Plauener Straßenbahn


Plauener Straßenbahn
Plauener Straßenbahn GmbH
PSB Logo.jpg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Plauen
Webpräsenz www.strassenbahn-plauen.de
Bezugsjahr 2007
Eigentümer 100 % Stadt Plauen
Betriebsleitung Barbara Zeuner (Geschäftsführerin)
Verkehrsverbund Verkehrsverbund Vogtland
Beschäftigte ca. 140
Linien
Spurweite 1000 mm (Meterspur)
Straßenbahn 5
Bus 4
Sonstige Linien 1 AST
Anzahl Fahrzeuge
Straßenbahn 30 KT4D-M
4 Hist. Triebwagen
1 Hist. Beiwagen
2 Arbeitstriebwagen
Omnibus 5 Omnibusse
Statistik
Fahrgäste 8,5 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 1,6 Mio. km pro Jahr
Haltestellen 88 (Richtungs-Hst.)
Länge Liniennetz
Straßenbahnlinien 30,1 km
Buslinien 10,1 km
Sonstige Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 1
Sonstige Betriebseinrichtungen 8 (davon 5 Unterwerke)
Länge Gleisanlagen 38,1 km
Weichen 35 (davon 15 elektrisch betrieben)

Die Anfänge der Plauener Straßenbahn gehen auf den 29. Mai 1893 zurück, als zwischen der „Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft AG“ und der Stadt Plauen der Vertrag zum Bau einer elektrischen Straßenbahn geschlossen wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vorgeschichte

Da die Stadt Plauen Mitte des 19. Jahrhunderts durch das Aufblühen der Textilindustrie rasch wuchs und weil der obere Bahnhof außerhalb der damaligen Stadt gebaut wurde, mussten Wege gefunden werden, um die Menschen mit ihrem Gepäck zu befördern. Vorerst wurden die Transportleistungen mit Droschken und anderen (Pferde-)Fuhrwerken erbracht.

Bereits 1885 wurde erstmals über die Erbauung einer Straßenbahn verhandelt. So wurde am 20. Oktober 1885 ein Vertrag mit einem Herrn Otto Peine aus Leipzig geschlossen, in dem er die Erlaubnis erhielt eine Straßenbahn anzulegen und zu betreiben. Geplant war eine Verbindung zwischen Oberem und Unterem Bahnhof. So wurde unter anderem über den Bau einer Drahtseilbahn ähnlich der San Francisco Cable Cars nachgedacht. Aus welchen Gründen die Bahn nie realisiert wurde, ist nicht mehr festzustellen.

Bau der Straßenbahn

Am 29. Mai 1893 wurde ein weiterer Vertrag über den Bau einer Straßenbahn unterzeichnet, diesmal mit der „Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft Berlin“. Am 5. Februar 1894 begann der Bau der Wagenhalle in der Theaterstraße. Am 13. März wurden Rosetten für die Fahrdrahtabspannung an den Häusern montiert, während am 27. März Baubeginn für die „Kraftstation Theaterstraße“ war. Am gleichen Tag begannen auch die Schienenverlegarbeiten, die bis zum 5. Juni andauerten. Am 8. Juni begann das Verlegen des Fahrdrahtes, welches bis Anfang September abgeschlossen werden konnte. Am 13. Juli trafen die ersten Triebwagen am Unteren Bahnhof ein. Schließlich begannen am 11. Oktober die ersten Probefahrten mit unbelasteten Triebwagen und am 6. November dann mit belasteten Triebwagen. Am 13. November fand eine Probefahrt mit Ratsmitgliedern des Plauener Stadtrates statt und am 15. und 16. November wurde die Strecke durch den Königlichen Kommissar aus Dresden und den Direktor der AEG abgenommen. Am 17. November 1894 wurde dann die erste Teilstrecke Oberer Bahnhof–Neustadtplatz eröffnet. Am 3. Dezember folgte die zweite Teilstrecke vom Neustadtplatz zum Unteren Bahnhof.

