Pepsin

Pepsin
Pepsin 3A

Pepsin 3A

Pepsin gehemmt durch Pepstatin nach PDB 1PSO
Vorhandene Strukturdaten: 1flh, 1psn, 1pso, 1qrp
Masse/Länge Primärstruktur 326 bzw. 332 Aminosäuren
Präkursor Pepsinogen, 373 AS
Bezeichner
Gen-Name PGA3
Externe IDs OMIM169710 UniProtP00790 CAS-Nummer9001-75-6
Arzneistoffangaben
ATC-Code A09AA03
Enzymklassifikation
EC, Kategorie 3.4.23.1  Endopeptidase
MEROPS A1
Reaktionsart Hydrolyse (Proteolyse)
Substrat Proteine
Produkte Peptide
Vorkommen
Homologie-Familie Aspartin Endopeptidase
Übergeordnetes Taxon Eukaryoten

Pepsin (von griechisch πέψις pepsis, „Verdauung“) ist ein Verdauungsenzym, eine so genannte Peptidase, die in den Hauptzellen des Magenfundus von Wirbeltieren und somit auch dem Menschen gebildet wird. Sie ist für den Abbau von mit der Nahrung aufgenommenen Proteinen zuständig. Als Inhaltsstoff in Nahrungsmitteln soll es die Verdauung fördern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entdeckt wurde Pepsin als erstes tierisches Enzym im Jahr 1836 vom deutschen Physiologen Theodor Schwann. Erstmals in reiner kristalliner Form wurde es 1930 von John Howard Northrop, einem US-amerikanischen Chemiker, dargestellt. 1898 benannte Caleb Bradham aus New Bern (North Carolina) den SoftdrinkPepsi Cola“ nach den wichtigsten Inhaltsstoffen Pepsin und Kolanussextrakt.[1][2][3]

Eigenschaften

Pepsin ist eine saure Endopeptidase mit einer Molekülmasse von 36.000 Dalton. Es ist ein Phosphoprotein mit einer Länge von 327 Aminosäuren. Gebildet wird es unter Einwirkung der Salzsäure des Magens aus einer inaktiven Vorstufe, dem Pepsinogen. Die Spaltung findet ohne Einwirkung eines anderen Enzyms statt (Autoproteolyse).

Zwei Aspartate (Asparaginsäure) befinden sich als funktionelle Aminosäuren im aktiven Zentrum. Durch diese wird die Spaltung von Eiweißen in hochmolekulare, wasserlösliche Peptone katalysiert. Pepsin spaltet bevorzugt am N-Terminus von Phenylalanin, das häufigste Muster ist P/-/-/FL + -/R/L/-, das Katalyseverhalten ist also sequenzspezifisch.[4]

Die höchste Aktivität hat Pepsin bei einem pH-Wert zwischen 1,5 und 3. Oberhalb von pH 6 wird das Enzym irreversibel inaktiviert. Temperaturen bis 60 °C können seine Funktion nicht beeinträchtigen, ebenso wenig höhere Konzentrationen von Harnstoff und Guanidin. In gefriergetrocknetem (lyophilisiertem) Zustand kann Pepsin bei 4 °C einige Monate gelagert werden.

Verwendung

Pepsin eignet sich gut zur Untersuchung der Disulfidverbrückung in anderen Proteinen. Da die Spaltung bei niedrigen pH-Werten durchgeführt wird, ist die Gefahr von Disulfidaustauschreaktionen gering. Die kommerziell verfügbare Pepsin-Form ist meistens Pepsin A aus dem Magen des Schweins.

Einzelnachweise

  1. Florkin M: Discovery of pepsin by Theodor Schwann.. In: Rev Med Liege. 12, Nr. 5, März 1957, S. 139–44. PMID 13432398.
  2. Northrop JH: Crystalline pepsin. In: Science (journal). 69, Nr. 1796, Mai 1929, S. 580. doi:10.1126/science.69.1796.580. PMID 17758437.
  3. Soda Museum - The History of Pepsi Cola
  4. MEROPS-Eintrag

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Pepsin – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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См. также в других словарях:

  • pepsin C — pepsin similar to pepsin A but highly active with hemoglobin as substrate. In EC nomenclature called gastricsin …   Medical dictionary

  • Pepsin — Pepsin, den Endopeptidasen (⇒ Proteinasen) zugehörendes, eiweißspaltendes Verdauungsenzym des Wirbeltiermagens, dessen Optimum im pH Bereich zwischen 1,5 und 2,5 liegt. P. wird von den Magenzellen in Form einer inaktiven Vorstufe, dem Pepsinogen …   Deutsch wörterbuch der biologie

  • pepsin — [pep′sin] n. [Ger: coined (1836) by T. Schwann (1810 82), Ger physiologist < Gr pepsis, digestion < peptein, earlier pessein, to cook, digest < IE base * pekw > L coquere,COOK] 1. a digestive enzyme in the gastric juice of stomach… …   English World dictionary

  • Pepsin — Pep sin, n. [Gr. ? a cooking, digesting, digestion, fr. ?, ?, to cook, digest: cf. F. pepsine. Cf. {Dyspepsia}.] (Physiol. Chem.) An unorganized proteolytic ferment or enzyme contained in the secretory glands of the stomach. In the gastric juice… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • pepsin — pepsin. См. пепсин. (Источник: «Англо русский толковый словарь генетических терминов». Арефьев В.А., Лисовенко Л.А., Москва: Изд во ВНИРО, 1995 г.) …   Молекулярная биология и генетика. Толковый словарь.

  • Pepsin — Pepsin, ein eigenthümliches Ferment im Magensaft, welchem dieser seine verdauende Kraft verdankt; es wirkt in Verbindung mit etwas Säure verdauend auf die Proteïnverbindungen, indem dieselben in die sogenannten Peptone umgewandelt werden. Es ist… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Pepsīn — Pepsīn, fermentartig wirkende Substanz, die von den Labdrüsen der Magenschleimhaut abgesondert wird und bei Anwesenheit von etwas Salzsäure eiweißartige Körper und leimgebende Gewebe nicht nur auflöst, sondern auch in Albumosen und Peptone… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Pepsin — Pepsīn (vom griech. pépsis, Verdauung), das Ferment, das von der Magenschleimhaut ausgesondert wird und bei Anwesenheit von etwas Salzsäure die eiweißartigen Körper auflöst und in Peptone (s.d.) verwandelt; wird künstlich hergestellt durch… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • pepsin — also pepsine, fermin in gastric juice, used medicinally for cases of indigestion, 1844, coined in German (1836) from Gk. pepsis “digestion,” from stem pep (see PEPTIC (Cf. peptic)) + IN (Cf. in) (2) …   Etymology dictionary

  • pepsin — pèpsīn m <N mn pepsíni> DEFINICIJA fiziol. ferment želučanog soka, razgrađuje bjelančevine na peptone i time pomaže probavu ETIMOLOGIJA grč. pépsis: kuhanje, vrenje + in …   Hrvatski jezični portal


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