Pierce-Schaltung


Pierce-Schaltung

Die Pierce-Schaltung, auch Pierce-Oszillator genannt, ist eine Oszillatorschaltung die nach ihrem Erfinder George W. Pierce benannt ist. Es ist eine abgewandelte Form der Colpitts-Schaltung, die mit einem Minimalaufwand an diskreten Bauelementen und deshalb sehr kostengünstig aufgebaut werden kann. Deshalb ist sie in der Digitaltechnik eine oft verwendete Form des Quarzoszillators. Sie kann mit einem Schwingquarz, oder alternativ dazu, auch mit einem kostengünstigen Keramikresonator aufgebaut werden.

Inhaltsverzeichnis

Funktion

Allgemeine Pierce-Schaltung

Der Widerstand R1 stellt den linearen Betrieb des ersten Inverters U1 (z.B. den Baustein 74AC04) sicher und kann in manchen Anwendungen auch weggelassen werden, da der ohmsche Anteil des Schwingquarzes X bereits ausreicht. R2 begrenzt den Spitzenstrom und kann, wenn der Ausgangswiderstand des Schmitt-Triggers hoch genug ist, auch durch eine direkte Verbindung (0 Ohm) ersetzt werden. Im Rückkopplungsszweig befindet sich der Schwingquarz X. Die beiden Kondensatoren C1, C2 (sog. Ziehkondensatoren (s.u.)) dienen zur Phasenverschiebung, um die Phasenbedingung von 180° sicher erfüllen zu können. Sie stellen mit dem Schwingquarz ein π-Filter dar. Aufgrund der kleinen Kapazitätswerte reichen auch hier in manchen Aufbauten bereits parasitäre Kapazitäten im Bereich der Leiterplatte aus. Der Schwingquarz arbeitet unterhalb der Resonanzfrequenz als eine Induktivität mit sehr großer Kreisgüte.

Der Schmitt-Trigger U2 dient als Verstärkerstufe und liefert an seinem Ausgang ein für Digitalschaltungen nötigen rechteckförmige Spannungsverlauf, in der Skizze in der Farbe blau angedeutet.

Ziehkondensator

Da der Quarz als Bauteil mit induktivem Charakter arbeitet, muss auf der Schwingfrequenz die restliche Beschaltung kapazitiven Charakter aufweisen. Deshalb kann ein sogenannter Ziehkondensator mit einer Größe von wenigen Pikofarad seriell oder parallel zum Schwingquarz die Resonanzfrequenz der Gesamtschaltung wieder auf den Nominalwert ziehen.

Lastkapazität

Die Kapazität, welche der Schwingquarz an seinen Anschlüssen von der restlichen Schaltung „sieht“, wird als Lastkapazität CL bezeichnet. Sie wird vom Hersteller des Schwingquarzes im jeweiligen Datenblatt aufgeführt. Bei handelsüblichen Quarzen liegt sie im Bereich um 20 pF und wird bei Parallelresonanz durch die Reihenschaltung der Kondensatoren bestimmt. Neben den diskreten Bauelementen C1 und C2, deren Werte beim Entwurf einer Schaltung leicht wählbar sind, treten dabei noch andere Kapazitäten in Erscheinung, die man eher als gegeben hinnehmen muß: die Eingangs- bzw. Ausgangskapaztäten Ci und Co der Inverterstufe (Schmitt-Trigger) sowie die Streukapazität CS, welche primär durch den Aufbau der Leiterplatte und durch das Gehäuse des Schwingquarzes bestimmt wird. Die Streukapazität liegt bei typischen Aufbauten im Bereich von 3 pF bis 9 pF.[1][2][3]

Die Lastkapazität CL ist gegeben als:

C_\mathrm{L} = {(C_1 + C_i) \cdot (C_2 + C_o) \over (C_1 + C_i + C_2 + C_o)} + C_\mathrm{S}

Eine Vergrößerung der Lastkapazität reduziert geringfügig die Frequenz des Oszillators.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Quartz crystal glossary of terms (PDF). Abracon Corporation. Abgerufen am 6. Juni 2007.
  2. CX miniature crystals (PDF). Euroquartz. Abgerufen am 6. Juni 2007.
  3. Pierce-gate oscillator crystal load calculation (PDF). Crystek Crystals Corp.. Abgerufen am 26. August 2008.

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