Philipp Spitta


Philipp Spitta
Philipp Spitta, Holzschnitt aus dem Kirchengesangbuch der Provinz Sachsen und Anhalt, 1931
Die Burgstraße 23/23a in Hannover (gegenüber dem Historischen Museum Am Hohen Ufer), 1669 von Adrian Siemerding für den Ratsherrn Johann Duve gebaut, war das Wohnhaus des jungen Spitta. Es wurde 1938 saniert (Erdgeschoss mit glatten Werksteinplatten verkleidet) für einen Hitlerjugend-/BDM-Komplex bis zum Ballhof

Carl Johann Philipp Spitta (* 1. August 1801 in Hannover; † 28. September 1859 in Burgdorf) war ein deutscher lutherischer Theologe und Dichter.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Einer französischen Hugenottenfamilie entstammend, begann er nach dem Besuch des Gymnasiums eine Lehre als Uhrmacher. Nach dem Abbruch dieser Lehre studierte er von 1821 bis 1824 Theologie an der Universität Göttingen. Einer seiner Weggefährten zu dieser Zeit war Heinrich Heine, dem er in einem poetischen Freundeskreis begegnete.

Nach dem bestandenen ersten Examen übernahm er die Stellung eines Hauslehrers nahe Lüneburg. Tätigkeiten als Hilfsgeistlicher 1828 in Sudwalde, später als Gefängnisseelsorger und Garnisonprediger in Hameln folgten. Nebenher war er als Sekretär für den „Christlichen Verein im nördlichen Deutschland“ tätig. 1836 übernahm er eine Pfarrstelle in Wechold. Im Jahre 1847 übertrug man Spitta das Amt des Superintendenten in Wittingen. Sechs Jahre später wurde er Superintendent in Peine.

1855 verlieh ihm die Theologische Fakultät Göttingen als Anerkennung seines pastoralen Lebens und Wirkens die Ehrendoktorwürde.

Im Jahre 1859 kam Spitta als Superintendent nach Burgdorf.

Spitta schrieb zahlreiche Kirchenliedtexte im Geist der lutherischen Erweckungsbewegung. Sie zeichnen sich durch Tiefe des Inhalts, Echtheit der Sprache und Sicherheit der Form aus. Viele davon sind bis heute lebendig.

Familie

Spittas Eltern waren Lebrecht Wilhelm Gottfried Spitta (* 1754 in Braunschweig; † 1805 in Hannover), Kaufmann und Sprachlehrer, und dessen Frau, Henriette Charlotte Frommen (* 1759 in Hannover; † 15. März 1847 ebd.). Sie war eine Enkelin des hannoveraner Bankiers David Michael David, dessen Bankhaus später in der Deutschen Bank aufging. Nach dem frühen Tod des Vaters heiratete die Mutter in zweiter Ehe Georg Jacob Knocke.

Sein Bruder Heinrich Spitta (* 1799 in Hannover; † 1860 in Rostock) war Dr. med., ordentlicher Professor für (gerichtliche) Arzneikunde und Physikus und Ordinarius für Therapie in Rostock.

Zwei seiner Söhne, die aus der Ehe mit Johanna Maria Hotzen hervorgingen, haben sich in diesem Kontext ebenfalls einen Namen gemacht: Friedrich Spitta war ein bedeutender Theologe, und Philipp Spitta erlangte als Musikwissenschaftler Bedeutung.

Ein weiterer Sohn, Ludwig Otto Adelbert Spitta (* 27. November 1845 in Wechold; † 27. Mai 1901 in Hameln), war Pastor in Hameln, am Marienstift (Braunschweig) und in Nette. Von 1872 bis 1881 wirkte er als Pastor sec in Bergen (Landkreis Celle). Berühmt wurde er hier durch seine Predigten mit historischen, orts- und regionalgeschichtlichen Ausführungen, die auch als Buch mit 1875 gehaltenen Predigten und Vorträgen erschienen sind. [1]

Werke

Spittadenkmal vor der Superintendentur in Burgdorf
  • Psalter und Harfe. Eine Sammlung christlicher Lieder zur häuslichen Erbauung, 1833 und 1843.
  • (anonym) Biblische Andachten, hrsg. vom christlichen Verein im nördlichen Deutschland, Halle 1836, und II. Bd., Halle, 1839.
  • Karl Johann Philipp Spitta, Briefe an seine Braut (1836-1837), hg. Walter Schmithals (Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 2008).

Lieder

  • Bei Dir, Jesu, will ich bleiben (EG 406)
  • Bleibt bei dem, der euretwillen
  • Ein lieblich Los ist uns gefallen
  • Es kennt der Herr die Seinen (1843, EG 358)
  • Freuet euch der schönen Erde (1827, EG 510)
  • Geist des Glaubens, Geist der Stärke (1833, EG 137)
  • Gottes Stadt steht fest gegründet (1843, EKG Rheinland-Westfalen-Lippe 477)
  • Herzenkündiger
  • Ich steh in meines Herren Hand (1833, EG 374)
  • Ich und mein Haus, wir sind bereit (1827, EKG 173)
  • O du, den meine Seele liebt
  • O Jesu, meine Sonne
  • O komm, du Geist der Wahrheit (1827/1833, EG 136)
  • O selig Haus
  • O Vaterhand, die mich so treu geführet
  • O, wie freun wir uns der Stunde
  • Wie wird uns sein
  • Wo ist ein Vater, Gott, wie Du
  • Wort des Lebens, laut're Quelle

Literatur

Weblinks


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