1895–1914

Postkarte vom Straßenbahnunglück 1905

In den ersten Monaten wurde die Plauener Straßenbahn von der „Allgemeinen Local- und Straßenbahngesellschaft“ in Berlin betrieben. Bereits am 28. Mai 1895 wurde der Betrieb jedoch an die „Sächsische Straßenbahn-Gesellschaft (SSG)“ übergeben, mit der Maßgabe, dass der Betrieb schon ab 1. Januar 1895 auf Rechnung der SSG erfolgen sollte. Zu Beginn erfolgte der Betrieb auf zwei Linien: Gelbe Linie (Oberer Bahnhof–Tunnel–Neustadtplatz) und Blaue Linie (Oberer Bahnhof–Tunnel–Neustadtplatz–Unterer Bahnhof). Die Strecke der gelben Linie war von Beginn an zweigleisig (mit einer Unterbrechung in der Klosterstraße auf Grund zu geringer Straßenbreite), während die Strecke Neustadtplatz–Unterer Bahnhof nur eingleisig (mit einer Ausweichstelle am Tivoli) ausgeführt wurde. Nach mehreren Umbau- und Ausbauarbeiten der alten Strecken (z. B. Einführung einer weiteren Ausweichstelle / Einführung eines zweiten Gleises in der Klosterstraße), wurde im August 1899 mit dem Bau einer neuen Strecke von der Syrabrücke zum „Grünen Kranz“ (Neundorf) begonnen. Am 21. Oktober 1899 konnte diese Strecke in Betrieb genommen werden. Am 17. Mai 1902 wurde eine weitere neu gebaute Strecke eingeweiht. Sie führte vom Wettiner Hof (Oberer Bahnhof) zur Parkstraße (Haselbrunn, heute Morgenbergstraße). Am 6. Dezember 1903 wurde dann der durchgehende Verkehr auf den Linien „Oberer Bahnhof–Unterer Bahnhof“ und „Haselbrunn–Neundorf“ eingeführt. Am 1. Januar 1905 wurde die Verlängerung der Linie in Neundorf vom „Grünen Kranz“ bis zur Kaserne in Betrieb genommen. Ein Straßenbahnunglück am 27. Juni 1905 wurde von Postkartenherstellern vermarktet. Mit der Verkehrsübergabe der König-Friedrich-August-Brücke am 24. August 1905 nahm die Linie „Dittrichplatz – Friedhof“ ihren Betrieb auf. Am gleichen Tag wurde die Kennzeichnung der Linien mittels Farbscheiben eingeführt. Daraus ergab sich folgende „Deklarierung“:

Linie Strecke
Gelbe Linie Haselbrunn – Neundorf
Blaue Linie Oberer Bahnhof – Unterer Bahnhof
Rote Linie Dittrichplatz–Friedhof

Am 1. Juni 1906 erfolgte die Inbetriebnahme der Verlängerung der roten Linie vom Friedhof 1 zum Mendelssohnplatz (Preißelpöhl). Am 5. September 1909 wurde die Verlängerung in Haselbrunn von der Parkstraße zum „Waldschlösschen“ (heute Wartburgplatz) eröffnet. Am 2. Dezember 1909 wurde eine neue, die „weiße Linie“, eingeführt. Sie verkehrte vom Tivoli nach Reinsdorf (Südvorstadt).

1914–1948

Da nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs fast 80 % des Fahrpersonals eingezogen wurden, litt der Linienverkehr bis 1919 teilweise unter starken Einschränkungen. So wurde die weiße Linie mehrmals ganz eingestellt, während die rote Linie zum Teil auf die Streckenführung Preißelpöhl–Albertplatz verkürzt werden musste. Auch der weitere Aus- und Umbau stockte während des Krieges in Folge Materialmangels und fehlender Arbeitskräfte. Doch auch nach dem Krieg ruhte der Straßenbahnverkehr teilweise. 1919 stand die Bahn still, da es auf Grund von Kohlenmangel zu Unterbrechungen der Stromlieferungen durch das städtische Elektrizitätswerk kam. Am 12. Februar 1920 kam es zu einem Streik gegen die Besetzung der Stadt durch Reichswehrsoldaten. Vom 15. bis zum 19. März streikte man gegen den Kapp-Putsch und vom 12. bis zum 16. Oktober streikten Gemeindearbeiter für die Verbesserung der sozialen Lage. Am 1. August wurde die Teilstrecke der roten Linie zwischen Dittrichplatz und Albertplatz eingestellt. Am 23. April 1921 wurde die Betreibergesellschaft von „SSG“ (Sächsische Straßenbahngesellschaft) in „SESAG“ (Sächsische Elektrizitäts- und Straßenbahn-AG) umbenannt, da das Hauptaugenmerk inzwischen auf dem Betrieb von Elektrizitätswerken lag. Am 11. Juni 1921 wurde eine neue Linie, die „grüne Linie“ eröffnet. Die erste Teilstrecke führte von der König-Albert-Brücke (Alte Elsterbrücke) zum Schloss Reusa. Die zweite Teilstrecke vom Schloss Reusa zum Ortsausgang Reusa (heute Suttenwiese) wurde am 5. Dezember 1921 für den Verkehr freigegeben. Am 13. Juli 1922 konnte schließlich der letzte Teilabschnitt vom Ortsausgang Reusa bis zum Eingang des Hauptfriedhofes eröffnet werden. Da die Einnahmen aus dem Straßenbahnverkehr die Ausgaben nicht decken konnten, beschloss der Aufsichtsrat der Betreibergesellschaft am 7. November 1922 die Einstellung des Betriebes zum Jahresende. Nach Verhandlungen mit der Stadt Plauen, wobei diese unter anderem die Übernahme der Kosten für Gleiserneuerungen zusicherte wurde der Verkehr am 16. April 1924 wieder aufgenommen. Bis 1931 erfolgten noch einige Umbauarbeiten (z. B. weiterer Ausbau zu zweigleisigen Strecken). Ab 19. Oktober 1931 fuhr die grüne Linie bis zum Tunnel statt bis zur Albertbrücke. Am 4. April 1939 wurde die Kennzeichnung der Linien von der Farbkennzeichnung auf Nummern umgestellt. Daraus ergab sich nun folgende „Deklarierung“:

