautomat, schlechtes Fahrwerk, schwache Grundpanzerung, verschleißanfällige Kanone, schlechte Stabilisierungsanlage, veraltetes Schalt-Getriebe usw.

Damit sollten die nunmehr in die Jahre gekommenen T-72M modernisiert werden, um so einen leistungsfähigen wie auch preiswerten Standardpanzer zu erhalten, der mit den Modellen der NATO in etwa vergleichbar sein sollte. Diese kostengünstige Lösung bot sich deshalb an, weil Polen eine größere Stückzahl T-72 im Dienst hatte (über 800 Stück), die umgerüstet werden sollten, um eine anfangs noch vorgesehene sehr kostspielige komplette Neuanschaffung eines westlichen Kampfpanzermodells zu vermeiden.

Einige der Lösungen haben sich durchaus bewährt. Die indischen Streitkräfte haben die im PT-91 verbaute polnische digitale Feuerleitanlage DRAWA für das Modernisierungsprogramm ihrer T-72-Flotte ausgewählt. Der Stückpreis betrug ca. 250.000 US$. Das Laserwarnsystem OBRA wird auch bei der Modernisierung tschechischer T-72 verwendet.

Der PT-91 ist wie der T-72 mit Vorbereitung bis zu einer Tiefe von 5 Metern unterwasserfahrfähig und verfügt über eine Eingrabevorrichtung (Frontschaufel kann dazu angebracht werden) sowie über einen Bergebalken. Der Turm wird weiterhin aus gegossenen Teilen zusammengeschweißt. Er verfügt über keine moderne Schottpanzerung rundherum, sondern lediglich über einen Siliziumkern, der einen Hohlladungs-Stachel zerstreuen oder ablenken soll. Die Frontpanzerung der geschweißten Wanne ist zwar in Mehrschichtbauweise (Stahlplatten verschiedener Härtegrade + Dyneema - eine Art Plexiglas) ausgeführt, verfügt aber über keine Keramikplatten (Alumina - Aluminiumoxid - z. B. Al2O3). Zusätzlich sind an großen Teilen des Panzers (besonders an der Front) zusätzliche in Polen selbst hergestellte Reaktivpanzerungs-Elemente angebracht.

Der Stückpreis eines Basis-PT-91 beträgt ca. 1,5 Mio. US$. Es wurden ca. 100 neue PT-91 durch die polnischen Streitkräfte angeschafft. Ca. 130 weitere T-72 wurden instandgesetzt und auf den Standard des PT-91 umgerüstet. Alle 233 PT-91 wurden in der 11. Panzerkavallerie-Division zusammengefasst (in der 10. Panzerkavalleriebrigade in Świętoszów und in der 34. Panzerkavalleriebrigade in Żagań). Inzwischen wurde die 10. Panzerkavalleriebrigade in Świętoszów auf den deutschen Leopard 2A4-Panzer (128 Stück) umgerüstet. Sie ist (im Kriegsfall) im Rahmen der NATO der deutschen 1. Panzerdivision aus Hannover unterstellt.

Hauptänderungen im Vergleich zum T-72M1

Der PT-91 ist als Derivat des T-72M diesem äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen:

  • Völlig neue polnische digitale Feuerleitanlage (DRAWA der Firma PCO) - Im Vergleich zum russischen Basismodell wesentlich präziser und leistungsfähiger
  • Laserwarnsystem (OBRA der Firma PCO) - falls der Panzer von einem Laser-Zielerkennungsgerät erfasst wird, wird dem Kommandanten ein Alarm gegeben und die Nebelgranatwerfer werden aktiviert (automatisch oder auch manuell)
  • Israelische Wärmebildkamera (Firma ElOp) in Verbindung mit neuen Infrarot-Sensoren
  • Reaktivpanzerung (ERAWA, ERA - explosive reactive armour, WA - Wisniewski, Adam) an Front, Turm, sowie den Seiten, die Heckpanzerung wurde im allgemeinen beibehalten
  • Feuerlöschanlage von Kidde-Deugra

PT91-M

Die für die Streitkräfte Malaysias hergestellten PT-91M, die im April 2003 geordert wurden, verfügen im Gegensatz zum originalen PT-91 über weitere tiefgreifendere Modifikationen:

  • Französische Feuerleitanlage (Savan 15 der Firma Sagem) inkl. Catherine-Wärmebildgerät der dritten Generation
  • Neue elektrische Turmrichtantriebe und Stabilisierungsanlage (EADS EPS 72 - Albatross)
  • Hydrostatisches Automatikgetriebe (ESM 350M der Firma SESM - französische Tochtergesellschaft der Renk AG)
  • Ketten mit Gummipolstern (der Firma Diehl)
  • Verbesserte Kanone 2A46MS (der Firma Konštrukta-Defence aus der Slowakei)
  • Klimaanlage
  • Elektrische Kommandantenoptik (Vigy 15 von Sagem)
  • SOTAS - Intercom (Thales NL, ehemals Signaal)
  • Thales - Funkgeräte (RRC 9500, gefertigt in Polen bei Radmor)
  • Dieselmotor S-1000R mit 1000 PS (von der polnischen Firma Wola SA)

Möglicherweise ist ein Hilfstriebwerk (APU - auxiliary power unit) eingebaut und eine Fahrwerksmodernisierung (Einsatz von Elastomeren) vorgenommen worden. Ebenfalls kann diese Variante bereits über eine Keramikpanzerung (CAWA, CA - ceramic armour, WA - Wisniewski, Adam) an der Front verfügen.

Die Herstellerfirma Bumar vesucht, den PT-91M unter der Bezeichnung PT-91EX (für Export) auch an weitere Kunden zu verkaufen.

Varianten

Einsatzländer

Siehe auch

Weblinks


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