Polnische Sozialistische Partei


Polnische Sozialistische Partei

Polnische Sozialistische Partei (poln. Polska Partia Socjalistyczna PPS) ist eine polnische politische Partei sozialistischer Prägung, die im November 1892 in Paris als Związek Zagraniczny Socjalistów Polskich (Vereinigung Polnischer Auslandssozialisten) gegründet wurde.

Geschichte

Das 1893 verabschiedete soziale Programm der Partei orientierte sich am Erfurter Programm der SPD und forderte unter Anderem die Verstaatlichung von Grund und Boden, Produktions- und Verkehrsmitteln, den 8-Stunden-Arbeitstag sowie Mindestlöhne. Im Mai 1904 wurde die erste Kampfeinheit der Partei begründet. Begünstigt durch den Russisch-Japanischen Krieg konnte die Partei einige Waffen aus Japan erhalten und führte damit Überfälle auf Banken und Postzüge durch. Eine Massendemonstration im November 1904 führte zu Kämpfen mit russischem Militär was als erste Kampfhandlung seit dem Januaraufstand 1863/1864 gilt. Dies führte zu einem Anstieg der Mitgliederzahlen, so dass die Partei 1906 etwa 55.000 Mitglieder hatte.[1] Die Wahlen zur 1. Duma wurden von der Partei boykottiert. Vielmehr setzte die Partei weiter auf Kämpfe und führte Anschläge auf zaristische Einrichtungen aber auch Plünderungen von Zügen durch. Roman Dmowski bezichtigten sie daher des Banditenunwesens. Ende 1906 spaltete sich die Partei in die Polska Partia Socjalistyczna - Frakcja Rewolucyjna mit Józef Piłsudski und die Polska Partia Socjalistyczna - Lewica.[1]

In der Zweiten Polnischen Republik arbeitet die PPS eng mit der Deutschen Sozialistischen Arbeitspartei Polens zusammen und bildete 1928 mit dieser eine gemeinsame Wahlliste zum Sejm.

Seitdem spielte sie eine wichtige Rolle auf der politischen Bühne Polens. Sie war unter anderem an der Bildung der Polnischen Exilregierung beteiligt. 1948 wurde der in Polen verbleibende Teil mit der PPR zur PZPR zwangsvereinigt.

Nach 1948 funktionierte sie als selbstständige Partei lediglich im Exil und wurde erst 1987 auch in Polen als Polska Partia Socjalistyczna reaktiviert. Seit 1989 war sie zeitweise im Rahmen von Wahlbündnissen im Sejm vertreten, erlangte aber nicht mehr die Bedeutung, die einst die PPS hatte, nicht zuletzt aufgrund der linken Konkurrenz seitens der Parteien wie Młodzi Socjaliści (Junge Sozialisten) und der 2002 von der PPS abgespaltenen Nowa Lewica, die sich ebenfalls auf PPS-Tradition berufen.

Weblinks

Fußnoten

  1. a b Manfred Alexander, Kleine Geschichte Polens, Stuttgart 2008, S. 255–257. ISBN 978-3-15-017060-1

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