Alte Linie Strecke Neue Linie
Gelbe Linie Haselbrunn–Neundorf Linie 1.
Blaue und weiße Linie Oberer Bahnhof–Unterer Bahnhof / Südvorstadt Linie 2
Rote Linie Dittrichplatz–Preißelpöhl Linie 3
Grüne Linie Tunnel–Hauptfriedhof Linie 4
1944 wurde die Linie 2 aufgeteilt
Oberer Bahnhof–Unterer Bahnhof Linie 2
Oberer Bahnhof–Südvorstadt Linie 5

Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges brachte vorerst keine Einschränkungen im Straßenbahnverkehr. Es wurden zeitweilig auch Güter über die Straßenbahn transportiert. Ab 11. Februar 1945 wurde der Verkehr an Sonn- und Feiertagen eingestellt, um Strom zu sparen. Bei den Luftangriffen im März 1945 wurde die komplette Innenstadt stark zerstört, so dass auch der Straßenbahnverkehr zum Erliegen kam. Nach dem Krieg wurde am 24. Mai 1945 ein Straßenbahn-Ersatzverkehr mit Omnibussen aufgenommen, der bis zum 19. Oktober 1945 bestand. Am 12. November 1945 konnte der Betrieb auf der Teilstrecke Haselbrunn–Tunnel wieder aufgenommen werden. Ab 3. Dezember befuhr die Linie 1 wieder die gesamte Strecke bis nach Neundorf. Ab 18. Februar 1946 konnte eine weitere Linie wieder in Betrieb genommen werden. Die Linie 2 fuhr vom Tivoli zu einer Ersatzhaltestelle auf der Friedensstraße (die Endhaltestelle Oberer Bahnhof war zu stark zerstört). Am 3. April erfolgte die Wiederinbetriebnahme der Linie 4 auf der Teilstrecke Neustadtbrücke–Schloss Reusa und ab 2.September fuhr die Linie 2 wieder bis zum Unteren Bahnhof durch. Am gleichen Tag wurde die Linie 5 (Südvorstadt–Friedensstraße) wieder eröffnet. Am 1. November 1947 erfolgte die eingleisige Wiederinbetriebnahme der Linie 3 zwischen Preißelpöhl und Albertplatz. Ab 27. November fuhr die Linie 4 wieder bis zum Hauptfriedhof. Am 1. Oktober 1948 wurde der vorerst letzte Gleisabschnitt wieder in Betrieb genommen und die Linie 4 fuhr wieder zwischen Tunnel und Hauptfriedhof. Die Strecke über die Ebertbrücke (Friedensbrücke) wurde nicht wieder aufgebaut, sondern die dort verlegten Gleise wurden für den Wiederaufbau der anderen Strecken mit genutzt.

