Pfälzischer Aufstand


Pfälzischer Aufstand

Der Pfälzische Aufstand oder auch Pfälzer Aufstand, fand in den Monaten Mai und Juni 1849 in der Rheinpfalz statt und war Teil der Reichsverfassungskampagne. Ziel der Revolutionäre war sowohl die Verteidigung der Reichsverfassung als auch die Loslösung vom Königreich Bayern.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf

Der Landesverteidigungsausschuss

Am 1. Mai 1849 fand in Kaiserslautern ein Treffen der demokratischen Volksvereine statt. Etwa 12.000 Menschen versammelten sich unter dem Motto "Wenn die Regierung zur Rebellion geworden, werden die Bürger der Pfalz zu den Vollstreckern der Gesetze werden". Am 2. Mai wurde beschlossen, einen zehnköpfigen Landesverteidigungsausschuss zum Vollzug der Reichsverfassung einzurichten. Zu einer Ausrufung der Republik, wie in Baden geschehen, kam es nicht. Innerhalb kurzer Zeit kam die Provinz in die Hand des Ausschusses. In der Folge wurden Volkswehren formiert, Beamte mussten einen Eid auf die Verfassung schwören. Der aufgestellten Revolutionsarmee traten auch Soldaten der königlich bayerischen Armee bei.[1]

Die Provisorische Regierung

Am 17. Mai 1849 beschloss ein pfälzisches Gremium die Errichtung einer fünfköpfigen Provisorischen Regierung unter der Führung des Advokaten Joseph Martin Reichard. Diese bekannte sich zur Reichsverfassung und bereitete die endgültige Trennung von Bayern vor. Es kam somit, wenn auch nur für wenige Wochen, zu einer faktischen Ablösung der Rheinpfalz von der bayerischen Herrschaft. Am 18. Mai 1849 wurde ein Bündnis mit der Badischen Republik geschlossen.

Die Niederschlagung

Anfang Juni begann die befürchtete preußische Intervention. Dem Heer von 30.000 preußischen Soldaten waren die revolutionären Truppen, die zudem schlecht bewaffnet waren, hoffnungslos unterlegen. Widerstand wurde so gut wie nicht geleistet. Zudem wurde deutlich, dass der Pfälzer Aufstand mit zunehmendem Radikalismus keine breite Unterstützung mehr in der Landbevölkerung besaß. Am 14. Juni 1849 floh die Provisorische Regierung, die bayerischen Behörden traten wieder in ihre Positionen. Obwohl es zu 333 Prozessen wegen Rebellion und Hochverrat kam, wurden keine Todesurteile vollstreckt.[2]

Quellen

  1. Müller, Frank Lorenz: Die Revolution von 1848/49. Darmstadt 2002, S. 137
  2. Müller, Frank Lorenz: Die Revolution von 1848/49. Darmstadt 2002, S. 138

Literatur

  • Frank Lorenz Müller: Die Revolution von 1848/49. Darmstadt 2002.
  • Jonathan Sperber: Rhineland Radicals. The Democratic Movement and the Revolution of 1848-1849. Princeton 1991.

Weblinks

Siehe auch


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