1949–1990

Am 22. Februar 1951 stimmte der sächsische Landtag der Übertragung der beim Land Sachsen befindlichen Aktien der SESAG auf die Stadt Plauen zu, mit Wirkung ab 1. Januar 1951. Die Stadt Plauen erhielt die Auflage, die Auflösung der SESAG durchzuführen. Die Hauptversammlung der SESAG am 29. Juni 1951 beschloss die Löschung der Aktiengesellschaft, die am 7. März 1952 im Amtsgericht Plauen vorgenommen wurde. Seit dem 1. Januar 1951 firmierte die Gesellschaft nun als „VEB Verkehrsbetrieb der Stadt Plauen“. Nachdem in den vorangegangenen Jahren noch einige Wiederaufbauarbeiten durchgeführt wurden, konnte am 17. Oktober 1954 die neu erbaute Endstation am Oberen Bahnhof dem Verkehr übergeben werden. Ab diesem Tag fuhren die Linien 2 und 5 wieder bis zum Bahnhof. Erweiterungen der Gleisanlagen beschränkten sich in der Anfangsphase noch auf den Wiederaufbau zweigleisiger Strecken. Am 28. Mai 1957 wurde die erste Verlängerung seit langer Zeit in Betrieb genommen. Die Linie 1 fuhr nun in Haselbrunn bis zur Straße am Stadtwald. Dieser Bauabschnitt gehörte zur Verlängerung der Linie zur Plamag (Plauener Maschinenbau AG), deren zweiter und letzter Bauabschnitt am 30. Dezember 1957 in Betrieb genommen werden konnte. Bei diversen Umbauarbeiten in den folgenden Jahren stand der weitere zweigleisige Ausbau des Gleisnetzes im Vordergrund. So konnte am 12. August 1965 auf der Linie 1 zwischen Plamag und Essigsteigbrücke (heute „Am Vogtlandstadion“) das letzte zweigleisige Teilstück übergeben werden. Damit gab es im gesamten Netz keine eingleisigen Strecken mehr. Es wurden zunehmend auch Wendeschleifen eingebaut, um mit Beiwagenbetrieb (ab November 1960) den gestiegenen Fahrgastzahlen Rechnung tragen zu können. Am 3. Januar 1966 wurde die Linie 6 eingerichtet, die vom Oberen Bahnhof zur neu eingerichteten Endhaltestelle Krankenhaus (heute Vogtlandklinikum) fuhr. Diese Linie wurde nur an Werktagen betrieben und am 29. September 1967 wieder eingestellt, da die Linie 4 nun ebenfalls mit Beiwagen verkehrte. Am 22. Dezember 1966 wurde die Verlängerung der Linie 4 bis nach Reusa (Rotdornwerg) in Betrieb genommen. In den Jahren 1969, 1973 und 1975 erfolgten mehrere Veränderungen der Linienführungen auf Grund von Bauarbeiten (Einbau von Gleisdreiecken an der Elsterbrücke und am „Otto-Grotewohl-Platz“ (heute Tunnel), Neubau der Strecke auf der Bahnhofstraße). 1982 erfolgte die Eingliederung des Betriebes in das Verkehrskombinat Karl-Marx-Stadt. Am 5. Oktober 1983 wurde die Neubaustrecke vom Treffer (Krankenhaus) bis nach Waldfrieden eröffnet. Damit wurde auch die Linie 7 eingeführt. Die Linien wurden nun wie folgt betrieben:

Linie Strecke
Linie 1 Plamag – Neundorf
Linie 2 Oberer Bahnhof – Unterer Bahnhof
Linie 3 Waldfrieden – Neundorf
Linie 4 Plamag – Reusa
Linie 5 Preißelpöhl – Südvorstadt
Linie 6 Waldfrieden – Oberer Bahnhof
Linie 7 Reusa – Unterer Bahnhof

Bereits 1987 wurde die Linie 7 wieder eingestellt. Am 1. Juni 1990 wurde der „VEB Städtischer Nahverkehr Plauen“ in die „Plauener Straßenbahn GmbH“ umgewandelt, deren Eigentümer die Stadt Plauen ist.

ab 1991

In den 90er Jahren wurden umfangreiche Gleisrekonstruktionsarbeiten auf nahezu allen Linien durchgeführt. Am 1. April 1993 trat die Plauener Straßenbahn GmbH dem Verkehrsverbund Vogtland bei. Im Jahr 1994 wurde das 100-jährige Betriebsjubiläum feierlich begangen. Am 11. November 1995 wurde die Stadtbuslinie A vom Stadtpark (Krankenhaus Bethanien) nach Chrieschwitz (Friesenbrücke) in Betrieb genommen. Am 15. Dezember nahm das Anruf-Sammeltaxi (AST) in Neundorf seinen Betrieb auf und am 12. Dezember 2004 folgte das Anruf-Linien-Taxi (ALiTa) als Ergänzung bzw. Ersatz für den Linienverkehr zu schwach frequentierten Zeiten. Am 7. November 2006 wurde das zweite AST in Großfriesen eingeführt. Am 2. April 2007 wurden vier neue Stadtbuslinien eröffnet, dafür wurden die alte Stadtbuslinie A und die Straßenbahnlinie 2 eingestellt. Seit September 2008 wurden die Straßenbahnen vorn und an den Seiten mit LED-Anzeigen ausgestattet. Damit fielen die Haltestellenanzeigen in der Straßenbahn jedoch weg, weswegen ab Juni 2009 weitere LED-Anzeigen im Wageninneren angebracht wurden. Auch die Nummernanzeigen wurden auf LED umgestellt. Inzwischen fahren 20 Wagen mit diesen Anzeigen durch Plauen.

In der Zeit von April 2008 bis Oktober 2009 wurde die grundlegende Rekonstruierung der Neundorfer Straße realisiert. Dies hatte zur Folge, dass die Linien 1/3 nicht nach Neundorf fahren konnten und durch Busse ersetzt werden mussten. Seit dem 1. Oktober 2009 ist die Strecke jedoch wieder frei gegeben. Folgende Veränderungen brachte der Bau mit sich: Die Straßenbreite wurde so angepasst, dass die Gleise jetzt direkt am Fußweg liegen. Dies ermöglicht das barrierefreie Ein- und Aussteigen in die Straßenbahnen. Es ist nun kein Überqueren der Straße nötig. Außerdem bekam die Haltestelle „Marienstraße“ nun die neue Bezeichnung „Hans-Löwel-Platz“. Zusätzlich wurde vor dem Neuen Rathaus eine neue gleichnamige Haltestelle errichtet.

Im Zuge der Kreisgebietsreform 2008 bekommt die Stadt Plauen keine direkten finanziellen Zuschüsse vom Land Sachsen für den Nahverkehr mehr. Der Kreistag des Vogtlandkreises beschloss jedoch einstimmig, dass die Zuständigkeit für den Öffentlichen Personennahverkehr bei der Stadt Plauen verbleiben soll. Die notwendigen Mittel in Höhe von 1,4 Millionen Euro sind für die Jahre 2009 und 2010 sichergestellt. Bis 2013 soll der Zuschuss weiter gezahlt werden, wenn dies möglich ist.[1]

Fahrzeuge

Im Gegensatz zu vielen anderen Verkehrsbetrieben in Deutschland kommen im Linienverkehr der PSB zurzeit nur Fahrzeuge eines Typs zum Einsatz. Es handelt sich um Gelenktriebwagen vom Typ KT4D des tschechoslowakischen Herstellers ČKD Tatra). Dies könnte sich aber in naher Zukunft ändern, denn die PSB hat Interesse an dem in Leipzig gebauten Leoliner bekundet. Die KT4D wurden zwischen 1992 und 1999 in drei Ausbaustufen umfangreich modernisiert.

Linien

Linienplan 2006 (Stadtbuslinie A und Linientaxi nicht eingezeichnet)
Gleisplan 1995 (Größenverhältnisse vernachlässigt; Ausrichtung der Gleise der Endhaltestellen Neundorf und Reusa sowie Ausrichtung der großen Werkstatthalle des Betriebshofs fehlerhaft)

Das Liniennetz umfasst im Wesentlichen fünf Straßenbahnlinien sowie vier Buslinien am Tag und fünf Buslinien in der Nacht.

Linie (Tagnetz) Strecke (mit wichtigen Haltestellen) Länge Fahrzeit
Strab 1 Neundorf – Tunnel – Am Albertplatz – Plamag 6,5 km 20–24 min
Strab 3 Neundorf – Tunnel – Neue Elsterbrücke – Vogtlandklinkium – Waldfrieden 6,4 km 20–22 min
Strab 4 Preißelpöhl – Am Albertplatz – Tunnel – Neue Elsterbrücke – Vogtlandklinkium – Reusa 6,0 km 21–23 min
Strab 5 Südvorstadt – Neue Elsterbrücke – Tunnel – Am Albertplatz – Oberer Bahnhof 3,6 km 12–15 min
Strab 6 Waldfrieden – Vogtlandklinkium – Neue Elsterbrücke – Tunnel – Am Albertplatz – Plamag 7,6 km 22–27 min
Stadtbus A Tunnel – Lessingstraße – Wartberg (– Chrieschwitz) 4,7 km 11–13 min
(16–18 min)
Stadtbus B Tunnel – Neue Elsterbrücke – Ostvorstadt 2,1 km 7–9 min
LinientaxiB Ostvorstadt bzw. Stöckigter Straße – Stöckigt x,x km 7 min
Stadtbus C Tunnel – MediaMarkt – Unterer Bahnhof 1,7 km 6–7 min
Stadtbus D Tunnel – Hainstraße – Stadtpark 1,6 km 4 min
AST 11 Haltepunkt Straßberg – Neundorf Dorfplatz – Neundorf x,x km 10 min
Linie (Nachtnetz) Strecke (mit wichtigen Haltestellen) Länge Fahrzeit
Stadtbus N1 Tunnel – Albertplatz – Oberer Bahnhof / Busbahnhof – Plamag 4,8 km 12–14 min
Stadtbus N2 Tunnel – Dittrichplatz – Neundorf 2,8 km 8–10 min
Stadtbus N3 Tunnel – Vogtlandklinikum – Reusa – Waldfrieden – Vogtlandklinikum – Tunnel 10,6 km 27–29 min
Stadtbus N4 Tunnel – Albertplatz – Preißelpöhl 2,1 km 7–9 min
Stadtbus N5 Tunnel – Neue Elsterbrücke – Ostvorstadt – Südvorstadt 3,6 km 15–17 min

Die Straßenbahnlinien verkehren in der Hauptverkehrszeit an Wochentagen im 10-Minuten-Takt. Eine Ausnahme gibt es auf der Linie 5 (Oberer Bahnhof – Südvorstadt): diese fährt im Zeitraum von 8 bis 12 Uhr einen 20-Minuten-Takt. Am Samstag verkehren die Bahnen alle 15 Minuten; am Sonntag gilt ein 20-Minuten-Takt. Seit dem 5. November 2007 wird wegen zu dieser Zeit niedrigen Fahrgastzahlen der Straßenbahnverkehr ab 20:30 Uhr mit Bussen und Kleinbussen (Linientaxis) abgewickelt. Diese verkehren alle 30 Minuten auf der jeweiligen Linie bis um 24 Uhr bzw. Freitag und Samstag bis 1:30 Uhr.

Beim Fahrplanwechsel am 2. April 2007 wurde der Betrieb der Linie 2 (Unterer Bahnhof – Oberer Bahnhof) wegen zu geringer Wirtschaftlichkeit und der Betrieb des Linientaxis (Tunnel – Unterer Bahnhof) eingestellt. Neu eingeführt wurden dafür drei Stadtbuslinien B, C und D. Die bereits vorher vorhandene Linie A verkehrt nun auf der Strecke Wartberg – Tunnel, zum Teil über Chrieschwitz. Linie B verkehrt vom Tunnel zur Ostvorstadt, wobei Montag bis Freitag dreimal täglich Anschluss zum Vorort Stöckigt in Form eines Linientaxis besteht. Linie C verkehrt vom Tunnel zum Unteren Bahnhof und ersetzt somit die Straßenbahnlinie 2 und das bisherige Linientaxi. Linie D verkehrt vom Tunnel zum Stadtpark. Doppeltraktionen (KT4D-M im Verbund mit KT4D-M) werden bei der Plauener Straßenbahn GmbH nur noch ausschließlich zu Fußballheimspielen des VFC Plauen und zu Silvester eingesetzt – der (fast) tägliche Einsatz von Doppeltraktionen endete in Plauen mit dem Fahrplanwechsel am 5. November 2007. Es gibt eine weitere Besonderheit bei Traktionseinsätzen in Plauen: im Winter fahren diese mit zwei Stromabnehmern an der Oberleitung, im Sommer ist dagegen nur der Stromabnehmer des vorderen Triebwagens an der Oberleitung angelegt.

Literatur

110 Jahre Straßenbahn Plauen. Festschrift zum 110-jährigen Bestehen der Plauener Straßenbahn

Einzelnachweise

  1. Bericht in der Freien Presse zu den Zuschüssen für die PSB. Abgerufen am 18.02.

Weblinks


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